Bachelorarbeit, 2020
58 Seiten, Note: 2,0
1. Hinführung und Forschungsfrage
2. Allgemeine Grundlagen der Arbeit
2.1. Aufgaben und Ziele der Grundschule
2.1.1. Erziehungs- und Bildungsauftrag
2.2. Bedingungen guten Sachunterrichts
2.2.1. Spannungsfeld Lebenswelt und Fachlichkeit
2.2.2. Ziele und Inhalte des Sachunterrichts
2.3. Themen der Grundschule
2.3.1. Begriffsabgrenzung
2.3.2. Das Unterrichtsthema im Sachunterricht
2.3.3. Merkmale von Themen
2.3.4. Epochaltypische Schlüsselprobleme
3. Nachhaltige Entwicklung auf gesellschaftlicher Ebene
3.1. Relevanz des Themas
3.2. Begriffsklärung
3.3. Entstehungsgeschichte von Nachhaltigkeit und Umweltpolitik
3.4. Das Leitbild “sustainable development”
3.4.1. Dimensionen des Leitbildes
3.4.2. Globale Nachhaltigkeitsziele
4. Nachhaltige Entwicklung innerhalb der Bildungsebene
4.1. Definitionen und Begriffsabgrenzungen
4.1.1. Umweltbildung
4.1.2. Globales Lernen
4.1.3. Bildung für nachhaltige Entwicklung
4.1.4. Zusammenhang der drei Konzepte
4.2. Das Bildungskonzept für nachhaltige Entwicklung
4.2.1. Grundbestimmungen
4.2.2. Vermittlung spezifischer Kompetenzen
4.2.3. Inhaltliche Ausrichtung
5. Grundschulspezifische Betrachtung von BNE
5.1. Curriculare Vorgaben
5.2. BNE als Beispiel für perspektiven-integrierenden Sachunterricht
5.3. Geeignete Themen
5.4. Methodisch-didaktische Unterrichtsgestaltung
5.5. Chancen und Bedenken
6. Zusammenfassung und Schlussfolgerung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, welche Themen im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) für den Grundschulunterricht, insbesondere für den Sachunterricht, geeignet sind. Dabei wird analysiert, wie politische Anforderungen an Nachhaltigkeit auf die Bildungsebene und die Grundschuldidaktik übertragen und in schülergerechte Unterrichtsthemen übersetzt werden können.
2.3. Themen der Grundschule
Ausgehend von den Aufgaben der Grundschule und dem Sachunterricht ergeben sich Anforderungen für Themen, die im Unterricht behandelt werden sollen. In diesem Kapitel soll zunächst geklärt werden, was unter Unterrichtsthemen zu verstehen ist, bevor darauf eingegangen wird, welche Bedeutung dies für den Sachunterricht hat. Was Themen zu erfüllen haben und welche Themen im Unterricht behandelt werden sollen ist je nach Fach und Lernziel im Bildungsplan verankert. Ausgehend von diesen Forderungen müssen Lehrpersonen geeignete Themen finden und sinnvoll für die SuS aufarbeiten.
