Bachelorarbeit, 2019
45 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Der Marktmachtbegriff
2.2 Die Fusionskontrolle
2.2.1 Der Fusionsbegriff
2.2.2 Der Fusionskontrollprozess
2.3 Die Wettbewerbsbehörden und Zuständigkeitsbereiche
2.4 Zwischenfazit und weiteres Vorgehen
3 Die Abgrenzung des relevanten Marktes
3.1 Die Notwendigkeit der Marktabgrenzung
3.2 Der sachlich relevante Markt
3.2.1 Das Bedarfsmarktkonzept
3.2.2 Das Konzept der Kreuzpreiselastizitäten
3.2.3 Der SSNIP-Test
3.3 Der räumlich relevante Markt
4 Methoden der Marktmachtbestimmung
4.1 Der Grundgedanke ökonometrischer Analysen
4.2 Die Messung von struktureller indirekter Marktmacht
4.3 Die Messung von tatsächlicher direkter Marktmacht
4.4 Ein alternativer Ansatz der Marktmachtmessung
4.5 Diskussion
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit analysiert kritisch die bestehenden und diskutierten Konzepte zur Bestimmung von Marktmacht im globalen Fusionskontrollprozess, um Methoden zu identifizieren, die eine präzise Wettbewerbsprüfung ermöglichen.
3.2.3 Der SSNIP-Test
Der SSNIP-Test („small but significant and non-transitory increase in price“), auch Hypothetischer Monopolisten-Test genannt, ist eine häufig in der Rechtspraxis verwendete Alternative zum Bedarfsmarktkonzept, und hat auch in die Entscheidungspraxis der EU-Kommission Eingang gefunden. Bei diesem Test wird die Frage gestellt, ob es für einen Monopolisten im Hinblick auf die Profitabilität lohnenswert wäre, die Preise zu erhöhen. Allerdings können die Kunden auch so reagieren, dass sie das Produkt nicht mehr kaufen, oder auf ein ähnliches Produkt ausweichen, welches die gleichen Bedürfnisse befriedigt (Nachfragesubstitution). Auch können Produzenten in benachbarten Märkten die Kunden günstiger bedienen, indem diese die Produktionsanlagen oder Distributionskanäle umstellen (vgl. Friederiszick 2006, S. 3 f.).
Um solche Substitutionsbeziehungen zu bestimmen, werden Kunden von der Kommission im Rahmen der Bedarfsmarkt-Analyse befragt, ob sie bei einer Preiserhöhung zwischen 5 und 10 % auf ein anderes Produkt ausweichen würden (Nachfragesubstituierbarkeit) (vgl. Kommission 1997, S. 3 Rn 17). Ist ein sofortiges Ausweichen auf andere Produkte der Fall, so würde sich eine Preiserhöhung für das jeweilige Unternehmen nicht lohnen, und der Markt wird auf weitere Produkte ausgeweitet (vgl. Örtel 2005, S. 90 f.). Der Markt wird solange erweitert, bis eine Preiserhöhung profitabel wird (vgl. Kommission 1997, S. 3 Rn. 17). Der SSNIP-Test wurde zuerst im US-amerikanischen Kartellrecht angewandt. Allerdings wird hier untersucht, ob ein hypothetischer Monopolist eine (kleine) dauerhafte Preiserhöhung vornehmen würde, um den Gewinn zu maximieren (vgl. Wingerter 2016, S. 41). Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der SSNIP-Test ein zweistufiges Verfahren ist, das im ersten Schritt die Nachfragereaktion auf eine Preiserhöhung analysiert, um dann im zweiten Schritt zu beantworten, ob sich diese Preiserhöhung für den (hypothetischen) Monopolisten lohnt (vgl. Müller 2007, S. 117).
1 Einleitung: Stellt das Forschungsziel vor, die Notwendigkeit der Marktmachtbestimmung bei globalen Fusionen zu untersuchen und bestehende Konzepte kritisch zu vergleichen.
2 Grundlagen: Definiert Marktmacht und Marktbeherrschung und erläutert den rechtlichen und administrativen Ablauf der Fusionskontrolle in Deutschland, Europa und den USA.
3 Die Abgrenzung des relevanten Marktes: Analysiert die theoretischen und praktischen Methoden zur Definition sachlicher und räumlicher Märkte als notwendige Vorstufe der Marktmachtanalyse.
4 Methoden der Marktmachtbestimmung: Vergleicht verschiedene ökonometrische Modelle zur Messung struktureller und direkter Marktmacht sowie alternative, neuere Ansätze.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die zukünftigen Anforderungen an die Wettbewerbsbehörden hinsichtlich verbesserter Analysemethoden.
Fusionskontrolle, Marktmacht, Marktbeherrschung, Marktabgrenzung, Wettbewerbspolitik, SSNIP-Test, Herfindahl-Hirschman-Index, Konzentrationsraten, Lerner Index, ökonomische Analyse, Unternehmenszusammenschluss, Kartellrecht, Preiselastizität, Wettbewerbsbehörden, allokative Ineffizienz
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich verschiedener Methoden zur Bestimmung von Marktmacht im Rahmen internationaler Fusionskontrollverfahren.
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen der Marktmacht, Methoden der Marktabgrenzung sowie sowohl indirekte als auch direkte Indikatoren der Marktmachtmessung ab.
Das Ziel ist es, einen Überblick über das Vorgehen der Wettbewerbsbehörden zu geben, die verschiedenen Konzepte kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob es überlegene Methoden für die Praxis gibt.
Die Arbeit nutzt eine rechts- und wirtschaftswissenschaftliche Literaturanalyse sowie den kritischen Vergleich ökonometrischer Modelle wie HHI, SSNIP-Test und Lerner Index.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Marktabgrenzung und die detaillierte Vorstellung sowie Diskussion verschiedener Messmethoden für Marktmacht.
Die zentralen Begriffe sind Fusionskontrolle, Marktmacht, Marktabgrenzung, Wettbewerbsrecht und verschiedene Indizes zur Konzentrationsmessung.
Die Marktabgrenzung dient als Vorentscheidung; eine zu enge oder zu weite Abgrenzung beeinflusst das Ergebnis der Marktanteilsberechnung und somit die Bewertung einer Fusion maßgeblich.
Die meisten traditionellen Modelle erfordern eine sehr hohe Datenmenge, die in der Praxis oft nur schwer zu beschaffen ist, und bilden zudem nicht immer die Realität ab.
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