Diplomarbeit, 2005
117 Seiten, Note: 1,8
Geowissenschaften / Geographie - Kartographie, Geodäsie, Geoinformationswissenschaften
1. Einleitung: Der Fußgänger und sein Bedarf an Geoinformation
1.1 Die Bedeutung von Landmarken in Routendarstellung und Navigationssystemen
1.2 Landmarken im spezifischen Handlungskontext des Fußgängers
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Ansätze zur Unterstützung der Fußgängernavigation
2.1 Stand der Entwicklung kartographischen Fußgängernavigationssysteme
2.2 Erkenntnisse der Raumkognition zur Entwicklung von Navigationssystemen für Fußgänger
2.3 Anforderungen an eine landmarkenbasierte kartographische Routendarstellung
3. Grundlagen zur Einbindung kontextspezifischer Landmarken
3.1 Das kartographische Handlungsfeld der Orientierung und Navigation
3.2 Handlungstheoretische Grundlagen
3.3 Der spezifische Handlungskontext des Fußgängers
3.3.1 Mentale und physische Handlungen
3.3.2 Das Artefakt
3.3.3 Der Handelnde und seine Rolle in der Gemeinschaft
3.3.4 Der Handlungsraum
3.4 Technischer und physikalischer Kontext
3.5 Ziele von Fußgänger-Handlungen
3.6 Phasen von Fußgänger-Handlungen
3.7 Fußgängerspezifische Funktionen von Landmarken
4. Kriterien für die landmarkenbasierte Routendarstellung
4.1 Kognitive Informationsverarbeitung bei der Orientierung und Navigation
4.1.1 Wahrnehmung und Interaktion im Raum
4.1.2 Temporal-funktionale Gliederung der Gedächtnissysteme
4.1.3 Integrative und handlungsorientierte Informationsverarbeitung
4.1.4 Kriterien bei der Wegfindung
4.1.4.1 Visuell-kognitive Prozesse in der Umwelt
4.1.4.2 Bewegungsparallaxen und Bewegungsperspektive
4.1.4.3 Richtungs- und Entfernungsschätzung
4.1.4.4 Erwerb von visuell-räumlichem Wissen
4.1.5 Ableitung der Funktionen von Landmarken beim Wegfinden
4.1.5.1 Klassifizierung von Landmarken
4.1.5.2 Unterstützung mentaler Handlungen
4.1.5.3 Unterstützung übergeordneter Operationen
4.1.5.4 Zuordnung von Landmarken und Phasen der Wegfindung
4.2 Kartographische Modellierung einer landmarkenbasierten Routenkarte
4.2.1 Die Karte im konkreten Kommuniaktionskontext des Fußgängers
4.2.2 Ansätze für die kontextorientierte Modellierung von Fußgängerkarten
4.2.2.1 Kartographische und mentale Repräsentation
4.2.2.2 Der kartographische Wahrnehmungsraum
4.2.2.3 Kartographische Top-Down- und Bottom-Up-Prozesse
4.2.3 Präsentation raumbezogener Information in Routenkarten für Fußgänger
4.2.3.1 Die kartographische Arbeitsgraphik als Grundlage für die Darstellung von Routeninformation
4.2.3.2 Integrierte kartographische Routendarstellung
4.2.3.3 Art der Präsentation von Landmarken
4.2.4 Kartographische Routenführung in Wegfindungsphasen
5. Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und Folgerungen
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Ausblick auf mögliche Ansatzpunkte für weitere Untersuchungen
6. Bibliographie
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Landmarken für die Fußgängernavigation formal zu beschreiben und Kriterien für eine kontextadaptierte, kartographische Routendarstellung zu entwickeln. Dabei wird insbesondere der Nutzungskontext eines Touristen, der sich zu Fuß durch eine ihm unbekannte städtische Umgebung bewegt, analysiert, um eine nutzerfreundliche Unterstützung bei der Orientierung und Wegfindung zu gewährleisten.
1.2 Landmarken im spezifischen Handlungskontext des Fußgängers
Es wird davon ausgegangen, dass Nutzer in Abhängigkeit vom jeweiligen Handlungskontext unterschiedliche Objekte in ihrer räumlichen Umgebung selektieren. Der Kontext ist hierbei als übergeordneter Rahmen zu verstehen, welcher über eine Reihe von Parametern, wie z.B. den Fortbewegungsmodus, bestimmt werden kann. Ein Autofahrer zieht beispielsweise andere räumliche Objekte heran als ein Fahrradfahrer oder ein Fußgänger. Daraus ergeben sich für den konkreten Kontext des Touristen, der sich zu Fuß durch den unbekannten Umgebungsraum bewegt, einige Fragestellungen:
• Welche Kontextbedingungen beeinflussen die konkrete, mobile Nutzungssituation?
