Bachelorarbeit, 2019
54 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Forschungsdesign
2.1 Methodik der Kongruenzanalyse
2.2 Das Drei-Säulen-Modell nach Gerschewski (2013)
2.2.1 Legitimation
2.2.2 Kooptation
2.3 Legitimations- und Kooptationsfunktion
2.3.1 Konzeptualisierung Legitimationsfunktion
2.3.2 Konzeptualisierung Kooptationsfunktion
2.4 Datenerhebung und -analyse
2.4.1 Datenerhebung
2.4.2 Datenanalyse
2.5 Fallauswahl
3 Legitimation und Kooptation in Nordkorea
3.1 Legitimation
3.2 Kooptation
4 Empirische Analyse
4.1 Das Nuklearprogramm
4.2 Legitimations- und Kooptationsfunktion des Programms
4.2.1 Legitimationsfunktion
4.2.2 Kooptationsfunktion
5 Fazit
Die Arbeit untersucht, welchen Beitrag das nordkoreanische Nuklearprogramm über die rein sicherheitspolitische Komponente hinaus zur Stabilität des Regimes leistet. Dabei wird analysiert, wie das Regime das Programm nutzt, um durch Legitimationsstrategien bei der Bevölkerung und Kooptationsmechanismen innerhalb der Elite seine Herrschaft zu sichern und zu festigen.
4.2 Legitimations- und Kooptationsfunktion des Programms
Nachdem in Grundzügen dargestellt wurde, wie und warum das Regime sich legitimiert und Eliten kooptiert, wird nun untersucht, welchen Beitrag das Nuklearprogramm hierzu leistet. Dabei wird entsprechend der unter Abschnitt 2.3 entwickelten Erwartungen vorgegangen. Die Untersuchungszeiträume werden in der jeweiligen Funktion chronologisch untersucht.
4.2.1 Legitimationsfunktion
Wie dargelegt, mangelte es beiden Kims zum einen an wirtschaftlicher Performanz, zum anderen an einer dadurch ausgelösten „uncontestedness“ der Juche-Ideologie. Um spezifische Unterstützung in der Bevölkerung zu generieren, muss das Nuklearprogramm Güter für die Bevölkerung bereitstellen. In Frage kommen hier neben sozio-ökonomischem Output auch noch die Befriedigung eines Sicherheitsbedürfnisses in Betracht auf Grund der Rüstungskomponente im Programm. Sozio-ökonomischer Output kann sich dabei aus dem Programm selbst, zum anderen aus seiner Nutzung als „tool“ ergeben. Wie dargelegt, litt Nordkorea unter Kim Jong-il an einem Mangel an Devisen sowie regelmäßigen Versorgungsengpässen. Insbesondere Engpässe bei der Energieversorgung wurden als regimegefährdend eingestuft, da das Selektorat stärker davon betroffen war als von Nahrungsmittelengpässen (Solingen 2007: 132, Byman & Lind 2010: 62).62 Wirtschaftliche Reformen konnten dabei vor dem Hintergrund der Juche-Ideologie als zu riskant angesehen werden, da dies ein Aufgeben des Juche-Ideals von der umfassenden Autonomie bedeutet hätte (Lankov 2015: 109-118, Liegl 2016: 23). Zudem bestand für Kim Jong-il auf Grund eines drohenden US-Militärschlags gegen das nordkoreanische Nuklearprogramm eine zweifache Bedrohung der Regimestabilität.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der nordkoreanischen Regimestabilität unter Berücksichtigung des Nuklearprogramms und der bestehenden Forschungslücke.
2 Forschungsdesign: Vorstellung der methodischen Vorgehensweise mittels Kongruenzanalyse und Einführung des theoretischen Drei-Säulen-Modells nach Gerschewski.
3 Legitimation und Kooptation in Nordkorea: Analyse der strukturellen Grundlagen von Legitimation und Kooptation innerhalb des personalistischen nordkoreanischen Regimes.
4 Empirische Analyse: Untersuchung des Nuklearprogramms als komplexes institutionelles Instrument zur Legitimationsgenerierung und Elitenkooptation.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Implikationen für die Regimestabilität sowie Diskussion künftiger Forschungsperspektiven.
Nordkorea, Nuklearprogramm, Regimestabilität, Drei-Säulen-Modell, Legitimation, Kooptation, Kim Jong-il, Kim Jong-un, Songun-Politik, Juche-Ideologie, Autokratie, Elitenbindung, Sanktionen, Außenpolitik, Sicherheitsfunktion.
Die Arbeit analysiert, welche über die rein militärische Sicherheitsfunktion hinausgehenden Aufgaben das nordkoreanische Nuklearprogramm für das Überleben des Regimes erfüllt.
Die zentralen Felder sind die Stabilisierungsmechanismen autokratischer Herrschaft, unterteilt in die Säulen Legitimation und Kooptation, angewandt auf den spezifischen Fall Nordkorea.
Das primäre Ziel ist es, den Beitrag des Nuklearprogramms zur Regimestabilität durch die Generierung von spezifischer und diffuser Unterstützung sowie die Einbindung strategisch wichtiger Eliten zu erklären.
Es wird eine qualitative Einzelfallstudie mittels Kongruenzanalyse durchgeführt, um theoretische Konzepte (Gerschewskis Drei-Säulen-Modell) mit empirischen Beobachtungen zu vergleichen.
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung des nordkoreanischen Nuklearprogramms, seine institutionelle Verankerung und seine Wirkung auf die Legitimationsstrategien und die Kooptation von Eliten unter Kim Jong-il und Kim Jong-un.
Nordkorea, Nuklearprogramm, Regimestabilität, Legitimation, Kooptation, Autokratie, Machtnachfolge, Elitennetzwerke.
Während unter Kim Jong-il die Kooptation des Militärs und die Überbrückung wirtschaftlicher Engpässe im Vordergrund standen, verbindet Kim Jong-un das Nuklearprogramm stärker mit nationalem Prestige und der allgemeinen Performanz seines Regimes.
Externe Schocks, wie wirtschaftliche Fehlperformanz oder der Tod des Führers, führen zu Legitimationsdefiziten, die das Regime versucht, durch den propagandistischen Einsatz des Nuklearprogramms und Repressionsmaßnahmen zu kompensieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

