Bachelorarbeit, 2019
52 Seiten, Note: 1,5
I. Einleitung
II. Der römische Kult
2.1 Kaiserkult
2.2 Römische Religionspolitik vor dem Aufkommen des Christentums
2.3 Die Wahrnehmung des Christentums vom populus Romanus
III. Die Christenverfolgungen
3.1 Nero als Auslöser und Ursprung der Christenverfolgungen?
3.2 Das Trajanreskript als juristische Grundlage
3.3 Vereinzelte lokale Christenprozesse zwischen 117 und 249
3.4 Das Opferedikt des Decius
3.4.1 Exkurs: Die Befreiung der Juden vom Opferedikt
3.5 Valerians Vorgehen gegen die Christen: Erst Freund dann Feind?
3.6 Die große Verfolgung unter den Kaisern der Tetrarchie
IV. Ausblick: Vom Toleranzedikt zur Staatsreligion
V. Fazit
Diese Arbeit untersucht die römische Religionspolitik und deren Einfluss auf die Christenverfolgungen im Imperium Romanum über einen Zeitraum von rund drei Jahrhunderten. Ziel ist es, die Motive, Rechtfertigungen und Rechtsgrundlagen der Verfolgungen zu analysieren sowie die Frage zu beantworten, ob eine zielgerichtete Systematik der römischen Politik gegenüber dem Christentum existierte.
3.2 Das Trajanreskript als juristische Grundlage
Mit dem Adoptivkaiser Trajan brach für das Imperium Romanum eine Epoche von Glanz und Gloria an und das Reich erlangte seine größte Ausdehnung. Im 2. Jhdt. war die Lage der Christen folgende:
„Das Christentum als solches war zwar grundsätzlich verboten, wurde aber - wie das Judentum - de facto toleriert. Die Behörden griffen nur ein, wenn die öffentliche Ordnung auf dem Spiel stand - dann konnten sie allerdings die Christen die ganze grausame Macht eines Militärstaats spüren lassen.“
Wenn man sich mit den Christenverfolgungen unter Kaiser Trajan (98-117) auseinandersetzen will, muss man den Blick gen Osten richten. Hier in Syrien, Palästina und Kleinasien sind die ersten selbständigen christlichen Gemeinden entstanden, die so ausgeprägt waren, dass sie von der Bevölkerung deutlich als von den Juden unabhängige Religionsgemeinschaft wahrgenommen wurden. Dass die Lage der Christen im Osten nicht einfach war, lässt sich besonders aus den biblischen Quellen entnehmen.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Ausgangslage ein, skizziert die drei Phasen der Christenverfolgungen und legt die methodische Herangehensweise dar.
II. Der römische Kult: Dieses Kapitel beschreibt das religiöse Fundament des Römischen Reiches, insbesondere die Bedeutung des Staatskults und die Unterscheidung zwischen öffentlichem und privatem Kult.
III. Die Christenverfolgungen: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Phasen der Verfolgung unter den Kaisern von Nero bis zur Tetrarchie.
IV. Ausblick: Vom Toleranzedikt zur Staatsreligion: Der Ausblick beleuchtet den Übergang vom Toleranzedikt des Galerius zur Erhebung des Christentums zur Staatsreligion unter Konstantin I. und seinen Nachfolgern.
V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass es keine reichseinheitliche Systematik in den Christenverfolgungen gab, sondern diese meist Reaktionen auf Machtbedrohungen waren.
Römisches Reich, Christenverfolgungen, Religionspolitik, Staatskult, Trajanreskript, Opferedikt, Kaiserkult, Imperium Romanum, Apostasie, Märtyrer, Toleranzedikt, Diocletian, Decius, Valerian, populus Romanus.
Die Bachelorarbeit behandelt das Verhältnis zwischen dem Römischen Reich und der christlichen Minderheit über drei Jahrhunderte, insbesondere die Ursachen und Hintergründe der Christenverfolgungen.
Die zentralen Themen sind der römische Staatskult, die Wahrnehmung des Christentums in der paganen Gesellschaft, die Rolle der kaiserlichen Religionspolitik sowie die juristische Analyse der Verfolgungsedikte.
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob es hinter den Christenverfolgungen eine systematische, vom Staat gewollte Verfolgungspolitik gab oder ob diese eher situativ durch Krisen oder soziale Konflikte ausgelöst wurden.
Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Analyse, indem sie sowohl römische Geschichtsschreiber als auch christliche Märtyrerakten und Apologien vergleichend betrachtet und in den Kontext aktueller und klassischer Forschung stellt.
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch nach Kaisern (Nero, Trajan, Decius, Valerian, Diocletian) und untersucht für jede Epoche die innen- und außenpolitischen Umstände sowie die konkreten rechtlichen Maßnahmen gegen Christen.
Wichtige Begriffe sind Imperium Romanum, Christenverfolgungen, Staatskult, Trajanreskript, Opferedikt, Apostasie und religiöser Pluralismus.
Die Verfolgung unter Nero wird primär als lokales Ereignis bewertet, bei dem der Kaiser die Christen als Sündenböcke für den Brand von Rom nutzte, während spätere Verfolgungen oft stärker an eine religiöse oder staatspolitische Krise gekoppelt waren.
Es markiert den Übergang von informellen Vorgehen zu einem gewissen juristischen Verfahren, bei dem das bloße "Nomen Christianum" als todeswürdiges Vergehen galt, auch wenn eine aktive Verfolgung durch den Staat weiterhin vermieden wurde.
Es war der erste systematische Versuch, durch die Verpflichtung aller Bürger zum Opfer an die römischen Götter die Loyalität zum Staat zu erzwingen, was die Christen in einen direkten Gewissenskonflikt brachte.
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