Bachelorarbeit, 2017
37 Seiten, Note: 1,15
1. Einleitung
2. Inhaltliche Überlegungen und Sachanalyse
2.1 Terror – ein inhaltlicher Überblick
2.2 Besonderheiten der ARD-Verfilmung
2.3 Die aktuelle Rechtslage in Deutschland
2.3.1 Das Luftsicherheitsgesetz von 2005
2.3.2 Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts
2.3.3 Die Bedeutung der Menschenwürde
2.3.5 Unschuld trotz Begehen einer Rechtswidrigkeit
2.4 Kritik am Stück Terror
3. Philosophische Positionen im Theaterstück Terror
3.1 Der Utilitarismus nach Jeremy Bentham
3.2 Moralphilosophie nach Immanuel Kant
3.2.1 Das Gewissen als innerer Gerichtshof
3.2.2 Der kategorische Imperativ
3.2.3 Die Selbstzweckformel
3.2.4 Die Würde des Menschen
4. Das didaktische Potential
4.1 Die Urteilsbildung im Unterricht des Faches Philosophie bzw. Werte und Normen
4.2 Die Urteilsbildung in der gymnasialen Oberstufe
4.3 Die Verwendung des Stückes Terror in der Unterrichtseinheit „Grundpositionen ethischen Argumentierens“
4.4 Mögliche Lernziele
5. Unterrichtsskizzen
5.1 Einstieg und Problematisierung
5.2 Erarbeitung und Sicherung
5.3 Anwendung
5.4 Distanzierung und Auswertung
5.5 Vertiefung
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das didaktische Potenzial des Theaterstücks "Terror" von Ferdinand von Schirach für den Philosophie- und Werte-&-Normen-Unterricht der gymnasialen Oberstufe, indem sie die moralische Dilemma-Situation des Piloten Lars Koch analysiert und mit juristischen sowie ethischen Grundpositionen in Beziehung setzt.
3.1 Der Utilitarismus nach Jeremy Bentham
Der englische Philosoph Jeremy Bentham (1748-1832) gilt als Begründer und Hauptvertreter des Utilitarismus und damit der teleologischen Ethik. Das ausschlaggebende Merkmal einer jeden Handlung ist für den Utilitarismus, dass sie Folgen für alle von ihr Betroffenen hat. Ein ethisches Urteil gründet demnach auf der Kenntnis dieser Folgen und gibt an, ob sie denen, von der Handlung betroffen nützt oder schadet. Das Motiv oder die Beweggründe einer Handlung sind für den Utilitarismus nicht relevant. So umfasst die utilitaristische Grundformel vier Teilkriterien: Diejenige Handlung bzw. Handlungsregel ist moralisch richtig, deren Folgen (Konsequenzprinzip) für das Wohlergehen (hedonistisches Prinzip) aller Betroffenen (universalistisches Prinzip) ideal sind (Utilitätsprinzip). Ein konsequenter Handlungs-Utilitarismus verlangt, dass man für jede einzelne Entscheidung die Folgen berücksichtigen muss, um der Einzigartigkeit der Situation gerecht zu werden.
Demgegenüber greift der Regelutilitarismus auf bewährte Regeln zurück, deren Folgen uns aus der Erfahrung bekannt sind. Statt also regelmäßig die Folgen neu zu bedenken, macht der Regelutilitarist in einer Entscheidungssituation von allgemein moralischen Regeln Gebrauch, die sich in vergleichbaren Situationen bewährt haben. Diese Regeln müssen mit dem Prinzip der Nützlichkeit einhergehen. Der klassische Utilitarismus definiert Nutzen als Maximierung von Lust oder Glück. Da diese Begriffe sehr unpräzise und deshalb schwierig zu bestimmen sind, sind für viele Utilitaristen heute die Interessen der von einer Handlung betroffenen Person das Fundament für die moralische Beurteilung.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Trolley-Problem als Gedankenexperiment ein und verknüpft dieses mit dem Theaterstück "Terror", um die Relevanz der moralischen Urteilsbildung bei Jugendlichen zu begründen.
2. Inhaltliche Überlegungen und Sachanalyse: Dieses Kapitel gibt den Handlungsverlauf des Stücks wieder, erläutert die Besonderheiten der Verfilmung und analysiert die Rechtslage in Deutschland bezüglich des Luftsicherheitsgesetzes.
3. Philosophische Positionen im Theaterstück Terror: Hier werden die beiden zentralen ethischen Strömungen, der Utilitarismus nach Bentham und die Moralphilosophie nach Kant, als Grundlage für das moralische Dilemma im Stück gegenübergestellt.
4. Das didaktische Potential: Dieses Kapitel untersucht, inwiefern sich die Auseinandersetzung mit "Terror" zur Förderung der Urteilskompetenz im Philosophie-Unterricht der gymnasialen Oberstufe eignet und welche Lernziele damit verfolgt werden können.
5. Unterrichtsskizzen: Hier wird ein konkreter methodischer Aufbau einer Unterrichtseinheit skizziert, der von der Problemorientierung über die ethische Erarbeitung bis hin zur abschließenden Vertiefung reicht.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Theaterstück ein exzellentes, motivierendes Beispiel für ein moralisches Dilemma darstellt, um Schüler zur intensiven Reflexion ethischer Grundpositionen und der Bedeutung unserer Verfassung anzuregen.
Terror, Ferdinand von Schirach, Utilitarismus, Jeremy Bentham, Immanuel Kant, Moralphilosophie, Menschenwürde, Luftsicherheitsgesetz, moralische Urteilsbildung, Dilemma, Grundgesetz, Rechtswidrigkeit, Schuld, Unterricht, Philosophie.
Die Arbeit analysiert das didaktische Potenzial des Theaterstücks "Terror" von Ferdinand von Schirach, um zu untersuchen, wie es als moralisches Dilemma im Philosophieunterricht zur Förderung der Urteilskompetenz eingesetzt werden kann.
Die zentralen Themenfelder umfassen die rechtliche Lage in Deutschland bezüglich des Luftsicherheitsgesetzes, die ethischen Gegensätze zwischen Utilitarismus und Kantischer Moralphilosophie sowie didaktische Konzepte zur moralischen Urteilsbildung.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie das durch das Theaterstück präsentierte Dilemma Schülern helfen kann, ihre eigene moralische Orientierung zu hinterfragen und die Bedeutung der Grundrechte sowie der Rechtsstaatlichkeit besser zu verstehen.
Die Arbeit nutzt eine wissenschaftlich-didaktische Analyse, bei der eine inhaltliche Sachanalyse des Stücks mit philosophischen Theorien und didaktischen Konzepten der Oberstufenlehre verknüpft wird.
Der Hauptteil behandelt die Handlungszusammenfassung des Stücks, die kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Rechtslage (Luftsicherheitsgesetz, BVerfG-Urteil), die ethischen Positionen (Bentham/Kant) und die didaktische Planung einer Unterrichtseinheit.
Schlüsselbegriffe sind Terror, Utilitarismus, Moralphilosophie, Menschenwürde, moralische Urteilsbildung, Rechtsstaatlichkeit und didaktisches Potenzial.
Aufgrund der hohen Aktualität des Themas und der klaren Gegenüberstellung zweier gegensätzlicher ethischer Positionen wirkt es motivierend auf Schüler und zwingt sie, sich in einer Dilemmasituation zu positionieren.
Das Stück suggeriert eine unrealistische Wahlmöglichkeit zwischen Freispruch und lebenslanger Haft, während die tatsächliche deutsche Rechtswissenschaft deutliche Unterscheidungen zwischen Rechtswidrigkeit und Schuld vorsieht.
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