Examensarbeit, 2005
114 Seiten, Note: gut
Didaktik für das Fach Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
0. Einleitung
1. Allgemeine theoretische Ausführungen zur Textrezeption und Textproduktion im Englischunterricht der Sekundarstufe II
1.1. Zum Ablauf von Textrezeptions- und Textproduktionsprozessen
1.1.1. Textrezeption als Interaktion von aufsteigenden und absteigenden Prozessen
1.1.2. Textproduktion als interaktiver, rekursiver Prozess
1.2. Zur Methodik der Textrezeption und -produktion im Englischunterricht
1.2.1. Allgemeine Methodik der Textrezeption
1.2.2. Förderung der Fähigkeiten zur rezeptiven Sprachverarbeitung durch Strategien
1.2.3. Allgemeine Methodik der Textproduktion
1.2.4. Weiterentwicklung der produktiven Sprachtätigkeiten durch Techniken
1.3. Schlussfolgerungen für das Verständnis von und den Umgang mit Texten im Englischunterricht der Sekundarstufe II
2. Theoretische Diskussion des Einsatzes von Internettexten zur Förderung rezeptiver und produktiver Fähigkeiten im Englischunterricht der Sekundarstufe II
2.1. Internettexte als hypermediale Lernarrangements
2.1.1. Internettexte als nicht-lineare, multimediale, komplexe Lernumgebungen
2.1.2. Aktualität und Authentizität als inhaltliche Kennzeichen von Internettexten
2.2. Nutzung von Internettexten zur Förderung rezeptiver Fähigkeiten und Strategien
2.3. Arbeit mit Internettexten zur Entwicklung produktiver Fähigkeiten und Techniken
2.4. Schlussfolgerungen für den Einsatz von Internettexten innerhalb eines Unterrichtsprojekts zur Förderung rezeptiver und produktiver Fähigkeiten
3. Praxisversuch zur Entwicklung von Fähigkeiten der Textrezeption und Textproduktion im Englischunterricht der Sekundarstufe II mit Hilfe von Internettexten: Das Unterrichtsprojekt „Australia and the process of reconciliation“
3.1. Bedingungen und Projektplanung
3.1.1. Curriculare Einordnung und Bedingungsanalyse
3.1.2. Didaktisch-methodische Entscheidungen und Überlegungen
3.1.2.1. Einführung
3.1.2.2. Erarbeitung
3.1.2.4. Abschluss und Reflexion
3.2. Auswertung des Projektes
4. Kritische Gesamtreflexion und Ausblick
5. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Fähigkeiten zur Textrezeption und Textproduktion von Schülern in der Sekundarstufe II durch die gezielte Verwendung von Internettexten im Englischunterricht weiterentwickelt werden können. Dabei wird ein theoretischer Rahmen zur Methodik dieser Prozesse erarbeitet und in einem Praxisversuch zum Thema „Australia and the process of reconciliation“ angewendet.
1.1.1. Textrezeption als Interaktion von aufsteigenden und absteigenden Prozessen
In allen Sprachen findet beim Lesen und Hören von Texten rezeptive Sprachverarbeitung statt. Erkenntnisse über Lese- und Hörverstehensprozesse beim Fremdsprachenlernen gründen sich aber häufig, z.T. deshalb, weil sich die ablaufenden Prozesse nicht ohne Weiteres von der Muttersprache auf die Fremdsprache übertragen lassen, auf Hypothesen oder sind widersprüchlich (vgl. Schier 1991: 24). So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Vielzahl von Lese- und Hörverstehensmodellen, die sich den zu Grunde liegenden Vorgängen auf der Basis kognitionspsychologischer und psycholinguistischer Erkenntnisse widmet, in zahlreichen Details voneinander unterscheidet. Die Komplexität der bei der rezeptiven Sprachverarbeitung ablaufenden Prozesse macht die Erarbeitung eines einheitlichen, idealen Modells, das dem Anspruch der Vollständigkeit genügt, unmöglich und kann auch nicht Ziel der nachfolgenden Ausführungen sein. Vielmehr werden im Folgenden Prozesse betrachtet, deren Ablauf als weitestgehend gesichert angesehen und auf die im Hinblick auf das Entwickeln von Fähigkeiten durch Strategien Bezug genommen werden kann.
