Masterarbeit, 2019
248 Seiten, Note: 1,3
III. Theoretischer Teil der Arbeit
1. Einleitung
2. Grundlagen und Begriffserläuterungen
2.1 Der Flüchtlingsbegriff und einhergehende Nomenklatur
2.2 Menschen mit Migrationshintergrund
2.3 Integration – eine soziologische Betrachtungsweise
2.4 Mehrsprachigkeit
2.4.1 Muttersprache
2.4.2 Erstsprache
2.4.3 Zweitsprache und Fremdsprache
3. Analyse der Gesellschaft – Empirische Befunde
3.1 Erster Befund: Aktuelle Situation in Deutschland
3.2 Zweiter Befund: Soziale Herkunft und Schulische Leistungen
3.3 Dritter Befund: Altersgruppen
3.4 Vierter Befund: Asylsuchende, Aktuelle Zahlen
4. Der Kommunikationsbegriff
5. Sprachhandlungskompetenz
5.1 Bildungsstandards des Faches Deutsch für den Primarbereich
5.2 Kernlehrplan Deutsch im Saarland
6. Grundannahmen und Erklärungsversuche des Spracherwerbs
6.1 Theorien über das Lernen (von Sprache)
6.2 Erstspracherwerb
6.2.1 Theorien zum Erstspracherwerb
6.2.2 Bedingungen beim Erwerb der Erstsprache
6.2.3 Entwicklungsphasen
6.3 Zweitspracherwerb
6.3.1 Theorien zum Zweitspracherwerb
6.3.2 Einflussfaktoren beim Erwerb der Zweitsprache
6.3.3 Die Bedeutung der Erstsprache
7. Überlegungen zum Schriftspracherwerb und Alphabetisierung
7.1 Das Basismodell nach Frith und die Erweiterung durch Günther
8. Besondere Berücksichtigung des Lesens
8.1 Die IGLU Studie 2016
8.2 Lesekompetenz
8.2.1 Lesekompetenzstufen
8.2.2 Lesen – mit Texten und Medien umgehen
8.3 Didaktisches Mehrebenenmodell des Lesens
8.4 Literacy – Erziehung: Die Rolle von Büchern und Medien
10. Deutschförderung der Flüchtlingskinder an Grundschulen
10.1 Gesetz zur Ordnung des Schulwesens im Saarland
11. Außerschulische Sprachförderung: Förderansätze, Prinzipien und Möglichkeiten für DaZ-Lernende
11.1 Förderansätze
11.2 Prinzipien der Förderung
11.3 Möglichkeiten der außerschulischen Sprachförderung
11.3.1 Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen (GER)
11.3.2 Nationale Ebene
11.3.3 Regionale Ebene
11.3.4 Lokale Ebene
IV. Empirischer Teil: Interviews mit Sprachlehrern, Eltern und deren Kindern unter besonderer Berücksichtigung des Lesens (Umgang mit Texten und Medien)
12. Erhebungsmethode: Das problemzentrierte Interview nach Witzel
12.1 Grundpositionen
12.2 Instrumente
12.3 Gestaltung
13. Auswertungsmethode
13.1 Transkriptionsregeln nach Kuckartz
13.2 Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
14. Qualitative Inhaltsanalyse der Interviews
14.1 Teilnehmer
14.2 Eindrücke Hospitation Caritas/Campus Lernstudio
14.3 Durchführung der Analyse bzw. Strukturierung der Ergebnisse
14.3.1 Darstellung & Interpretation der Ergebnisse – Befragte Kinder (BFK)
14.3.2 Darstellung & Interpretation der Ergebnisse – Befragte Eltern (GFE)
14.3.3 Darstellung & Interpretation der Ergebnisse – Befragte Sprachlehrer (BSL)
15. Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Erwerb der deutschen Sprache durch Flüchtlingskinder im außerschulischen Bereich. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse von Interviews mit Sprachlehrern, Eltern und den betroffenen Kindern, um die Organisation, den Ablauf und die Effektivität von Sprachförderangeboten zu evaluieren, wobei die Lesekompetenz und der Umgang mit Medien eine zentrale Rolle spielen.
1. Einleitung
„Flüchtling“. Kaum ein anderer Begriff beschäftigte unsere Gesellschaft in den letzten Jahren mehr. Zumeist und leider oft negativ konnotiert. Eines muss hierbei jedem bewusst bleiben: „Niemand flieht freiwillig“. Verfolgung, Krieg, Gewalt, Menschenrechtsverletzungen, Hunger, Klima, Umwelt oder wirtschaftliche Hintergründe. Es gibt unterschiedliche Ursachen, welchen einen Menschen zur Flucht und dem Schritt, die eigene Heimat hinter sich zu lassen, zwingen. Eine ausschlaggebende Rolle spielt hierbei die Angst vor Neuem, die Angst um das eigene Leben, sowie das Leben und Wohlergehen der Kinder, Familie und Freunde. „Noch nie waren so viele Menschen auf der Flucht wie heute.“ Dies belegt der UNHCR-Bericht, welcher die Entwicklung der Flüchtlingssituation weltweit im ersten Halbjahr 2018 aufzeigt.