Wolfgang Klafki nahm 1976 erstmals eine fachliche Ausdifferenzierung des Themabegriffs vor, in welcher er die Begriffe „Inhalt“ und „Thema“ voneinander abgrenzte. Dabei verwendet er den Begriff „Inhalt“, beziehungsweise das Synonym „Gegenstand“, für Sachverhalte, die (noch) nicht unter pädagogischen Zielvorstellungen ausgewählt und dahingegen nicht aufbereitet wurden (Klafki, 1976, S. 118f.). Ein „Inhalt“, der jedoch unter pädagogischen Zielvorstellungen als wertvoll und relevant betrachtet wird, nennt er „Thema“ (ebd., S.118f.). Das bedeutet also, dass „Inhalte“ nach ausreichender Überprüfung auf deren pädagogische Relevanz für den Unterricht, zu Unterrichtsthemen werden können, dies aber nicht automatisch von Anfang an sind. Damit entspricht der Begriff „Thema“ nach Klafki dem Sinn des Begriffs „Bildungsinhalt“, weil sich die Ziel- mit der Inhalts-Entscheidungsebene im Terminus verbinden (ebd., S.120f.). Aufbauend auf Klafki plädiert Tänzer (2007a, S. 22f.) dafür, dass zwei unterschiedliche Sichtweisen von „Thema“ unterschieden werden sollen. Das „Thema“ als Bildungsinhalt und das „Thema“ als Unterrichtsthema. Unter ersterem versteht sie den Begriff als Ergebnis eines analytischen Vorgangs, bei welchem es bei einer inhaltlichen Aussage bleibt. Unter zweitem versteht sie den Begriff als Ergebnis synthetischer Vorgänge der Verknüpfung von Ziel- und Inhaltsentscheidungen. Dabei handelt es sich um eine inhaltlich-intentionale bzw. thematische Aussage (Tänzer, 2010, S. 130f.). Die Unterscheidung der verschiedenen Sichtweisen des Begriffs sind sachdienlich und sinnvoll. Die folgende Arbeit setzt sich mit dem „Thema“ als Unterrichtsthema auseinander.
1. Hinführung und Forschungsfrage: Einleitung in die Thematik der Nachhaltigkeit und Begründung der zentralen Forschungsfrage zur Eignung von BNE-Themen für die Grundschule.
2. Allgemeine Grundlagen der Arbeit: Darstellung der Strukturen der Grundschule und des Sachunterrichts sowie theoretische Fundierung des Themenbegriffs und der Auswahlkriterien.
3. Nachhaltige Entwicklung auf gesellschaftlicher Ebene: Analyse der gesellschaftlichen Relevanz, Entstehungsgeschichte und der globalen Zielsetzungen für nachhaltige Entwicklung.
4. Nachhaltige Entwicklung innerhalb der Bildungsebene: Erläuterung der verschiedenen Bildungskonzepte (Umweltbildung, Globales Lernen, BNE) und deren Zusammenhang.
5. Grundschulspezifische Betrachtung von BNE: Anwendung der theoretischen Grundlagen auf die Grundschule, inklusive curricularer Vorgaben, Planungsmodelle und kritischer Reflexion.
6. Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Abschlussbetrachtung der Ergebnisse und Beantwortung der Forschungsfrage unter Einbeziehung didaktischer Handlungsempfehlungen.
Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE, Sachunterricht, Grundschule, Gestaltungskompetenz, Nachhaltigkeit, Leitbild, Perspektivenintegration, Globales Lernen, Umweltbildung, Bildungsplan, Didaktik, Nachhaltigkeitsziele, Agenda 2030, Kompetenzaufbau
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in den Unterricht der Grundschule, insbesondere in den Sachunterricht, integriert werden kann.
Zentrale Felder sind die Nachhaltigkeit auf gesellschaftlicher Ebene, die didaktische Einordnung der BNE sowie die spezifischen Anforderungen und Rahmenbedingungen der Grundschule.
Ziel ist es zu klären, welche Themen im Sinne der BNE für die Grundschule geeignet sind und wie Lehrkräfte diese didaktisch sinnvoll aufarbeiten können.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse von bildungstheoretischen Ansätzen, curricularen Vorgaben und didaktischen Modellen zur BNE.
Der Hauptteil analysiert die Ebenen der Nachhaltigkeit, die Konzepte der Umweltbildung und des Globalen Lernens sowie die grundschulspezifische Umsetzung mittels eines Planungsmodells.
Die zentralen Schlagworte sind Bildung für nachhaltige Entwicklung, Gestaltungskompetenz, Sachunterricht, Mehrperspektivität und didaktische Reduktion.
Der Sachunterricht bietet durch seine Vielperspektivität die besten Voraussetzungen, komplexe, vernetzte Zusammenhänge zwischen Ökologie, Ökonomie und Sozialem für Kinder erfahrbar zu machen.
Die Arbeit argumentiert, dass durch einen kindgerechten, handlungsorientierten Aufbau und eine didaktische Reduktion (Spiralcurriculum) auch komplexe Themen altersgemäß thematisiert werden können.
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