Fachbuch, 2020
52 Seiten
1 Einleitung
2 Therapeutisches Reiten
2.1 Definitorische Annäherung an den Terminus therapeutisches Reiten
2.2 Fachbereiche des therapeutischen Reitens
2.3 Rahmenbedingungen des therapeutischen Reitens
2.4 Effekte und Wirkungsweisen des therapeutischen Reitens
3 Das Trauma
3.1 Definitorische Annäherung an den Terminus Trauma
3.2 Folgen des Traumas
3.3 Bewältigung traumatischer Erlebnisse
4 Geflüchtete Kinder in Deutschland
4.1 Aktuelle Lage geflüchteter Kinder
4.2 Traumatische Erlebnisse bei geflüchteten Kindern
4.3 Beschreibung der Fluchtgeschichte der betreuten Kinder
5 Emotionen
5.1 Emotionen im Sport
5.2 Beobachtungen
5.3 Auswertung der Beobachtungen
5.4 Beobachtete Effekte und Wirkungsweisen
5.5 Auswertung der Beobachtungen
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit und Einsatzmöglichkeiten des therapeutischen Reitens bei geflüchteten, minderjährigen Kindern, die traumatische Erlebnisse erfahren haben. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, inwieweit das Pferd als Medium zur Stabilisierung und Förderung der emotionalen Verfassung dieser Kinder beitragen kann.
2.3.1 Die Rolle des Therapiepferdes
Dem Pferd wird in der tiergestützten Therapie, bzw. in der heilpädagogischen Förderung, die in dieser Arbeit den größten Stellenwert einnimmt, eine wichtige Rolle – wenngleich sogar die wichtigste Rolle – zugeteilt. Besonders im Therapiesetting des therapeutischen Reitens wird ihm eine tragende Funktion zugewiesen. In der heilpädagogischen Förderung übernimmt es die Rolle des „geeigneten Identifikationsobjektes“ (Brandenberger 2016, S. 85) und dient als „lebendiger Interaktionspartner“ (Hediger & Zink 2017, S. 10).
Kinder haben eine „natürliche Zuneigung“ (Brandenberger 2016, S. 84) gegenüber Tieren und sind darauf bedacht, von ihnen wahrgenommen und gemocht zu werden. Sie treten freiwillig zu ihnen in Kontakt, suchen diesen gezielt und wollen ihnen auch physisch nahe sein. Dabei kommunizieren Kinder und Tiere miteinander allein durch Körpersprache und dem Niveau ihrer Beziehung. Da sich auch Tiere untereinander hauptsächlich mittels Körpersprache verständigen, entstehen zwischen Kind und Tier wenig Missverständnisse und Komplikationen. Aufgrund dieser Gegebenheiten können Voraussetzungen für eine angstfreie Beziehungsbasis zwischen Kind und Tier geschaffen werden (vgl. Brandenberger 2016, S. 85).
Nun stellt sich die Frage, warum speziell dem Pferd die besondere Rolle in der heilpädagogischen Therapie zugesprochen wird. „Der Kontakt zum Pferd stellt keine komplizierte, zwischenmenschlich ähnliche Beziehung dar“ (ebd.). Es handelt in kausalen Zusammenhängen, wie es dies auch unter Artgenossen tut. Dies ist besonders für Kinder leicht zu verstehen und zu akzeptieren. Außerdem fungiert das Pferd als „verlässlicher Partner“ (ebd.), der in der Kommunikation keinen Blickkontakt abverlangt. Durch seine Rolle als Reittier besitzt es einen motivierenden, auffordernden Charakter. Ebenso lädt es „durch sein freundliches Wesen, sein weiches Fell und seine Körperwärme dazu ein, es zu berühren, zu streicheln und sich von ihm tragen zu lassen“ (Ettrich & Ettrich 2007, S. 215). Nach diesen Auffassungen ergibt sich zwischen Kind und Pferd ein „unvergleichlicher Bewegungsdialog, welcher viele Möglichkeiten zur Weiterbildung bietet“ (vgl. Förster 2005, S. 46).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Tiergestützten Therapie ein und erläutert die Motivation sowie die Forschungsfrage der Arbeit im Kontext traumatisierter, geflüchteter Kinder.
2 Therapeutisches Reiten: Das Kapitel definiert den Begriff des therapeutischen Reitens, stellt dessen Fachbereiche dar und beschreibt das Setting sowie die Rollen von Pferd und Therapeut.
3 Das Trauma: Hier werden Definitionen und Folgen von Traumata sowie Möglichkeiten der therapeutischen Bewältigung erörtert.
4 Geflüchtete Kinder in Deutschland: Dieses Kapitel thematisiert die prekäre Lebenssituation geflüchteter Kinder und beschreibt die spezifische Fallgeschichte der in der Arbeit begleiteten Kinder.
5 Emotionen: Dieses Kapitel untersucht die Bedeutung von Emotionen im Sport, präsentiert Beobachtungen aus dem Reitsetting und ordnet diese mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse ein.
6 Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und schlägt vor, die Forschung zum Einsatz von Reitinterventionen bei traumatisierten Geflüchteten weiter auszubauen.
Therapeutisches Reiten, Pferd, Trauma, Geflüchtete Kinder, Heilpädagogische Förderung, Emotionen, Selbstwirksamkeit, Reittherapie, Psychische Stabilität, Sport, qualitative Inhaltsanalyse, Stressabbau, Integrationsförderung, Angstbewältigung.
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss das therapeutische Reiten auf die psychische und emotionale Verfassung von geflüchteten minderjährigen Kindern hat, die traumatische Erfahrungen durchgemacht haben.
Die Arbeit verknüpft die Bereiche Reittherapie, Traumapädagogik und die Lebenssituation von Geflüchteten miteinander, um Synergieeffekte für die psychosoziale Entwicklung von Kindern aufzuzeigen.
Ziel ist es zu ergründen, ob und wie der Kontakt zu Pferden und das Reiten bei traumatisierten Kindern aus einem Fluchtkontext positive emotionale Reaktionen und eine psychische Stabilisierung fördern kann.
Die Autorin stützt sich auf eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring, um ihre eigenen Beobachtungen aus durchgeführten Reiteinheiten wissenschaftlich einzuordnen und mit existierender Fachliteratur zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zum Reiten und Trauma sowie in einen praktischen Teil, der das Reitsetting und die individuellen Beobachtungen der Kinder Ismail und Melis analysiert.
Wichtige Begriffe sind Therapeutisches Reiten, Trauma, geflüchtete Kinder, Selbstwirksamkeit, emotionale Stabilität und pferdegestützte Intervention.
Das Pferd fungiert als „Co-Therapeut“ und neutraler Interaktionspartner, der ohne zwischenmenschliche Erwartungshaltung Sicherheit vermittelt und somit den Zugang zu eigenen Gefühlen erleichtert.
Bei den beobachteten Kindern konnten nach den Reiteinheiten Verbesserungen wie eine Steigerung des Selbstwertgefühls, eine beruhigende Wirkung und eine gesteigerte Motivationsbereitschaft festgestellt werden.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Reiten eine wertvolle ergänzende Fördermaßnahme zur psychischen Stärkung darstellt, jedoch keine klassische klinische Traumatherapie ersetzen kann.
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