Mitte 2018 waren 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht, während sich Ende 2016 die Zahl der Flüchtlinge auf 65,6 Millionen belief - vor 10 Jahren sogar noch auf 37,5 Millionen. Folglich kann man heute durchaus vom „Zeitalter der Flucht“ sprechen. Interessant hierbei ist, dass die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland im Vergleich zu 2016 deutlich abnahm. Die große Flüchtlingswelle der letzten Jahre klingt langsam ab, was uns allerdings noch immer vor die gleichen Herausforderungen stellt: Die Versorgung und langfristige Integration der Menschen, die in unserem Land Schutz suchen. Damit die große Anzahl an Personen mit kulturellen und religiösen Unterschieden adäquat in unsere Gesellschaft integriert werden kann, muss besonders die sprachliche Verständigung funktionieren. Demnach beginnt Integration mit der Sprache und kann nur durch Sprache gelingen.
1. Einleitung: Beleuchtet die aktuelle Flüchtlingssituation und definiert die Notwendigkeit des Spracherwerbs als Schlüssel zur Integration.
2. Grundlagen und Begriffserläuterungen: Definiert zentrale Begriffe wie Flüchtling, Migration und Mehrsprachigkeit, um ein Fundament für die weitere Untersuchung zu schaffen.
3. Analyse der Gesellschaft – Empirische Befunde: Analysiert die aktuelle gesellschaftliche Situation in Deutschland anhand statistischer Daten und gesellschaftlicher Herausforderungen.
4. Der Kommunikationsbegriff: Erläutert die verschiedenen Kommunikationsstufen und deren Bedeutung für das soziale Miteinander.
5. Sprachhandlungskompetenz: Stellt die Anforderungen der Bildungsstandards und Lehrpläne an die Sprachkompetenz von Kindern im Primarbereich dar.
6. Grundannahmen und Erklärungsversuche des Spracherwerbs: Diskutiert verschiedene Theorien zum Erst- und Zweitspracherwerb und analysiert beeinflussende Faktoren.
7. Überlegungen zum Schriftspracherwerb und Alphabetisierung: Betont die Entwicklung des Lesens und Schreibens anhand von Stufenmodellen.
8. Besondere Berücksichtigung des Lesens: Untersucht die Rolle des Lesens, der Leseerfahrungen und des Umgangs mit Medien als zentrale Säulen der literalen Bildung.
10. Deutschförderung der Flüchtlingskinder an Grundschulen: Gibt einen Einblick in die gesetzliche Lage und schulische Fördermaßnahmen im Saarland.
11. Außerschulische Sprachförderung: Förderansätze, Prinzipien und Möglichkeiten für DaZ-Lernende: Konkretisiert Ansätze der außerschulischen Förderung auf regionaler und lokaler Ebene.
12. Erhebungsmethode: Das problemzentrierte Interview nach Witzel: Beschreibt die methodische Vorgehensweise bei der Datenerhebung.
13. Auswertungsmethode: Erklärt die Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring zur Auswertung der Interviews.
14. Qualitative Inhaltsanalyse der Interviews: Präsentiert und interpretiert die Ergebnisse der Befragungen von Kindern, Eltern und Sprachlehrern.
15. Fazit: Fasst die Erkenntnisse zusammen und leitet Empfehlungen zur Verbesserung der Sprachförderung ab.
Spracherwerb, Flüchtlingskinder, Integration, DaZ, Zweitsprache, Erstsprache, Schriftspracherwerb, Lesekompetenz, Sprachförderung, Medienkompetenz, Literacy, Qualitative Inhaltsanalyse, Sprachkontakte, Bildungsstandards, Außerschulisches Lernen.
Die Arbeit untersucht, wie geflüchtete Kinder im außerschulischen Bereich die deutsche Sprache erwerben und welche Rolle dabei das Lesen sowie der Umgang mit Medien spielen.
Die Arbeit umfasst theoretische Grundlagen zum Spracherwerb, die gesellschaftliche Situation, schulische und außerschulische Förderansätze sowie eine empirische Analyse von Interviews mit Betroffenen.
Das Ziel ist es, die Qualität und Effektivität außerschulischer Sprachförderangebote zu untersuchen und konkrete Verbesserungsvorschläge für diese Angebote zu entwickeln.
Es wurde eine qualitative Forschungsstrategie gewählt, basierend auf dem problemzentrierten Interview nach Witzel und der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil, der Erwerbstheorien und Modelle zum Lesen/Schreiben diskutiert, und einen empirischen Teil, in dem Interviews mit Sprachlehrern, Eltern und Kindern ausgewertet werden.
Zentrale Begriffe sind Deutsch als Zweitsprache (DaZ), Schriftspracherwerb, Lesekompetenz, Literacy-Erfahrungen sowie die Rolle der sozialen Integration.
Die Arbeit verdeutlicht, dass eine starke Erstsprache ein Fundament für den Erwerb einer Zweitsprache bietet und eine Verdrängung der Erstsprache dem Selbstwertgefühl und den Lernprozessen schaden kann.
Die Wohnsituation beeinflusst die sozialen Sprachkontakte massiv; Ballungsräume mit hoher kultureller Dichte erschweren teils den Kontakt zur deutschen Sprachumgebung.
Medien wie Fernsehen, Internet und Smartphones werden häufig genutzt; bei dosiertem Einsatz bieten sie großes Potenzial zur Sprachförderung, wobei die Eigenverantwortung der Eltern hierbei essenziell ist.
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