Magisterarbeit, 1999
193 Seiten, Note: 2
1. SIEGFRIED WAGNER – DER UNBEKANNTE KOMPONIST
2. ZIELSETZUNG DER ARBEIT
2. 1. Die musikalischen Vorbilder, welche den Opern Siegfried Wagners von seinen Zeitgenossen zugeordnet wurden – Über die Gewohnheit, Siegfried Wagner immer von Richard Wagner aus zu begreifen
2. 1. 1. Siegfried Wagner - der Sohn und Wagnerianer?
2. 1. 1. 1. "Schwarzschwanenreich" versus "Lohengrin" – Schwäne und verfolgte Frauen
2. 1. 1. 2. Siegfried und Richard Wagner als Librettisten
2. 1. 2. Siegfried Wagner – der Spät- oder Neoromantiker?
2. 1. 3. Siegfried Wagner - der Komponist von Volksopern?
2. 1. 4. Siegfried Wagner der Komponist von Märchenopern?
2. 2. Die Gattungszuordnung der Opern Siegfried Wagners in unserer Zeit
3. DER BEKANNTE, ABER UNDEFINIERTE BEGRIFF DER "MÄRCHENOPER"
3. 1. Definition des Terminus "Märchenoper" durch Leopold Schmidt
3. 1. 1. Die Dissertation Leopold Schmidts aus heutiger Sicht
3. 1. 2. Könnte Siegfried Wagner – wie Schmidt – von einer mythischen Märchen-definition ausgehen und somit nur einen Teil seiner Werke im Bannkreis der Märchenoper angesiedelt haben?
3. 2. Moderne Forschungsmeinungen zu Begriff und Geschichte der Märchenoper
3. 2. 1. Geschichtliche Aspekte der Märchenoper in der neueren Forschung – Ist die Märchenoper ein Phänomen des ausgehenden 19. Jahrhunderts?
3. 2. 2. Das Märchen in der Oper
3. 2. 3. Die Definition der Märchenoper in der neueren Forschung
3. 3. Rahmen für Eingrenzung des Begriffs "Märchenoper"
4. VERSUCH DER UNTERTEILUNG DES BEGRIFFS "MÄRCHENOPER"
4. 1. Die "reine Märchenoper"
4. 1. 1. Engelbert Humperdinck: "Dornröschen"
4. 1. 1. 1. "Dornröschen" – die Handlung
4. 1. 1. 2. "Dornröschen" und das Märchen
4. 1. 2. Kategorisierungsversuch
4. 2. Die "Kunstmärchenoper"
4. 2. 1. Alexander von Zemlinsky "Der Zwerg"
4. 2. 1. 1. "Der Zwerg" – die Handlung
4. 2. 1. 2. "Der Zwerg" und das Märchen
4. 2. 2. Kategorisierungsversuch
4. 3. Die "Oper nach Märchenmotiven"
4. 3. 1. Franz Schreker "Das Spielwerk"
4. 3. 1. 1. "Das Spielwerk" – die Handlung nach der Fassung letzter Hand
4. 3. 1. 2. "Das Spielwerk" und das Märchen
4. 3. 2. Kategorisierungsversuch
4. 4. Erstellung eines schematischen Überblicks
5. SIEGFRIED WAGNER UND DIE MÄRCHENOPER
5. 1. "Der Bärenhäuter"
5. 1. 1. Hintergründe der Entstehung und der Rezeption
5. 1. 2. Inhalt – von Tränen, Teufel und der Erlöserin ohne Liebestod
5. 1. 3. Interpretationen: Hans Kraft als Sonnenheld oder Hitlerfigur?
5. 1. 3. 1. "Der Bärenhäuter" – eine Charakterstudie?
5. 1. 3. 2. "Der Bärenhäuter" – eine mythische Oper?
5. 1. 3. 3. "Der Bärenhäuter" – eine politische Oper?
5. 1. 4. "Der Bärenhäuter" und das Märchen
5. 1. 5. Einordnung in das Kategorisierungskonzept
5. 2. "Herzog Wildfang"
5. 2. 1. Intrigen und Gerüchte. Zur Vorgeschichte der Münchener Uraufführung
5. 2. 2. Inhalt - zwischen Revolution und "Liebes-, Wett- und Werberennen"
5. 2. 3. "Herzog Wildfang" und das Märchen
5. 3. "Der Kobold"
5. 3. 1. Das "unverständliche" Stück – "Der Kobold" als harte Nuß für das Publikum
5. 3. 2. Inhalt – Erbsünde und Liebesverwirrung
5. 3. 3. "Der Kobold" und das Märchen
5. 3. 3. 1. Kobold Seelchen
5. 3. 3. 2. Spirifankerl, Zwerge und Galgenmännchen
5. 3. 3. 3. Ekhart und der Zauber des Steines
5. 3. 4. Einordnung in das Kategorisierungskonzept
5. 4. "Bruder Lustig"
5. 4. 1. "Bruder Lustig" – eine volkskundliche Oper
5. 4. 2. Inhalt – Parapsychologie und Schelmenstreiche
5. 4. 3. "Bruder Lustig" und das Märchen
5. 4. 3. 1. Die Andreasnacht
5. 4. 3. 2. Heinrich von Kempten
5. 4. 3. 3. Heinrichs Marienvision
5. 4. 4. Einordnung in das Kategorisierungskonzept
5. 5. "Sternengebot"
5. 5. 1. Inhalt – Ein Horoskop führt zu Mord und Liebeswirren.
