Masterarbeit, 2010
119 Seiten, Note: 1.7
A. Einleitung
B. Erster Teil: Die Schweizerische Kreditanstalt von ihren Anfängen bis 1882
1. Die Entfaltung des schweizerischen Bankensystems bis 1856
1.1. Von den Anfängen bis zum Wiener Kongress 1815
1.2. Die Zeit vom Wiener Kongress 1815 bis 1848
1.3. Die Bankenstruktur um 1850
2. Alfred Escher und die Gründung der Schweizerischen Kreditanstalt 1856
2.1. Die Person Alfred Escher
2.2. Der Crédit Mobilier als neuer Banktypus
2.3. Gründung und Etablierung
3. Die Förderung des Eisenbahnwesens
3.1. Eine Investition in die Zukunft
3.2. Von der Gotthardbahngesellschaft zur Nordostbahnkrise
4. Förderung von Handel und Industrie
5. Die SKA im Kontext des schweizerischen Bankensystems von 1856-1882
7. Zusammenfassung
C. Zweiter Teil: Die Schweizerische Kreditanstalt von 1883 bis 1914
1. Wandel der schweizerischen Wirtschaftspolitik
2. Verlagerung des Eisenbahngeschäftes nach Südosteuropa und Kleinasien
3. Die Finanzierung von Handel, Industrie und Elektrowirtschaft
4. Die SKA im Kontext des schweizerischen Bankensystems 1883-1914
5. Ausweitung der Geschäftstätigkeit
6. Zusammenfassung
D. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Faktoren, die im 19. Jahrhundert zum Wandel des schweizerischen Bankensystems führten, und analysiert diesen Prozess am Beispiel der Entwicklung und Etablierung der Schweizerischen Kreditanstalt (SKA) im Zeitraum von 1856 bis 1914.
2.2. Der Crédit Mobilier als neuer Banktypus
Die Gründung der ersten Kreditbank war das Werk der Gebrüder Emile und Isaak Pereire. Grundlage bildete die Wirtschaftsphilosophie ihres Vorbilds Henri de Saint-Simon. Der Sozialist war der Auffassung, dass die Gesellschaft aus Industriels besteht, darunter zählte er Unternehmer, Arbeiter, aber auch Gelehrte und Künstler. Durch das Konkurrenzverhältnis könne sich jeder bewähren und somit den Aufstieg schaffen und das im Rahmen einer friedlichen Koexistenz (Wettbewerb). Dabei gab es für ihn keine Klassen mehr – der „Klassenkampf“ sollte in Saint-Simons neuer Gesellschaftsordnung durch Zusammenarbeit ersetzt werden. Saint-Simon erwies den Banken in seiner Theorie eine elementare Funktion: "Les banquiers contribuent donc puissamment à faciliter le travail industriel, par conséquent à accroître les richesses [...]" (Frei übersetzt: Die Bankiers tragen wesentlich zur Erleichterung der industriellen Arbeit bei und erhöhen folglich den allgemeinen Wohlstand). Unter den Anhängern befanden sich neben den Gebrüdern Pereire u.a. Lesseps, der den Suezkanal baute.
Angetrieben durch Saint-Simons Weisheiten schmiedeten Emile und Isaak Pläne um ein Bankensystem zu gründen, das drei Banken umfassen sollte: Eine genossenschaftlich aufgebaute Bank für den Kleinkredit, eine für den städtischen und ländlichen Grundbesitz bestimmte Hypothekarkasse sowie eine Bank für die Großindustrie. Durch die im Jahre 1852 gegründeten Crédit Foncier und Crédit Mobilier wurden eine Hypothekarbank und eine Bank für die Industrie errichtet. Die Crédit Mobilier verstand sich auch als Abwehrreaktion gegen den Einfluss der monopolitischen Hochfinanz vom Bankhaus Rothschild aus Deutschland. Die französische Kreditbank sollte nicht nur die Rolle eines Kreditgebers und Schuldners einnehmen, sondern am Unternehmen, das gefördert wurde, Anteile bekommen. Konkret bedeutet dies, dass die Crédit Mobilier ein industrielles Unternehmen oder Projekt so finanzierte, dass sie Aktien des Unternehmens erwarb und damit die Liquidität des Unternehmens erhöhte. Dabei handelte es sich um langfristige Kredite. Sie behielt die Aktien solange im Wertschriftenportefeuille, bis sie diese zu einem günstigen Zeitpunkt verkaufen konnte. Neben dem Kauf von Aktien beteiligte sich der Crédit Mobilier ebenso an Obligationenemissionen.
1. Die Entfaltung des schweizerischen Bankensystems bis 1856: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über die Ursprünge des Bankwesens in der Schweiz und erläutert, warum sich in der Schweiz erst spät im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ein modernes Bankensystem entwickeln konnte.
