Examensarbeit, 2005
118 Seiten, Note: 1,7
I. Einleitung
1. Hinführung zum Thema
2. Forschungsstand
II. Geschichte im Fernsehen - Rahmenbedingungen und Entwicklungen
1. Formen und Gattungen - Probleme der Klassifizierung
2. Entwicklung des Geschichtsfernsehens in der BRD
3. Rahmenbedingungen für historische Fernsehsendungen
3.1 Publikumsgerechtigkeit
3.2 Sachgerechtigkeit
3.3 Mediengerechtigkeit
III. Die Serie ‚Hitler - eine Bilanz’
1. Redaktionelle Bedingungen - die Macher
2. Konzeption und Inhalt der Serie
2.1 Konzeption
2.2 Inhalte der Serie
2.2.1 Folge 1: Der Privatmann
2.2.2 Folge 2: Der Verführer
2.2.3 Folge 3: Der Erpresser
2.2.4 Folge 4: Der Diktator
2.2.5 Folge 5. Der Kriegsherr
2.2.6 Folge 6: Der Verbrecher
3. Gestaltungselemente historischer Dokumentationen und ihre Verwendung in der Serie
3.1 Bildmaterial
3.1.1 historisches Filmmaterial
3.1.2 modernes Filmmaterial
3.1.3 Standbilder
3.1.3.1 Fotos
3.1.3.2 Dokumente
3.1.3.3 Texttafeln
3.2 Ton
3.3 Zeitzeugen
3.4 Montage
4. Bewertung der Serie
4.1 Rezeption
4.2 Fazit
IV. ‚Hitler - eine Bilanz’ in der Schule
1. Grundsätzliche Überlegungen zum Filmeinsatz im Geschichtsunterricht
2. Einsatzmöglichkeiten für ‚Hitler - eine Bilanz’ im Schulunterricht
V. Ausblick
Diese Arbeit untersucht die fachdidaktischen und ästhetischen Kriterien, nach denen historische Fernsehdokumentationen – exemplarisch dargestellt an Guido Knopps ZDF-Serie „Hitler - eine Bilanz“ – komplexe zeitgeschichtliche Themen vermitteln, und evaluiert deren Eignung für den Einsatz im Geschichtsunterricht.
1. Hinführung zum Thema
Kein anderes Medium hat in den vergangenen Jahrzehnten Geschichte für ein großes Publikum aufbereitet wie das Fernsehen und damit die historische Vorstellung von Millionen von Menschen geprägt. Geschichte ist im Fernsehen in vielfacher Weise präsent, nicht nur in den historischen Dokumentationen, bei denen die Verbindung am auffälligsten ist, sondern auch in historischen Spielfilmen, Nachrichten oder auch Quiz-Shows. Dennoch soll der Schwerpunkt dieser Arbeit auf der historischen Dokumentation liegen. Diese hat am Ende der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts eine wahre Boomphase durchgemacht, die sogar dazu führte, dass zeitweise ein eigener Spartenkanal für Geschichtsfernsehen gefordert wurde.
Durch die starke Präsenz der Geschichte im Fernsehen kommt es zu einem nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Geschichtsbild in der Bevölkerung. Dies lässt sich beispielhaft wie folgt belegen: Eine 1999 veröffentlichte Studie zeigt, dass die Geschichtsvermittlung im Fernsehen bei Jugendlichen einen höheren Stellenwert einnimmt als die Vermittlung durch das Schulbuch, wobei bei Spielfilmen der Faktor Unterhaltung eher ausgeprägt ist, bei Dokumentationen eher auf den Informationswert gesetzt wird. In jedem Fall werden sowohl Spielfilm als auch Fernseh-Dokumentation von keinem anderen der untersuchten Medien (u. a. Museum, Erzählungen von Erwachsenen, historische Romane) in ihrer Beliebtheit und der ihnen zugeschriebenen Vertrauenswürdigkeit übertroffen, bei der Beliebtheit steht das Schulbuch an letzter Stelle.