5. 5. 2. "Sternengebot" und das Märchen
5. 5. 2. 1. Heinz – der auserkorene Herrscher
5. 5. 2. 2. Kurzbold – Hofnarr und Gegenspieler, Zyniker und freundlicher Helfer
5. 6. "Banadietrich"
5. 6. 1. Inhalt – ein dreigestaltiger Teufel, ein sagenhafter König und eine Nixe
5. 6. 2. "Banadietrich" und das Märchen
5. 6. 3. Einordnung in das Kategorisierungskonzept
5. 7. "Schwarzschwanenreich" und das Märchen
5. 8. "Sonnenflammen"
5. 8. 1. Inhalt – der Tanz in den Weltuntergang
5. 8. 2. "Sonnenflammen" und das Märchen
5. 9. "Der Heidenkönig"
5. 9. 1. Inhalt – dekadentes Heidentum
5. 9. 2. "Der Heidenkönig" und das Märchen
5. 9. 3. Einordnung in das Kategorisierungskonzept
5. 10. "Der Friedensengel"
5. 10. 1. Inhalt – die Folgen eines mißglückten Liebestodes
5. 10. 2. "Der Friedensengel" und das Märchen
5. 10. 2. 1. Das Graumännchen
5. 10. 2. 2. Der Friedensengel
5. 11. "An allem ist Hütchen schuld!"
5. 11. 1. Inhalt – Märchenmix und Liebeskummer
5. 11. 2. "An allem ist Hütchen schuld!" und das Märchen
5. 11. 3. Einordnung in das Kategorisierungskonzept
5. 12. "Das Liebesopfer" oder "Wernhart"
5. 12. 1. Inhalt – Kampf um die Seligkeit
5. 12. 2. "Wernhart" und das Märchen
5. 12. 3. Einordnung in das Kategorisierungskonzept
5. 13. "Der Schmied von Marienburg"
5. 13. 1. Inhalt – Meineid und Gewissensnot
5. 13. 2. "Der Schmied von Marienburg" und das Märchen
5. 14. "Rainulf und Adelasia"
5. 14. 1. Inhalt – (k)eine Liebesgeschichte
5. 14. 2. "Rainulf und Adelasia" und das Märchen
5. 15. "Die heilige Linde"
5. 15. 1. Inhalt – Germania contra Italia
5. 15. 2. "Die heilige Linde" und das Märchen
5. 16. "Wahnopfer"
5. 16. 1. Inhalt – Menschenopfer und Gottesgericht in aufgeklärten Zeiten
5. 16. 2. "Wahnopfer" und das Märchen
5. 17. "Walamund"
5. 17. 1. Inhalt – Lebenstragik eines Taugenichts
5. 17. 2. "Walamund" und das Märchen
5. 18. "Das Flüchlein, das jeder mitbekam"
5. 18. 1. Inhalt –Liebeswirren im Märchenland
5. 18. 2. "Das Flüchlein, das jeder mitbekam" und das Märchen
5. 18. 3. Einordnung in das Kategorisierungskonzept
6. ALLES NUR EIN MÄRCHEN? ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das weit verbreitete Pauschalurteil zu überprüfen, das Siegfried Wagners gesamtes Opernschaffen unter dem Begriff "Märchenoper" subsumiert. Es soll untersucht werden, inwieweit diese Gattungsbezeichnung angesichts der Komplexität, der psychologischen Tiefe und der oft nur sporadischen Verwendung märchenhafter Motive in seinen Werken gerechtfertigt ist oder ob alternative Kategorisierungen erforderlich sind.
2. 1. 1. 1. "Schwarzschwanenreich" versus "Lohengrin" – Schwäne und verfolgte Frauen
Bei den zur Gegenüberstellung ausgewählten Werken handelt es sich jeweils um Werke aus den mittleren Schaffensperioden der Komponisten: Bei Vollendung der Opern war Siegfried 45, sein Vater 37 Jahre alt. Die Verwandtschaft der beiden Opern aber zeigt schon ein erster Blick auf die Inhaltsangaben.
Die Situationen der beiden weiblichen Hauptrollen Elsa und Hulda entsprechen sich zu Beginn der Opern völlig. Beide werden von der Gesellschaft angefeindet, beide erwarten sich Hilfe von einem männlichen Retter. Elsa hat diesen Mann bereits im Traum gesehen, und als sie durch die gegen sie angestrengte Intrige in Not kommt, gelingt es ihr, ihn durch ihre als Gebet formulierte Beschwörung herbeizurufen: Du trugest zu ihm meine Klage, Zu mir trat er auf dein Gebot: O Herr, nun meinem Ritter sage, daß er mir helf´ in meiner Not!
