Bachelorarbeit, 2019
91 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
2 Fordismus: Grenzen – Geschichte –Krise
2.1 Fordistisch-tayloristische Arbeitswelt
2.2 Krise des Fordismus
3 Entgrenzung von Arbeit: Definition – Dimensionierung – Anwendung
3.1 Die begriffliche Dimension
3.2 Sozialdimensionen der Entgrenzung nach Voß
3.3 Die Erosion fordistisch-tayloristischer Normalarbeitsverhältnisse nach Kratzer
3.4 Weiterführende Forschung und interdisziplinäre Anwendung
4 Die Geschichte der alternierenden Teleheimarbeit: Realitätsferner Trend oder Arbeitsform der Zukunft?
4.1 Ein Definitionsversuch
4.2 Entwicklungen der Teleheimarbeit
4.3 Teleheimarbeit heute
5 Auswirkungen der Teleheimarbeit auf die Entgrenzung von Arbeit: Das Forschungsprojekt
5.1 Begründung des methodischen Vorgehens
5.2 Qualitative Datenerhebung durch leitfadenorientierte Interviews
5.3 Das Auswertungsverfahren
6 Entgrenzungsprozesse in der Teleheimarbeit – Ergebnisse und Analysen
6.1 Kurzübersicht des Samples
6.2 Vorstellung und fallimmanenter Vergleich
6.3 Fallübergreifende Analyse und Interpretation
6.4 Teleheimarbeit: Eine neue Rationalisierungsstrategie?
7 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der alternierenden Teleheimarbeit auf die Entgrenzung von Arbeit. Ziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu schaffen, wie die Verlagerung von Arbeitsaufgaben ins häusliche Umfeld die Grenzen zwischen Erwerbsarbeit und Privatleben beeinflusst und welche Rolle dabei individuelle Strategien sowie betriebliche Rahmenbedingungen spielen.
6.4 Teleheimarbeit: Eine neue Rationalisierungsstrategie?
Um noch einmal die These von Kratzer aufzugreifen, dass es sich bei der Entgrenzung von Arbeit um eine Rationalisierungsstrategie seitens des Unternehmens handelt ist diese basierend auf den erhobenen Daten teilweise zustimmen und zu ergänzen. Als Weiterführung der Thesis könnte die Teleheimarbeit als Multiplikator von entgrenzenden Prozessen ebenfalls eine Rationalisierungsstrategie darstellen. Allen voran das Beispiel aus dem Interview mit der Befragten B. Dort wurde der Interviewten vom Unternehmen die Teleheimarbeit angeboten, als Möglichkeit zusätzlich zu der ursprünglich vereinbarten reduzierten Arbeitswoche zusätzliche Arbeit an ihrem freien Tag erledigen zu können. Dies kann insofern als Mittel zur Entgrenzung (Zitat) bestätigt werden, zumal wie bereits angeführt es bei der Befragten während der Arbeit von zuhause aus zu massiven Entgrenzungen in Form von Flexibilisierung und Subjektivierung kam.
Ähnlich formuliert wurde es von der Befragten C, für die Home Office lediglich eine „Ergänzung“ (??) zur eigentlich Arbeit ist. Somit ist auch an dieser Stelle unabhängig von den Entgrenzungsprozessen bei der betrieblichen Arbeit die Teleheimarbeit wieder ein Multiplikator für die Erosion von Grenzen. Zwar ging die Initiative in diesem Fallbeispiel von der Beschäftigten aus, allerdings ist dies ein offenes Geheimnis und somit wäre der Betrieb in der Pflicht Maßnahmen gegen die Verletzung der Arbeitszeitregelungen zu unternehmen. Der Befragte aus dem Industriesektor wies zwar auch eine deutliche Subjektivierung der Arbeit auf, vor allem bei der Strukturierung der Home Office Tätigkeiten, allerdings waren Entgrenzungsdimensionen deutlich weniger ausgeprägt, als bei den übrigen Befragten (vgl. etwa Kratzer 2002: 240f.).
1 Einführung: Einleitung in die Thematik der Entgrenzung von Arbeit und Definition des Forschungsinteresses hinsichtlich der alternierenden Teleheimarbeit.
2 Fordismus: Grenzen – Geschichte –Krise: Beschreibung der historisch gewachsenen fordistisch-tayloristischen Arbeitswelt und deren anschließende Krise durch wirtschaftliche Dynamiken.
3 Entgrenzung von Arbeit: Definition – Dimensionierung – Anwendung: Theoretische Herleitung des Entgrenzungsbegriffs anhand verschiedener soziologischer Modelle und Sozialdimensionen.
4 Die Geschichte der alternierenden Teleheimarbeit: Realitätsferner Trend oder Arbeitsform der Zukunft?: Historische Einordnung und Definitionsversuch der Teleheimarbeit unter Berücksichtigung ihrer Entwicklung und Bedeutung.
5 Auswirkungen der Teleheimarbeit auf die Entgrenzung von Arbeit: Das Forschungsprojekt: Methodische Begründung der qualitativen Vorgehensweise und Darlegung des Forschungsdesigns für die empirische Datenerhebung.
6 Entgrenzungsprozesse in der Teleheimarbeit – Ergebnisse und Analysen: Präsentation und detaillierte fallimmanente sowie fallübergreifende Analyse der erhobenen Interviewdaten.
7 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und Diskussion der Ergebnisse im Kontext aktueller arbeitssoziologischer Entwicklungen.
Entgrenzung, Teleheimarbeit, Home Office, Arbeitssoziologie, Fordismus, Flexibilisierung, Subjektivierung, Arbeitskraftunternehmer, qualitative Forschung, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Vereinbarkeit, Arbeitskultur, Rationalisierung, Selbstmanagement.
Die Forschungsarbeit analysiert, inwiefern die alternierende Teleheimarbeit Prozesse der Entgrenzung von Arbeit beschleunigt oder verstärkt und welche Auswirkungen dies auf die betroffenen Beschäftigten hat.
Zentrale Themen sind die Entgrenzung von Arbeit und Privatleben, die Flexibilisierung und Subjektivierung der Arbeitskraft sowie die Rolle der Teleheimarbeit als Mittel zur Rationalisierung.
Das primäre Ziel besteht darin, eine Brücke zwischen dem theoretischen Konzept der Entgrenzung und dem in der Praxis beobachteten Phänomen der Teleheimarbeit zu schlagen, um die Auswirkungen auf das Subjekt greifbar zu machen.
Es wurde ein qualitativer Ansatz gewählt, bei dem leitfadenorientierte Interviews mit vier alternierenden Teleheimarbeitern durchgeführt und anschließend nach Glaser und Strauss ausgewertet wurden.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Verankerung (Fordismus, Entgrenzungstheorien) und der empirischen Analyse der Interviews, wobei die Auswirkungen auf Person und Arbeitskraft sowie die Rolle der Organisation und des Marktes im Vordergrund stehen.
Wichtige Begriffe sind Entgrenzung, Teleheimarbeit, Subjektivierung, Flexibilisierung sowie die Rolle des Arbeitskraftunternehmers.
Die Studie zeigt, dass Teleheimarbeit oft mit einer höheren zeitlichen Flexibilität und Selbststrukturierung einhergeht, aber auch zu einer Erosion von Grenzen führt, die bis hin zu einer Mehrbelastung für die Beschäftigten reichen kann.
Ein zentrales Ergebnis ist, dass für ein erfolgreiches Home Office ein ausgeprägtes Vertrauensverhältnis zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern essenziell ist, da formelle Kontrollmechanismen oder Monitoring in vielen Fällen als weniger effektiv empfunden werden.
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