2. Alfred Escher und die Gründung der Schweizerischen Kreditanstalt 1856: Der Fokus liegt auf der Person Alfred Escher, seiner politischen Rolle und seiner Initiative, eine Kreditbank nach französischem Vorbild als Antwort auf den industriellen Kapitalbedarf zu gründen.
3. Die Förderung des Eisenbahnwesens: Hier wird die zentrale Rolle der SKA bei der Finanzierung des schweizerischen Eisenbahnnetzes und die daraus resultierende enge Verbindung zu Bahngesellschaften wie der Nordostbahn (NOB) thematisiert.
4. Förderung von Handel und Industrie: Das Kapitel behandelt den Wandel der Finanzierungspraktiken von der Selbstfinanzierung hin zum Kontokorrentkredit und die Beteiligungsstrategien der Bank in verschiedenen Industriezweigen.
5. Die SKA im Kontext des schweizerischen Bankensystems von 1856-1882: Es wird die Vernetzung der SKA im Finanzsektor beleuchtet, einschließlich ihrer Beteiligungen an anderen Bankinstituten und Versicherungen.
7. Zusammenfassung: Dieses Kapitel resümiert die erfolgreiche Selbstfindung der SKA als Universalbank und ihre Rolle für die Unabhängigkeit der Schweiz gegenüber ausländischen Finanzmächten.
1. Wandel der schweizerischen Wirtschaftspolitik: Analysiert den Übergang zu einem liberaleren Wirtschaftssystem nach 1883 und die Entwicklung hin zu einer zentralen Notenbankregelung.
2. Verlagerung des Eisenbahngeschäftes nach Südosteuropa und Kleinasien: Beschreibt die strategische Neuausrichtung der SKA bei der Finanzierung internationaler Eisenbahnprojekte nach der Verstaatlichung der Schweizer Bahnen.
3. Die Finanzierung von Handel, Industrie und Elektrowirtschaft: Untersucht das Engagement der SKA in neuen Technologiefeldern, insbesondere der Elektrowirtschaft, sowie in der Nahrungsmittelbranche.
4. Die SKA im Kontext des schweizerischen Bankensystems 1883-1914: Setzt die Entwicklung der SKA in den Zusammenhang der Konsolidierung des schweizerischen Bankenwesens und der Entstehung von Emissionskartellen.
5. Ausweitung der Geschäftstätigkeit: Dokumentiert die zunehmende Öffnung der Bank für ein breiteres Publikum sowie die Errichtung erster Filialnetze.
6. Zusammenfassung: Fasst das Wirken der SKA nach dem Tod Eschers und ihre internationale Expansion bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges zusammen.
Schweizerische Kreditanstalt, SKA, Credit Suisse, Alfred Escher, Bankensystem, Industrialisierung, Eisenbahnfinanzierung, Crédit Mobilier, Wirtschaftsgeschichte, Universalbank, Kontokorrentkredit, Bankenstruktur, Wertschöpfung, Finanzplatz Schweiz, Goldstandard.
Die Arbeit untersucht den Wandel und die Entwicklung des schweizerischen Bankensystems zwischen 1856 und 1914 am Beispiel der Schweizerischen Kreditanstalt.
Zentrale Themen sind die Gründung der SKA, die Finanzierung der Industrialisierung und des Eisenbahnnetzes, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sowie die Entwicklung der Bankenstruktur in der Schweiz.
Die Arbeit verfolgt das Ziel, zu analysieren und aufzuzeigen, welche Faktoren im 19. Jahrhundert maßgeblich zu einem Wandel des schweizerischen Bankensystems beigetragen haben.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende historische Analyse, die sowohl auf Fachliteratur als auch auf quantitativen Daten wie der Historischen Statistik der Schweiz und SNB-Statistiken basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Zeiträume: Erstens von 1856 bis 1882 (Gründung und Eisenbahnära) und zweitens von 1883 bis 1914 (wirtschaftspolitische Konsolidierung und internationale Expansion).
Schlüsselbegriffe sind SKA, Alfred Escher, Industrialisierung, Eisenbahnfinanzierung, Bankenstruktur und Wertschöpfung.
Der Crédit Mobilier bot das notwendige Modell für eine Bank, die große, kapitalintensive Industrieprojekte – wie den Bahnbau – finanzieren konnte, was in der Schweiz vor 1856 in dieser Form nicht möglich war.
Der Bau war ein Mammutprojekt, das die Bank zur engen Kooperation mit anderen Instituten zwang und ihre Rolle als zentraler Akteur bei der nationalen und internationalen Kapitalbeschaffung festigte.
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