Bachelorarbeit, 2015
44 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Rückblick zur Migration in Deutschland
2.1 Arbeitsmigration
2.2 Aussiedlermigration
2.3 Flüchtlingsmigration
3. Der pädagogische Umgang mit Migrations- Anderen
3.1 Institution Schule vor der modernen Migration
3.2 Ausländerpädagogik
3.3 Klassische Interkulturelle Pädagogik
3.4 Antidiskriminierungspädagogik
3.5 Migrationspädagogik
4. Kritikpunkte aus rassismuskritischer Perspektive
4.1 Rassismuskritik
4.2 Kritik an der Ausländerpädagogik
4.3 Kritik an der klassischen Interkulturellen Pädagogik
4.4 Kritik an der Antidiskriminierungspädagogik
5. Schule heute: Perspektivenwechsel oder Zirkularität?
5.1 Seiteneinsteigerklassen
5.2 Umgang mit Herkunftssprache
6. Fazit und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die Entwicklung der Institution Schule im Umgang mit der gesellschaftlichen Realität der Migration in Deutschland seit 1960. Das zentrale Ziel ist es, zu analysieren, ob pädagogische Konzepte wie die Ausländerpädagogik, die interkulturelle Pädagogik oder die Antidiskriminierungspädagogik zu einem echten Perspektivenwechsel geführt haben oder ob weiterhin Strukturen der Ausgrenzung und Defizitorientierung bestehen bleiben.
3.2 Ausländerpädagogik
Die Arbeitsmigration stellte zunächst keinerlei Probleme und Schwierigkeiten für den damaligen deutschen Staat dar. Denn man war der Ansicht, dass die ausländischen Arbeitnehmer nach dem erhofften Rotationsprinzip nur über kurze Zeiträume in Deutschland verbleiben und anschließend wieder in ihre Heimat zurückkehren würden. Zumal kamen die Arbeitnehmer überwiegend ohne Familien nach Deutschland. Somit fiel die Anzahl der schulpflichtigen Kinder der ausländischen Arbeitnehmer nicht ins Gewicht, weshalb sowohl die Sozial-und Bildungspolitik als auch die Erziehungswissenschaften zunächst keinen Handlungsbedarf sahen. (Seitz 2006: 15) Erst durch das Nachholen von Familien und Kindern rückte die Pädagogik allmählich in den Mittelpunkt. Jedoch war die Bildungspolitik auf eine derartige Entwicklung des Schulwesens nicht vorbereitet und wurde teilweise überlaufen. Als pädagogische Reaktion wurde in Folge dessen Anfang der 70er Jahre die Ausländerpädagogik bzw. Assimilationspädagogik eingeführt. (Nohl 2010: 22)
Im Jahre 1964 beschloss die Kultusministerkonferenz die allgemeine Schulpflicht auch für ausländische Kinder. Mit diesem Beschluss sollte sich das Schulwesen auf entscheidende Veränderungen einstellen. Damals wurde in den Schulen das Prinzip der Homogenisierung durchgeführt, um den Unterricht effektiver durchführen zu können. Doch mit der Schulpflicht für ausländische Kinder entstand innerhalb der Schulen eine nicht übersehbare Heterogenität, die das Schulprinzip auf den Kopf stellte. (ebd.: 23)
Das grundlegende Problem für den gemeinsamen Unterricht stellte die Sprache dar. Die ausländischen Kinder mussten in kürzester Zeit die deutsche Sprache erlernen, um am Regelunterricht teilnehmen zu können. Infolgedessen wurde Deutsch als Fremdsprache in den Schulen eingeführt. Doch mit der immer länger andauernden Aufenthaltsdauer der Migranten wurde die Fremdsprachendidaktik nach kurzer Zeit durch die Zweitsprachdidaktik ersetzt, welche sich intensiver und speziell auf die Situation der ausländischen Kinder richtete.(Bogyo-Löffler 2011: 17) Somit wurden jüngere Schüler, bei denen vermutet wurde, dass sie die deutsche Sprache schnell erlernen, in den Regelunterricht und ältere Schüler, im Alter von 7 Jahren, in Vorbereitungsklassen eingeschult, in denen sie die erforderlichen Deutschkenntnisse erwerben sollten. Mit diesem Vorgehen sollte das Prinzip der Homogenisierung in den Schulen größtenteils aufrecht gehalten werden. (Nohl 2010: 24) Doch angesichts der immer weiter steigenden Anzahl
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den Wandel der Weltgesellschaft durch Globalisierung und Migration und stellt die Forschungsfrage, inwiefern die Institution Schule der Heterogenität gerecht wird.
