Bachelorarbeit, 2019
90 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Grundlegende Begriffe und Prinzipien
2.1 Beat, Puls und tactus
2.2 Metrum
2.2.1 Metrum als kognitiver Prozess
2.3 Rhythmus
2.3.1 Gruppenbildung
2.3.2 Die Extraktion eines Grundpulses
3. Interaktion von Rhythmus und Metrum
3.1 Metrische Formbarkeit
3.2 Metrische Dissonanz und Mehrdeutigkeit
3.2.1 Polyrhythmus
3.2.2 Metrische Dissonanz
3.3 Lokale metrische Diskrepanzen
4 Betrachtung und Analyse von Beispielen
4.1 Rhythmische Illusionen durch Phasenverschiebungen
4.1.1 ‚Drive my Car’ (The Beatles)
4.1.2 ‚Hang Up Your Hang Ups‘ (Herbie Hancock)
4.1.3 ‚Bring On The Night‘ (The Police)
4.1.4 Sinfonie No. 92 G-Dur 3. Satz (Joseph Haydn)
4.2 Rhythmische Illusionen durch Polyrhythmen
4.2.1 ‚Sightseeing’ - The Yellowjackets
4.2.2 ‚Escher Sketch (A Tale Of Two Rhythms)‘ - Michael Brecker
4.2.3 ‚Echoes’ (Steve Lehman)
4.2.4 ‚Double-Faced‘ (Tigran Hamasyan)
5 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht das Phänomen der "rhythmischen Illusion", bei der Hörer*innen durch musikalische Gestaltung bewusst über das zugrunde liegende Metrum getäuscht werden. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, wie rhythmische Komplexität und metrische Mehrdeutigkeit kompositorisch genutzt werden, um eine Verlagerung des Grundpulses oder ein "falsches" Metrum im Gehör der Rezipierenden zu etablieren.
1. Einleitung
Rhythmus gehört neben Melodie und Harmonie zu den grundlegenden Bestand-teilen von Musik und wäre aus dieser nicht wegzudenken. Dabei spielt Rhythmus auch in anderen Bereichen des menschlichen Lebens eine wichtige Rolle. So finden sich schon im menschlichen Körper einige Rhythmen: unser Herz schlägt rhythmisch, wir atmen rhythmisch ein und aus, unser Gang und nicht zuletzt auch die menschliche Sprache haben einen Rhythmus. Die Synchronisation von Aktionen zu einem regelmäßigen Puls spielt außerdem in vielen Bereichen menschlichen Lebens eine wichtige Rolle: Fischinger und Kopiez nennen hier zum Beispiel „rituelle Handlungen oder […] Tanzen“, „[g]emeinsames Marschieren“ und die rhythmische Synchronisation im Sport. Auch im Tierreich ist die rhythmische Synchronisation von Aktionen keine Seltenheit. So können Schimpansengruppen „durch synchronisiertes Rufen die Reichweite ihrer Vokalisation“ erhöhen und auch bei Fröschen und Grillen können „rhythmische Phasenkopplungen und damit verbundenes synchrones Zirpen oder Quaken“ beobachtet werden.
Nicht zuletzt diese Fähigkeit der Synchronisation erlaubt es Menschen also sich passend zur Musik zu bewegen. Ermöglicht wird die Synchronisation zu einem Puls, einem Groove etc. durch ein inneres metrisches Raster. Mit Hilfe ebenjenes lassen sich musikalische Ereignisse zeitlich einordnen und dementsprechend antizipieren.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Rhythmus als grundlegendes menschliches und musikalisches Phänomen dar und führt das Konzept der rhythmischen Illusion ein.
2. Grundlegende Begriffe und Prinzipien: Dieses Kapitel definiert essenzielle Termini wie Beat, Puls, Metrum und Rhythmus und erläutert deren Zusammenspiel als hierarchisches System.
3. Interaktion von Rhythmus und Metrum: Hier wird analysiert, wie sich Rhythmus und Metrum gegenseitig beeinflussen, wobei Konzepte wie metrische Formbarkeit und Dissonanz zentral sind.
4. Betrachtung und Analyse von Beispielen: In diesem Hauptteil werden konkrete Musikstücke mittels Phasenverschiebung und Polyrhythmik auf ihre metrischen Täuschungsmanöver hin untersucht.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass rhythmische Illusionen auf der gezielten Ausnutzung metrischer Reflexe und Schablonen basieren.
Rhythmus, Metrum, Puls, rhythmische Illusion, metrische Dissonanz, Polyrhythmus, musikalische Wahrnehmung, Phasenverschiebung, metrische Mehrdeutigkeit, Kognition, Takt, Gestaltgesetze, Synkope, musikalischer Groove, metrische Schablone.
Die Arbeit analysiert das Phänomen der "rhythmischen Illusion", bei der musikalische Strukturen die Hörer*innen dazu verleiten, ein falsches oder von der objektiven Notation abweichendes Metrum wahrzunehmen.
Die zentralen Felder sind die Wahrnehmungspsychologie von Rhythmus und Metrum, die Interaktion metrischer Ebenen sowie die praktische Anwendung metrischer Manipulation in verschiedenen Musikgenres.
Das Ziel ist es, kompositorische Techniken zu identifizieren, die zu metrischer Mehrdeutigkeit führen, und zu verstehen, wie das menschliche Gehirn mit widersprüchlichen rhythmischen Informationen umgeht.
Die Arbeit kombiniert theoretische Grundlagen der Musikwissenschaft und Kognitionsforschung mit einer systematischen Analyse von Musikbeispielen aus der Pop-, Jazz- und klassischen Musik.
Im Hauptteil werden Stücke von Künstlern wie The Beatles, Herbie Hancock, The Police und Joseph Haydn analysiert, um zu zeigen, wie Phasenverschiebungen und Polyrhythmen die metrische Wahrnehmung steuern.
Schlüsselwörter wie rhythmische Illusion, metrische Dissonanz, Phasenverschiebung, Polyrhythmik, metrische Schablone und perzeptuelle Synchronisation stehen im Mittelpunkt.
Ohne eine klare Definition dieser zeitlichen Organisationsstrukturen ist eine präzise Analyse musikalischer Mehrdeutigkeiten nicht möglich, da sie unterschiedliche Ebenen der Wahrnehmung und Kognition ansprechen.
Die Vorbildung und Enkulturation bestimmen, auf welche metrischen Schablonen ein Hörer zurückgreift, was die Wahrscheinlichkeit beeinflusst, ob er auf eine rhythmische Illusion hereinfällt oder das "richtige" Metrum rekonstruiert.
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