Bachelorarbeit, 2015
82 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Klärung der Begriffe
2.1.1 Bilingualismus
2.1.2 Sprachkompetenz
2.1.3 Selbsteinschätzungsskalen
2.2 Forschungsstand und Fragestellung
2.2.1 Das Modell der bilingualen interaktiven Aktivierung (BIA+)
2.2.2 Instrumente zur Selbsteinschätzung bilingualer Sprachkompetenzen
2.2.3 Fragestellungen
3 Methode
3.1 Vorgehen bei der Recherche
3.2 Ein- und Ausschlusskriterien
4 Ergebnisse
4.1 Untersuchungsschwerpunkt kognitive Funktionen
4.2 Zusammenhang von subjektiven und objektiven Sprachtests
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
5.2 Methodische Schwächen und Einschränkungen
5.2.1 Limitationen der ausgewählten Studien
5.2.2 Limitationen der vorliegenden Arbeit
5.3 Ausblick und Implikationen für Forschung und Praxis
5.4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht systematisch den Stellenwert und die Validität von Selbsteinschätzungsinstrumenten in der Bilingualismus-Forschung, insbesondere in Bezug auf ihren Zusammenhang mit objektiven Maßen kognitiver Funktionen und Sprachkompetenzen.
2.2.1 Das Modell der bilingualen interaktiven Aktivierung (BIA+)
In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es einen starken Anstieg experimenteller Forschungsstudien, die sich mit Bilingualismus und besonders mit dem mentalen Lexikon sowie der bilingualen Worterkennung beschäftigten. Dijkstra, und van Heuven (2002) nennen hierfür verschiedene Gründe. Unter der Grundannahme, dass der lexikalische Wortzugriff in verschiedenen Sprachen einem einzigen System unterliegt, blieb die offene Frage, warum die Worterkennung einer Sprache unabhängig vom Wissen der anderen Sprache erlernt werden kann.
1998 stellten Dijkstra und van Heuven das erste Modell zur bilingualen Worterkennung vor, das bilingual interactive activation model (BIA). Dieses ursprüngliche Modell bezog sich ausschließlich auf orthographische Repräsentationen, welches sich bereits einige Jahre später als unzulänglich herausstellte und einer grundlegenden Revision und Erweiterung unterzogen wurde. Weil das neue Modell das alte zu einem großen Teil „einverleibte“, nannten die Autoren dieses neue Modell BIA+. Das alte wie das neue Modell nehmen an, dass das bilinguale Lexikon in alle verfügbaren Sprachen integriert ist und der Zugang zu diesem Lexikon sprachunabhängig ist. Das BIA+ Modell erweitert diese Annahme, die mit dem BIA nur für den orthographischen Bereich galt, auch für phonologische und semantische Repräsentationen. Es unterscheidet zwischen einem eingekapselten Worterkennungssystem (word identification system) und einem Aufgaben- und Entscheidungssystem (task/decision system).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität der Definition von Bilingualismus ein und umreißt die Problematik unterschiedlicher Messverfahren in der aktuellen Forschung.
2 Theorie: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen des Bilingualismus, stellt das BIA+ Modell zur Worterkennung vor und diskutiert gängige Instrumente zur Selbsteinschätzung.
3 Methode: Hier wird das methodische Vorgehen des systematischen Literaturreviews sowie die Kriterien für die Auswahl der untersuchten Primärstudien beschrieben.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Auswertungen der 16 Primärstudien, unterteilt in die Schwerpunkte kognitive Funktionen sowie der Zusammenhang zwischen subjektiven und objektiven Sprachtests.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden hier zusammengefasst, interpretiert und kritisch hinterfragt, wobei auch praktische Implikationen und ein Ausblick gegeben werden.
Bilingualismus, Selbsteinschätzung, Sprachkompetenz, Sprachdominanz, BIA+ Modell, LEAP-Q, LHQ, kognitive Kontrolle, Worterkennung, Literaturreview, Sprachgeschichte, Bilingualitätsforschung, Sprachfähigkeiten, objektive Sprachtests, Sprachinterferenz.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Qualität und der wissenschaftlichen Relevanz von Selbsteinschätzungsinstrumenten zur Erfassung bilingualer Sprachkompetenzen im Vergleich zu objektiven Testverfahren.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Bilingualismus, gängige Fragebögen wie der LEAP-Q, der Zusammenhang zwischen Sprachfähigkeiten und kognitiven Leistungen sowie die Reliabilität von Selbstauskünften.
Ziel ist es zu untersuchen, wie eng selbsteingeschätzte bilinguale Fähigkeiten mit objektiv gemessenen kognitiven Funktionen und Sprachleistungen korrelieren.
Es handelt sich um ein systematisches Literaturreview, bei dem 16 ausgewählte Primärstudien aus dem Zeitraum 2007 bis 2015 analysiert und ausgewertet wurden.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Begriffe und Modelle (BIA+) geklärt, gefolgt von einer detaillierten Ergebnisanalyse, die zwischen kognitiven Funktionsbereichen und der Korrelation von subjektiven mit objektiven Sprachtests unterscheidet.
Typische Schlüsselwörter sind Bilingualismus, Selbsteinschätzung, Sprachdominanz, Sprachkompetenz, LEAP-Q, LHQ sowie kognitive Kontrolle.
Da reine Selbsteinschätzungen bei der präzisen Bestimmung der Sprachausgewogenheit (balanced bilingualism) oder bei sehr feinen Unterschieden in der Sprachbeherrschung an ihre Grenzen stoßen, wird eine Kombination mit objektiven Tests empfohlen.
Studien deuten darauf hin, dass die strukturelle Distanz zwischen zwei Sprachen die Genauigkeit einer Selbsteinschätzung fördern kann, da größere Unterschiede die Differenzierung für den Sprecher erleichtern.
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