Masterarbeit, 2019
78 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Phänomenologie des Geistes
2.1 Spielregeln
2.2 Das Bewusstsein als die sinnliche Gewissheit
2.3 Selbstbewusstsein als Begierde
2.4 Genese des unglücklichen Bewusstseins
3 Die Struktur des unglücklichen Bewusstseins
3.1 Das Verhältnis des Denkens im Jenenser Logikentwurf von 1804/05
3.1.1 Begriff
3.1.2 Urteil
3.1.3 Schluss
3.1.4 Analogie zwischen Logikformen und Bewusstseinsgestalten
3.2 Zerrissenheit des kantischen Sittensubjekts
4 Das Hervortreten des Unwandelbaren
5 Die Religiosität des unglücklichen Bewusstseins
5.1 Der knechtische Geist des Judentums
5.2 Jesus als Wesenseinheit
6 Das Verhältnis zu dem „gestalteten Unwandelbaren“
7 Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Figur des ,unglücklichen Bewusstseins‘ in Hegels Phänomenologie des Geistes durch eine detaillierte Struktur- und Vollzugsanalyse, um dessen innere Zerrissenheit und dessen Relation zum Unwandelbaren aufzuzeigen.
Die Konzeption des unglücklichen Bewusstseins in Hegels Phänomenologie des Geistes
Sie ist also selbst zu fragen: Was ist das Diese? Nehmen wir es in der gedoppelten Gestalt seines Seyns, als das Itzt, und als das Hier, so wird die Dialektik, die es an ihm hat, eine so verständliche Form erhalten, als es selbst ist. Auf die Frage: was ist das Itzt? antworten wir also zum Beyspiel: Das Itzt ist die Nacht. Um die Wahrheit dieser sinnlichen Gewißheit zu prüffen, ist ein einfacher Versuch hinreichend. Wir schreiben diese Wahrheit auf; eine Wahrheit kann durch Aufschreiben nicht verlieren; eben so wenig dadurch, daß wir sie aufbewahren. Sehen wir Itzt, diesen Mittag, die aufgeschriebene Wahrheit wieder an, so werden wir sagen müssen, daß sie schaal geworden ist.
Was will die sinnliche Gewissheit? Sie will die ontologische Präsenz des Seienden oder sein reines Sein nachweisen. Diese Gegenwärtigkeit stellt sich, wie Hegel zeigt, in einer „gedoppelten Gestalt“ als zeitliche und räumliche Präsenz dar. Wie oben festgestellt wurde, ist der Wissensvollzug der sinnlichen Gewissheit auf eine Vermittlung angewiesen: das Bewusstsein vollzieht sie anhand eines Beispiels. Das gilt auch, wenn das Bewusstsein das Seiende jeweils in seiner zeitlichen oder räumlichen Anwesenheit aufzuzeigen versucht. Nimmt es beispielsweise für wahr, „das Itzt ist die Nacht“, und schreibt diese Wahrheit auf oder behält sie im Gedächtnis, wird es erkennen müssen, dass diese Wahrheit am hellen Mittag „schal geworden ist.“ Das gleiche gilt für „das Itzt ist der Tag“.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des unglücklichen Bewusstseins ein und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Untersuchung.
2 Phänomenologie des Geistes: Dieses Kapitel erläutert die allgemeinen Spielregeln von Hegels Phänomenologie und untersucht die ersten Bewusstseinsgestalten bis hin zur Genese des unglücklichen Bewusstseins.
3 Die Struktur des unglücklichen Bewusstseins: Hier wird das unglückliche Bewusstsein in Bezug auf Hegels Logik von 1804/05 und die Kantische Ethik analysiert, um die logische Struktur der Zerrissenheit freizulegen.
4 Das Hervortreten des Unwandelbaren: Der Abschnitt behandelt den Wissensvollzug des unglücklichen Bewusstseins, in dem das Unwandelbare als das Wesen hervortritt.
5 Die Religiosität des unglücklichen Bewusstseins: Dieses Kapitel verknüpft die Struktur des Bewusstseins mit der jüdischen Religionsgeschichte und der Gestalt Jesu als Wesenseinheit.
6 Das Verhältnis zu dem „gestalteten Unwandelbaren“: Dieser Teil fasst die Ansätze zum unglücklichen Bewusstsein zusammen, indem er das dreifache Verhältnis des Bewusstseins zum gestalteten Unwandelbaren analysiert.
7 Fazit: Das Fazit resümiert die Ergebnisse der Arbeit und bestätigt die zentrale These der inneren Zerrissenheit und der notwendigen Selbstentfremdung im unglücklichen Bewusstsein.
Hegel, Phänomenologie des Geistes, unglückliches Bewusstsein, Zerrissenheit, Wissensvollzug, Sinnliche Gewissheit, Selbstbewusstsein, Herr-Knecht-Verhältnis, Unwandelbares, Fichte, Kant, Sittensubjekt, Logik, Dialektik, Religion
Die Arbeit analysiert die philosophische Gestalt des ,unglücklichen Bewusstseins‘ innerhalb von Hegels Hauptwerk Phänomenologie des Geistes.
Die zentralen Themen umfassen die Struktur der Entzweiung, die Beziehung zwischen Denken und Sein sowie die religionsphilosophische Bedeutung von Herrschaft und Knechtschaft.
Das Ziel ist es, die innere Logik des unglücklichen Bewusstseins durch einen Vergleich mit Hegels Jenaer Logik und Kants Moralphilosophie präzise herauszuarbeiten.
Die Arbeit nutzt eine Struktur- und Vollzugsanalyse, um die dialektischen Bewegungen des Bewusstseins zu untersuchen.
Im Hauptteil werden der logische Status des Bewusstseins, die Parallelen zum Kantischen Sittensubjekt und die religiöse Dimension dieser Bewusstseinsform erörtert.
Wichtige Begriffe sind Unwandelbarkeit, Entzweiung, Begierde, Herr-Knecht-Verhältnis, Dialektik und Selbstbewusstsein.
Die Arbeit folgt der These von Johannes Heinrichs, nach der die Struktur des unglücklichen Bewusstseins der logischen Kategorie des Schlusses entspricht, indem sie Einheit und Trennung vereint.
Hegel sieht im Kantischen Subjekt eine ähnliche Zerrissenheit zwischen Pflicht und Neigung, die der inneren Entzweiung des unglücklichen Bewusstseins entspricht.
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