• Welche visuell-kognitiven Prozesse laufen bei mobilen Nutzungssituationen ab?
• Welche Merkmale, Beziehungen und Strukturen unterstützen den Fußgänger bei der Fortbewegung durch den Raum?
• Welche Objekte im Raum werden im konkreten Nutzungskontext als Landmarken ausgewählt?
• Welche Funktionen nehmen Landmarken bei der Fortbewegung ein?
• Wie können Landmarken die auszuführenden Handlungen bei der Orientierung und Navigation unterstützen?
• Welche Informationen im Raum werden in welcher Handlungsphase für eine angemessene Unterstützung des Kartennutzers benötigt?
• Wie können Landmarken in der kartographischen Routendarstellung präsentiert werden, um den Nutzer bestmöglich zu unterstützen?
Die spezifische Landmarken-Auswahl eines Fußgängers, der sich als Tourist durch einen unbekannten Umgebungsraum bewegt, ist Thema dieser Arbeit, wobei potenzielle Landmarken identifiziert und nach ihrer jeweiligen Funktion klassifiziert werden. Dazu wird der Handlungsprozess der Orientierung und Navigation in einzelne Phasen gegliedert, untergeordnete Handlungen werden formal beschrieben und typischen Informationsverarbeitungsprozessen zugeordnet, und Landmarken werden über ihre Funktion bei der jeweiligen Handlung identifiziert.
1. Einleitung: Der Fußgänger und sein Bedarf an Geoinformation: Dieses Kapitel führt in die Thematik der mobilen Fußgängernavigation ein, definiert Landmarken und begründet die Relevanz der Untersuchung des spezifischen Handlungskontextes eines Touristen.
2. Ansätze zur Unterstützung der Fußgängernavigation: Es werden existierende Projekte und wissenschaftliche Forschungsansätze zur Integration von Landmarken in Navigationssysteme sowie psychologische Erkenntnisse zur Raumkognition vorgestellt.
3. Grundlagen zur Einbindung kontextspezifischer Landmarken: Dieses Kapitel befasst sich mit der formalen Beschreibung des Handlungskontextes und der Strukturierung des Wegfindungsprozesses des Fußgängers in verschiedene Phasen.
4. Kriterien für die landmarkenbasierte Routendarstellung: Hier werden die kognitiven Informationsverarbeitungsprozesse analysiert und Kriterien für die Auswahl sowie die kartographische Präsentation von Landmarken abgeleitet.
5. Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und Folgerungen: Die Arbeit fasst die entwickelten Kriterien zur Identifikation und Darstellung von Landmarken zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten im Bereich mobiler Navigationsdienste.
Fußgängernavigation, Landmarken, Kartographie, Orientierung, Wegfindung, Handlungskontext, Routendarstellung, Raumkognition, Mobile Geodienste, Location Based Services, kognitive Karten, visuelle Wahrnehmung, Routenplanung, Kartengestaltung, Touristen
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle von Landmarken bei der Navigation von Fußgängern in unbekannten städtischen Räumen, mit dem Ziel, Kriterien für eine handlungsorientierte und kontextbezogene kartographische Darstellung zu erarbeiten.
Im Zentrum stehen die Kartographie für mobile Anwendungen, kognitionspsychologische Grundlagen der räumlichen Orientierung sowie die handlungstheoretische Fundierung von Navigationsprozessen.
Das Ziel ist die formale Beschreibung von Landmarken und ihrer Funktionen im spezifischen Kontext der Fußgängernavigation, um daraus konkrete Gestaltungskriterien für moderne, kartenbasierte Navigationssysteme abzuleiten.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse aus Geoinformatik, Kartographie und Kognitionspsychologie sowie der Modellierung von Nutzungsszenarien, die in einer beispielhaften kartographischen Anwendung illustriert werden.
Der Hauptteil behandelt die Grundlagen der menschlichen Informationsverarbeitung beim Wegfinden, klassifiziert Landmarken nach inhaltlichen und funktionalen Merkmalen und überträgt diese Erkenntnisse in Richtlinien für die kartographische Modellierung von Routenkarten.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Fußgängernavigation, Landmarken, Orientierung, Wegfindung, Handlungskontext, Routendarstellung, Raumkognition und Mobile Geodienste.
Diese Unterscheidung ist essenziell für die Navigation: Lokale Landmarken unterstützen das schrittweise Navigieren entlang einer Route, während globale Landmarken als Ausrichtungsvektoren über größere Distanzen dienen, um die Orientierung im weiteren Bezugsrahmen zu sichern.
Empirische Untersuchungen zeigen, dass bei Tageslicht eher die Form eines Gebäudes als Landmarke selektiert wird, während bei Dunkelheit die Gebäudenutzung und die Beleuchtung in den Vordergrund treten, da die Form bei schlechter Sicht weniger gut erkennbar ist.
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