Masterarbeit, 2015
91 Seiten, Note: 2,0
0. Problemstellung und Ziel der Arbeit
1. Stand der Forschung
2. Nonverbale Kommunikation
2.1 Definition
2.2 Arten der nonverbalen Kommunikation
2.3 Nonverbale Kommunikation in Gesprächssituationen
3. Verständnisschwierigkeiten
3.1 Definition
3.2 Arten von Verständnisschwierigkeiten
3.3 Ursachen von Verständnisschwierigkeiten
3.3.1 Ursachen in direkten Kommunikationssituationen
3.3.2 Ursachen in gedolmetschten Kommunikationssituationen
3.4 Anzeichen für Verständnisschwierigkeiten
3.4.1 Verbale Signale
3.4.2 Nonverbale Signale
3.5 Verständnisschwierigkeiten beheben
3.5.1 Einfluss verbaler Korrekturen
3.5.2 Einfluss nonverbaler Korrekturen
4. Interaktion und Kommunikation
4.1 Interaktion bei der persönlichen Kommunikation
4.2 Interaktion beim Konferenzdolmetschen
4.2.1 Konferenzdolmetschen
4.2.2 Konferenzteilnehmer
4.2.3 Konferenzsituation
5. Voraussetzung für gegenseitiges Verständnis
5.1 Kommunizieren im Dreieck
5.2 Gleichberechtigung aller Teilnehmer
5.3 Remote Interpreting
6. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss nonverbaler Kommunikation auf das gegenseitige Verständnis im Kontext des simultanen Konferenzdolmetschens. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Auswirkungen der Wegfall nonverbaler Komponenten auf den Dolmetscher, auf das gegenseitige Verständnis und somit auf den Erfolg menschlicher Interaktion hat.
3.4.2 Nonverbale Signale
Nonverbale Signale für bestehende Verständnisschwierigkeiten mögen weniger offensichtlich sein, dennoch lassen sie sich bei genauerer Analyse klar erkennen. Sie sind dabei keinesfalls weniger wichtig als die verbalen, wie Sadri & Flammia (2011) erklären:
„Communication scholars Burgoon, Buller, and Woodall tell us that between 60 and 65 percent of the information we receive is communicated non-verbally. Non-verbal communication is often beyond our conscious awareness and control. Despite the fact that non-verbal behaviours are often unconscious, when we receive conflicting verbal and non-verbal messages in a communication encounter, it is the non-verbal communication that we believe to be more trustworthy.” (160)
Dass nonverbale Kommunikation häufig unbewusst abläuft, wurde bereits in Kapitel 1 dargestellt. Die Beobachtung von Sadri & Flammia lässt darüber hinaus aber auf folgenden Sachverhalt schließen: Wenn ein großer Teil der Informationen, die in den Interaktionen zwischen Menschen ausgetauscht werden, nonverbal vermittelt wird, dann ist davon auszugehen, dass diese nonverbale Information auch für das gegenseitige Verständnis von großer Bedeutung ist. Die Tatsache, dass nonverbalen Zeichen sogar mehr Gewicht beigemessen wird als den verbalen Äußerungen, lässt darauf schließen, dass die nonverbale Kommunikation auch für das Erkennen etwaiger Verständnisschwierigkeiten eine wichtige Rolle spielt. Dabei ist ein grundlegendes nonverbales Anzeichen für eine vorliegende Verständnisschwierigkeit die ausbleibende oder verzögerte Reaktion des Gesprächspartners (vgl. Putz, 2007: 99). Wenn ein Sprecher eine Anweisung äußert oder eine Frage stellt, die vom Zuhörer nicht oder nur verzögert ausgeführt oder beantwortet wird, dann kann davon ausgegangen werden, dass der Zuhörer die Anweisung oder die Frage nicht richtig verstanden hat. Unklar ist dann allerdings, ob die Verständnisschwierigkeit inhaltlicher Natur ist oder durch akustische Störungen aufgetreten ist.