Huldas Situation dagegen ist so verzweifelt, daß sie es nicht wagt, auf den sie verehrenden Liebhold, der als Retter gar nicht erst aus fernen Gefilden herbeigerufen werden müßte, zu hoffen. Während Elsa nämlich schuldlos in Not geriet, hat Hulda als stärksten Gegner ihr eigenes Gewissen gegen sich und spricht sich selbst jedes Recht auf Rettung und Liebesglück ab. Doch wie Elsa hat auch sie ihr Traumbild vom Retter dank religiöser Visionen vor dem inneren Auge: Schon einmal sank in meine Qual Der Hoffnung Licht mit sonn´gem Strahl, Als aus düstrem Lebenszwang Zu Gott mein brünstig Flehen drang. Verzweifelnd, an mir selber irr´, Nur Todessehnsucht die einz´ge Lust – Da kam von Oben (sic!) ein Traumbild mir, Zum Troste meiner kranken Brust. Es war, als hört´ ich milde Laute Von eines Jünglings reiner Minne![...] Wer mich schuldlos wähnen kann, Weiss er auch von meiner Schuld, Der befreit mich von dem Bann, Giebt mich wieder in Himmels Huld!
1. SIEGFRIED WAGNER – DER UNBEKANNTE KOMPONIST: Einführung in die Person Siegfried Wagners, sein Schaffen und seine Stellung in der Musikgeschichte der Jahrhundertwende zwischen dem Schatten des Vaters und eigener Produktivität.
2. ZIELSETZUNG DER ARBEIT: Untersuchung, ob die pauschale Einordnung von Siegfried Wagners Opern als "Märchenopern" den Werken gerecht wird und Definition der Forschungsabsicht.
3. DER BEKANNTE, ABER UNDEFINIERTE BEGRIFF DER "MÄRCHENOPER": Analyse der problematischen Definition der Märchenoper in der Forschung und Untersuchung von Leopold Schmidts historischem Definitionsansatz.
4. VERSUCH DER UNTERTEILUNG DES BEGRIFFS "MÄRCHENOPER": Aufstellung eines neuen Kategorisierungskonzepts, unterteilt in "reine Märchenoper", "Kunstmärchenoper" und "Oper nach Märchenmotiven".
5. SIEGFRIED WAGNER UND DIE MÄRCHENOPER: Detaillierte Untersuchung aller Opern Siegfried Wagners auf ihre inhaltlichen Märchen- und Sagenstrukturen hin unter Anwendung des Kategorisierungskonzepts.
6. ALLES NUR EIN MÄRCHEN? ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE: Abschließende Betrachtung, die Siegfried Wagners Werk als komplexes, psychologisch geprägtes Schaffen jenseits einer einseitigen Märchenoper-Schublade einordnet.
Siegfried Wagner, Märchenoper, Richard Wagner, Opernästhetik, Jahrhundertwende, Librettistik, Volkssage, Psychologie, Opernanalyse, Kompositionsgeschichte, Musiktheater, Mythos, Rezeptionsgeschichte, Epigonentum, Kategorisierung
Die Magisterarbeit untersucht das Opernschaffen Siegfried Wagners und hinterfragt die gängige Einordnung seiner Werke als "Märchenopern".
Die Schwerpunkte liegen auf der Gattungsdefinition, der Rezeptionsgeschichte, dem Vergleich zwischen Richard und Siegfried Wagner sowie der detaillierten Analyse von Wagners Libretti.
Das Ziel ist es, durch eine fundierte Untersuchung festzustellen, ob das Gattungsetikett "Märchenoper" für Siegfried Wagners Opern zutreffend ist oder ob seine Werke differenziertere Zuordnungen erfordern.
Die Arbeit nutzt einen motivisch-inhaltlichen Analyseansatz, um die Opern anhand von Quellen und Strukturen in ein neu erarbeitetes Kategorisierungssystem (reine Märchenoper, Kunstmärchenoper, Oper nach Märchenmotiven) einzuordnen.
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Begriffs "Märchenoper", dem Kategorisierungskonzept und der anschließenden chronologischen Analyse der einzelnen Opern Siegfried Wagners.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Siegfried Wagner, Märchenoper, Opernanalyse, Stoffwahl, Rezeptionsgeschichte und Librettistik charakterisieren.
Die Arbeit stellt fest, dass für Siegfried Wagner Sagen oft eine ebenso wichtige Quelle darstellten wie klassische Volksmärchen, weshalb eine Erweiterung des Märchenoper-Begriffs um Sagenmotive für seine Werke diskutiert wird.
Die Arbeit betont, dass Wagners Opern oft psychologisch tiefgründig und bisweilen psychoanalytisch geprägt sind, was sie von den oft schematisch-naiven Strukturen klassischer Märchen entfernt.
Siegfried Wagner wird als Künstler dargestellt, der sich trotz der familiären Hypothek zu einer eigenständigen, oft psychologisierenden und auf Realitätsnähe bedachten Opernform entwickelte, statt Richard Wagners Weltanschauung bloß zu imitieren.
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