Aus heutiger Sicht besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass Textrezeptionsprozesse, Prozesse des Hypothesenbildens und -überprüfens sind, d.h. „Bedeutungen als inhaltliche Seite von Zeichen nicht mit einer fixen semantischen Identität versehen aus dem Ideenhimmel fallen“, sondern „Ausdrücken durch Sinn-Hypothesen […] in prinzipiell widerrufbarer Weise verliehen werden“ (Frank 1995: 240; zitiert nach Gienow 1999: 37). Die Überführung von scheinbar selbstverständlichem Wissen in solche „Sinn-Hypothesen“ als Voraussetzung dafür, dass Fremdsprachenlerner zu einem tiefen Verständnis von Text und damit auch von fremdsprachlicher Kultur gelangen, also rezeptiv Sprache verarbeiten, erfolgt sowohl beim Hören als auch beim Lesen durch ein komplexes Zusammenspiel von daten- und wissensgeleiteten Prozessen. Für die Verarbeitung von Texten sind letztere, sog. top-down Prozesse, v.a. im Hinblick auf das erhebliche Maß an Vorwissen, mit dessen Hilfe Rezipienten z.B. Erwartungshaltungen aufbauen, von entscheidender Bedeutung (vgl. Vales 2000: 63).
0. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Untersuchung von Textrezeption und Textproduktion im Englischunterricht und stellt die Forschungsfrage nach dem Potenzial von Internettexten.
1. Allgemeine theoretische Ausführungen zur Textrezeption und Textproduktion im Englischunterricht der Sekundarstufe II: Dieses Kapitel erläutert die kognitiven Prozesse des Lesens und Schreibens sowie die methodischen Ansätze, wie diese durch Strategien gefördert werden können.
2. Theoretische Diskussion des Einsatzes von Internettexten zur Förderung rezeptiver und produktiver Fähigkeiten im Englischunterricht der Sekundarstufe II: Hier werden Internettexte als hypermediale Lernumgebungen analysiert und deren spezifische Eigenschaften für den Kompetenzerwerb diskutiert.
3. Praxisversuch zur Entwicklung von Fähigkeiten der Textrezeption und Textproduktion im Englischunterricht der Sekundarstufe II mit Hilfe von Internettexten: Das Unterrichtsprojekt „Australia and the process of reconciliation“: Dieser Abschnitt beschreibt die konkrete Planung, Durchführung und Auswertung eines Unterrichtsprojekts, das die theoretischen Erkenntnisse in die Praxis umsetzt.
4. Kritische Gesamtreflexion und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert das Potenzial sowie die methodischen Herausforderungen beim Einsatz des Internets im Englischunterricht.
Textrezeption, Textproduktion, Englischunterricht, Sekundarstufe II, Internet, Hypertexte, Lesestrategien, Schreibstrategien, Medienkompetenz, Fremdsprachenlernen, Konstruktivismus, Sprachverarbeitung, Unterrichtsprojekt, Reconciliation, Multimedialität.
Die Arbeit untersucht, wie Fähigkeiten zur Textrezeption und Textproduktion im Englischunterricht der gymnasialen Oberstufe durch die Einbindung von Internettexten gezielt entwickelt und vertieft werden können.
Die zentralen Themen umfassen die kognitiven und methodischen Grundlagen der Sprachverarbeitung beim Lesen und Schreiben sowie die spezifische Analyse von Internettexten als hypermediale, authentische Lernmedien.
Das Ziel ist es, ein Modell für den Einsatz von Internettexten im Englischunterricht zu entwickeln und zu prüfen, inwieweit dadurch die kommunikative Kompetenz und die methodische Selbstständigkeit der Lernenden gestärkt werden.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch aktuelle fachdidaktische Literatur und kombiniert diese mit einem eigenen Praxisversuch (Unterrichtsprojekt), der wissenschaftlich begleitet und evaluiert wird.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Textarbeit diskutiert, gefolgt von einer Analyse der Besonderheiten des Internets. Anschließend folgt ein ausführlicher Praxisversuch, in dem Schüler das Thema „Australia and the process of reconciliation“ mithilfe von Internettexten bearbeiten.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Textrezeption, Textproduktion, Internet, Hypertexte, Lesestrategien, Schreibstrategien, Medienkompetenz, Konstruktivismus und Fremdsprachenlernen.
Das Thema dient als authentisches und kulturell komplexes Fallbeispiel, das Schüler zur inhaltlichen Auseinandersetzung motiviert und komplexe Textarbeit im Sinne einer „Reconciliation“ ermöglicht.
Die Arbeit mit Internettexten zeichnet sich durch Nichtlinearität, Multimedialität und eine höhere Eigenverantwortung der Schüler bei der Informationsrecherche und -evaluation aus, im Gegensatz zur linearen Struktur herkömmlicher Lehrbuchtexte.