0. Problemstellung und Ziel der Arbeit: Einführung in die Thematik der Dolmetschqualität und die zentrale Forschungsfrage nach der Bedeutung nonverbaler Kommunikation für den Erfolg simultan gedolmetschter Interaktionen.
1. Stand der Forschung: Überblick über existierende Studien zu Dolmetschqualität, Berufsethik sowie den Einfluss neuer Technologien und menschlicher Faktoren auf das Dolmetschsetting.
2. Nonverbale Kommunikation: Definition und Einordnung nonverbaler Signale als wesentliches Element menschlicher Kommunikation, auch in Abgrenzung zum tierischen Verhalten.
3. Verständnisschwierigkeiten: Detaillierte Analyse des Begriffs, seiner Arten, Ursachen sowie der verbalen und nonverbalen Anzeichen, die beim Auftreten von Verstehensproblemen beobachtet werden können.
4. Interaktion und Kommunikation: Untersuchung der Dynamik von Kommunikation und Interaktion, speziell fokussiert auf die besonderen Bedingungen und Teilnehmerrollen im Konferenzdolmetschen.
5. Voraussetzung für gegenseitiges Verständnis: Erörterung der notwendigen Bedingungen für ein erfolgreiches Verständnis in der komplexen Dreiecks-Konstellation zwischen Redner, Publikum und Dolmetscher.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Kernergebnisse und Schlussfolgerung zur Bedeutung ganzheitlicher Kommunikation für den Erfolg von Konferenzen.
Nonverbale Kommunikation, Simultandolmetschen, Konferenzdolmetschen, Verständnisschwierigkeiten, Interaktion, Kommunikationsprozess, Remote Interpreting, Dolmetscherrolle, Selbstwahrnehmung, Sprachbarriere, Qualitätssicherung, Körpersprache, Mimik, Gestik, Dreiecks-Interaktion.
Die Arbeit untersucht den Einfluss nonverbaler Kommunikationssignale auf das gegenseitige Verständnis zwischen Teilnehmern einer Konferenz, wenn ein Dolmetscher in das Geschehen eingeschaltet ist.
Zu den zentralen Themen gehören die Bedeutung nonverbaler Kommunikation, das Phänomen von Verständnisschwierigkeiten, die Interaktionsdynamik beim Simultandolmetschen und die Auswirkungen technischer Settings wie Remote Interpreting.
Das Ziel ist es zu ermitteln, welche Auswirkungen der Wegfall nonverbaler Komponenten menschlicher Kommunikation auf den Dolmetscher, auf das gegenseitige Verständnis und letztlich auf den Erfolg menschlicher Interaktion beim Simultandolmetschen hat.
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte wissenschaftliche Arbeit, die den aktuellen Stand der Forschung (Literaturanalyse) mit kommunikationswissenschaftlichen und translationswissenschaftlichen Theorien verknüpft, um Schlussfolgerungen für die Dolmetschpraxis abzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Kommunikation, die Analyse von Verständnisschwierigkeiten, die spezifische Situation des Konferenzdolmetschens (Rolle des Dolmetschers, Technik) und die Voraussetzungen für gegenseitiges Verständnis in der Dreiecks-Konstellation.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Simultandolmetschen, nonverbale Kommunikation, Verständnisschwierigkeiten, Interaktionsanalyse und Remote Interpreting.
Beim Remote Interpreting verliert der Dolmetscher häufig den direkten Blickkontakt zum Redner und Publikum und ist auf eine von Dritten gesteuerte Kameraführung angewiesen, was die ganzheitliche Wahrnehmung der Interaktion massiv einschränkt.
Die Autorin argumentiert, dass die Röhrenmetapher den Dolmetscher auf eine reine "Übersetzungsmaschine" degradiert, die den menschlichen und aktiven Charakter der Kommunikationsarbeit (die "Dreiecks-Interaktion") vernachlässigt.
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