2. Rückblick zur Migration in Deutschland: Dieses Kapitel typisiert die Migration nach Deutschland ab 1949 in drei Wellen (Arbeitsmigration, Aussiedlermigration, Flüchtlingsmigration) und beleuchtet deren soziopolitische Hintergründe.
3. Der pädagogische Umgang mit Migrations- Anderen: Hier werden verschiedene pädagogische Ansätze, von der Ausländerpädagogik über die klassische Interkulturelle Pädagogik und Antidiskriminierungspädagogik bis zur Migrationspädagogik, chronologisch und konzeptionell dargestellt.
4. Kritikpunkte aus rassismuskritischer Perspektive: Das Kapitel bietet eine kritische Reflexion der zuvor genannten pädagogischen Konzepte und deckt rassistische Muster sowie institutionelle Diskriminierungsformen auf.
5. Schule heute: Perspektivenwechsel oder Zirkularität?: Der Fokus liegt auf der aktuellen Schulpraxis, wobei am Beispiel von Seiteneinsteigerklassen und Herkunftssprachen analysiert wird, ob eine Zirkularität im pädagogischen Handeln vorherrscht.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer Neuorientierung im Bildungswesen, da Migration ein andauernder Prozess ist.
Migration, Schule, Ausländerpädagogik, Interkulturelle Pädagogik, Antidiskriminierungspädagogik, Migrationspädagogik, Rassismuskritik, Heterogenität, Assimilation, Segregation, Herkunftssprache, Bildungspolitik, Chancengleichheit, Inklusion, Diskriminierung.
Die Arbeit befasst sich mit der historischen und aktuellen Entwicklung des pädagogischen Umgangs mit Migration in der Institution Schule in Deutschland.
Die Themen umfassen die verschiedenen pädagogischen Strömungen der letzten Jahrzehnte (wie die Ausländer- oder Migrationspädagogik) sowie eine kritische Analyse von Schulstrukturen in einer Migrationsgesellschaft.
Es wird untersucht, ob sich die schulische Haltung gegenüber Schülern mit Migrationserfahrungen durch pädagogische Reformen tatsächlich verbessert hat oder ob weiterhin ausgrenzende Strukturen bestehen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Aufarbeitung theoretischer pädagogischer Konzepte sowie empirischer Studien im Kontext der Migrationsforschung.
Der Hauptteil analysiert chronologisch verschiedene pädagogische Ansätze, kritisiert diese aus einer rassismuskritischen Perspektive und prüft deren Umsetzung anhand aktueller Fallbeispiele wie Seiteneinsteigerklassen.
Kernbegriffe sind Migration, Rassismuskritik, schulische Integration, Heterogenität sowie die pädagogischen Konzepte zur Behandlung von sprachlicher und kultureller Vielfalt.
Die Arbeit kritisiert, dass Kultur in vielen pädagogischen Ansätzen instrumentalisiert wird, um Differenzen zu betonen, anstatt strukturelle Machtverhältnisse und soziale Ungleichheiten zu thematisieren.
Der Begriff beschreibt den Befund, dass trotz neuerer pädagogischer Leitlinien oft in alte, defizitorientierte Muster der „Ausländerpädagogik“ zurückgefallen wird, was zu einer fortwährenden Segregation führt.
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