Bachelorarbeit, 2020
59 Seiten, Note: 1.3
1 Einleitung
2 Die Geschlechterstruktur der französischen Sprache
3 Die Entstehung der sprachlichen Geschlechterordnung
3.1 Feminine Berufsbezeichnungen im Mittelalter
3.2 Der Einfluss der Académie Française im 17. Jahrhundert
3.3 Les Remarques sur la langue françoise
3.4 Die gesellschaftliche Stellung der Frau im Zeitspiegel
4 Die Kontroverse: Regierung vs. Académie Française
5 Empirische Analyse aktueller Feminisierungstendenzen in Frankreich
5.1 Wörterbücher
5.2 Stellenanzeigen im Internet
5.3 Zeitungen
6 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, ob sich feminine Titel-, Amts- und Berufsbezeichnungen in Frankreich mittlerweile durchgesetzt haben. Vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung der französischen Geschlechterordnung und der Kontroverse zwischen der französischen Regierung und der Académie Française analysiert die Arbeit aktuelle Feminisierungstendenzen in verschiedenen öffentlichen Diskursbereichen.
3.2 Der Einfluss der Académie Française im 17. Jahrhundert
Mit dem Edikt von Nantes 1598 und dem Ende der blutigen Religionskriege entwickelte sich in Frankreich ein ausgeprägtes Gesellschaftsleben. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts bildeten sich vor allem in Paris sogenannte Salons heraus, in welchen sich die adelige Gesellschaft über sprachliche Aktualitäten sowie Literatur austauschte. In vorbereiteten Räumen trafen sich vor allem Mitglieder des höfischen Adels, bürgerliche Personen, Schriftsteller und Wissenschaftler, welche dort tanzten, musizierten, dichteten oder sich gegenseitig vorlasen. Diese Salons wurden vorzugsweise von Frauen geführt und bildeten eine Gegenwelt zu jener des königlichen Hofes. So hatten insbesondere die kultivierten Pariser Salondamen zu Beginn des 17. Jahrhunderts einen erheblichen Einfluss auf die Gestaltung der französischen Sprache. Dennoch befand sich die französische Sprache zu diesem Zeitpunkt noch in der Entwicklung. Weder die Grammatik noch die Verwendung der grammatikalischen Geschlechter waren final festgelegt.
Neben den Salons der Damen formten sich in Paris ebenfalls private Kreise, in denen gebildete Männer über die Sprache, die Literatur sowie das Theater diskutierten. Zu diesen Kreisen gehörte jener des jungen Autors Valentin Conrart, welcher ein reicher Bürger war und dessen Zuhause bald das Zentrum des Cercle Conrart wurde. Der Kreis schloss sich aus zehn Männern zusammen, welche alle einen prestigereichen Beruf ausübten. Die Männer trafen sich ab 1629 mindestens einmal wöchentlich, um über die Fragen der Sprache, des guten Stils sowie des Ausdrucks zu diskutieren. Kardinal Richelieu, Berater sowie Minister des Königs und bekannt für sein Streben nach politischer Macht, erfuhr von diesem Kreis. Richelieu war sofort von der Idee begeistert eine Académie zu gründen, da in den großen italienischen Städten bereits derartige Institutionen existierten. Er schlug den Schriftstellern und Grammatikgelehrten um Conrart im Jahre 1634 vor, diese unter seiner Obhut rechtlich anzuerkennen und zu fördern.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Feminisierung von Bezeichnungen und Darlegung der zentralen Fragestellung sowie der methodischen Vorgehensweise.
2 Die Geschlechterstruktur der französischen Sprache: Analyse des generischen Maskulinums als zentrales Merkmal und die Auswirkungen auf die Sichtbarkeit des weiblichen Geschlechts.
3 Die Entstehung der sprachlichen Geschlechterordnung: Historische Untersuchung der Entwicklung von weiblichen Berufsbezeichnungen im Mittelalter, dem Einfluss der Académie Française und der gesellschaftlichen Stellung der Frau.
4 Die Kontroverse: Regierung vs. Académie Française: Darstellung des Konflikts zwischen politischen Bestrebungen zur geschlechtergerechten Sprache und dem konservativen Widerstand der Sprachinstitution.
5 Empirische Analyse aktueller Feminisierungstendenzen in Frankreich: Empirische Untersuchung der Verwendung femininer Formen in Wörterbüchern, Stellenanzeigen und der Presse.
6 Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf die weitere Entwicklung der Feminisierung im französischen Sprachraum.
Feminisierung, französische Sprache, Berufsbezeichnungen, generisches Maskulinum, Académie Française, feministische Linguistik, Sprachpolitik, Gender, Wörterbücher, Stellenanzeigen, Tagespresse, Gleichstellung, Sprachwandel, Le Monde, Le Figaro.
Die Arbeit untersucht den aktuellen Status und die Durchsetzung femininer Titel-, Amts- und Berufsbezeichnungen im französischen Sprachraum unter Berücksichtigung historischer und gesellschaftlicher Faktoren.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der französischen Geschlechterordnung, die sprachpolitische Rolle der Académie Française sowie die empirische Analyse der Sprachpraxis in Wörterbüchern, Stellenanzeigen und Zeitungen.
Die zentrale Fragestellung lautet, ob sich feminine Titel-, Amts- und Berufsbezeichnungen in Frankreich inzwischen im Sprachgebrauch durchgesetzt haben.
Die Arbeit kombiniert eine historische Herleitung mit einer empirischen Analyse, wobei sie Daten aus Wörterbüchern sowie einen Korpus von 700 Stellenanzeigen und 208 Zeitungsartikeln quantitativ auswertet.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung der aktuellen sprachlichen Geschlechterordnung durch das 17. Jahrhundert, die politische Kontroverse um Richtlinien zur Feminisierung und die tatsächliche Anwendung femininer Formen in verschiedenen Medien und Nachschlagewerken.
Wichtige Begriffe sind Feminisierung, generisches Maskulinum, Académie Française, Gleichstellung und sprachlicher Wandel im Französischen.
Als einflussreiche Sprachinstitution vertritt die Académie Française eine konservative Haltung, die das Maskulinum als "nicht markierte" und somit universelle Form verteidigt und lange Zeit feminine Formen offiziell ablehnte.
Die Analyse zeigt, dass Zeitungen wie Le Monde eine deutlich höhere Akzeptanz und Verwendung femininer Bezeichnungen aufweisen als Stellenanzeigen, wo in prestigereichen Branchen weiterhin stark das generische Maskulinum dominiert.
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