Hierzu passt eine Feststellung von Pierre Sorlin: „… Dies ist umso notwendiger, als das Fernsehen selbst ein packender und fesselnder Geschichtslehrer ist. Sein Einfluss hängt mit der Tatsache zusammen, dass man ihm zwanglos folgen kann. Schule ist langweilig, Bücher und Filme verlangen eine Anstrengung, während Fernsehen hauptsächlich Vergnügen zu bereiten scheint, etwas, dem man absichtslos zu sehen und aus der Distanz folgen kann.“
I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Fernsehens als Vermittler von Geschichte ein und stellt die Fragestellung bezüglich der Angemessenheit der Darstellung des „Dritten Reiches“ durch Guido Knopp vor.
II. Geschichte im Fernsehen - Rahmenbedingungen und Entwicklungen: Dieses Kapitel erläutert die terminologischen Probleme bei der Klassifizierung von Geschichtsfilmen und skizziert die Entwicklung des Geschichtsfernsehens in der BRD, wobei die Anforderungen an Sach-, Medien- und Publikumsgerechtigkeit zentral sind.
III. Die Serie ‚Hitler - eine Bilanz’: Hier werden die redaktionellen Hintergründe und das inhaltliche Konzept der sechs Folgen detailliert analysiert, gefolgt von einer Untersuchung der eingesetzten Gestaltungselemente wie Bildsprache, Ton, Zeitzeugeninterviews und Montagetechniken.
4. Bewertung der Serie: Dieses Kapitel fasst die Rezeption durch die Presse zusammen, stellt die unterschiedlichen Perspektiven von Journalisten und Historikern gegenüber und zieht ein kritisches Fazit über die konzeptionellen Stärken und Schwächen.
IV. ‚Hitler - eine Bilanz’ in der Schule: Der Autor erörtert hier grundsätzlich den Filmeinsatz im Unterricht, bewertet die Eignung der einzelnen Folgen für den Schulgebrauch und gibt praktische didaktische Hinweise.
V. Ausblick: Der Ausblick reflektiert die Rolle der Serie als „Zwischenbilanz“ und plädiert für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung, die Historiker und Journalisten stärker vernetzt.
Geschichtsfernsehen, historische Dokumentation, Guido Knopp, Hitler, Nationalsozialismus, Zeitzeugen, Medienkompetenz, Geschichtsdidaktik, Film im Unterricht, Kompilationsfilm, Propagandafilm, historische Authentizität, Fernsehjournalismus, Rezeption, Inszenierung.
Die Arbeit analysiert die fachdidaktische Qualität der ZDF-Fernsehserie „Hitler - eine Bilanz“ von Guido Knopp und untersucht kritisch, wie das Fernsehen komplexe historische Themen des Nationalsozialismus aufbereitet.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der historischen Dokumentation im deutschen Fernsehen, die Rolle von Inszenierung und Gestaltungsmitteln sowie die spezifische Wirkung solcher Sendungen auf das Geschichtsbewusstsein der Zuschauer.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, ob die Serie „Hitler - eine Bilanz“ ihr Thema ästhetisch und didaktisch angemessen vermittelt, insbesondere im Hinblick auf die Eignung als Lehrmittel in der Schule.
Der Autor führt eine detaillierte Inhaltsanalyse der Fernsehserie durch, kombiniert mit einer Auswertung von Rezensionen (Presseanalyse) und didaktischen Überlegungen für den Unterricht, unterstützt durch ein umfangreiches Filmprotokoll.
Im Hauptteil werden sowohl die redaktionellen Hintergründe und das Konzept der Serie als auch eine eingehende Analyse der Gestaltungsmittel (Bild, Ton, Montage, Zeitzeugen) sowie eine kritische Bewertung der Rezeption durch Historiker und Journalisten durchgeführt.
Wichtige Begriffe sind unter anderem historische Dokumentation, Zeitzeugen, Geschichtsdidaktik, Inszenierung, Medienkritik und Nationalsozialismus.
Die Serie wird als einflussreiches Beispiel angesehen, da sie 1995 hohe Einschaltquoten erzielte, neue Maßstäbe für historische TV-Dokumentationen setzte und eine intensive öffentliche Kontroverse über die Art der Geschichtsvermittlung im Fernsehen auslöste.
Der Autor stellt fest, dass Zeitzeugen primär zur Lebendigkeit und Identifikation eingesetzt werden, wobei ihre Wirksamkeit durch starke Kürzungen und die fehlende kritische Kontextualisierung problematisch bleibt.
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