Fachbuch, 2020
162 Seiten
1 Einleitung
Theoretischer Teil
2 Was bedeutet Sexualität? - Eine Betrachtung aus drei verschiedenen Perspektiven
2.1 Die Biosexuelle Perspektive
2.2 Die Psychoanalytische Perspektive
2.3 Die Soziologische Perspektive
3 „Behinderte Sexualität“- Einflüsse auf die Sexualität von Menschen mit (Körper-) Behinderung
3.1 Die Entwicklung der Sexualität mit und ohne Behinderung
3.1.1 Kindesalter
3.1.2 Jugendalter
3.2 Einflüsse auf das Sexuelle Erleben bei Menschen mit Behinderung
3.2.1 Sexualentwicklung und Schädigung von Gehirn und Rückenmark
3.2.2 Sexualentwicklung und Schädigung von Muskulatur und Knochengerüst
3.2.3 Sexualentwicklung und chronische Krankheiten sowie Fehlfunktionen von Organen
3.3 Personale und Soziale Einflüsse auf die Sexualität von Menschen mit Behinderung
3.3.1 Sexualität - Ein Menschenrecht?
3.3.2 Gesellschaftliche Wahrnehmung von Sexualität und Behinderung
3.3.3 Die Rolle der Eltern in der Sexualität von Menschen mit Körperbehinderung
3.3.4 Sexualassistenz
3.3.5 Sexualität und Pflege
4 Sexualpädagogik ist nicht gleich Aufklärung
4.1 Definition: Sexualpädagogik in Abgrenzung zur Sexualerziehung und Aufklärung
4.2 Geschichtlicher Exkurs: Sexualpädagogik früher und heute
4.3 Sexualpädagogik und Schule
4.3.1 Curriculare Vorgaben und Ziele
4.3.2 Möglichkeiten und Grenzen schulischer Sexualpädagogik
5 Sexualpädagogik in der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung - Forschungsergebnisse zur aktuellen Situation
5.1 Lehrer*innenbefragung zu aktuellen Problemlagen in der Sexualerziehung an der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung
5.2 Elterneinstellungen zu Sexualität bei Kindern und Jugendlichen mit körperlichen Behinderungen und die Erwartungen an die Sexualerziehung in der Schule
5.3 KiSS- Ein Konzept zur kompetenten, integrierenden Sexualpädagogik von Menschen mit körperlichen Schädigungen an Förderschulen
6 Zwischenfazit
Methodisches Vorgehen
7 Forschungsdesign
8 Forschungsmethodisches Vorgehen
8.1 Stichprobe
8.2 Erhebungsinstrumente
8.3 Durchführung
8.4 Vorgehensweise bei der Auswertung
Empirischer Teil
9 Vorstellung der empirischen Ergebnisse
9.1 Darstellung der Ergebnisse
9.2 Interpretation der Ergebnisse
9.3 Methodendiskussion
10 Diskussion der empirischen Ergebnisse vor dem Hintergrund des vorgestellten Forschungsstandes
11 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen der Sexualerziehung bei Kindern und Jugendlichen mit körperlicher Behinderung, insbesondere aus der Sicht von Eltern und Lehrkräften an Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen theoretischen Anforderungen und der praktischen Umsetzung zu beleuchten sowie Unterstützungsbedarfe und Einflussfaktoren auf eine gelingende sexuelle Bildung zu identifizieren.
3 „Behinderte Sexualität“- Einflüsse auf die Sexualität von Menschen mit (Körper-) Behinderung
Der Begriff der Behinderung beinhaltet verschiedene Ebenen. In der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) wird die Personengruppe der Menschen mit Behinderungen wie folgt definiert: Zu den Menschen mit Behinderungen zählen Menschen, die langfristige körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, welche sie in Wechselwirkung mit verschiedenen Barrieren an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern können. (Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, 2018, 8)
Hier wird der gesellschaftliche Aspekt der Behinderung hervorgehoben. Das bedeutet unter anderem auch, dass ein Mensch nicht behindert geboren wird, sondern durch gesellschaftliche Umstände zum Behinderten gemacht wird (vgl. Hierholzer 2014, 30). Die defizitäre Sichtweise auf Menschen mit Behinderung soll so abgebaut werden, um einen Weg hin zur Inklusion als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu eröffnen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet in der ersten Fassung der „International Classification of Impairments, Disabilities and Handicaps“ (ICIDH) zwischen „Schädigung“, „Leistungsminderung“ und „Behinderung“ (vgl. Bergeest, Boenisch, Daut 2015, 17). Um jedoch die defizitorientierte Begrifflichkeit durch ein positives, sozial aktives Konzept zu ersetzen, wurde 2001 die „International Classification of Functioning, Disability and Health“ (ICF) verabschiedet (vgl. ebd.). Hier werden die Bereiche Körperschädigung, Aktivität und Partizipation hervorgehoben (vgl. ebd.). Eine Körperschädigung betrifft dabei die organische Ebene, während es auf der Ebene der Aktivität um die „erschwerte Auseinandersetzung von Menschen mit körperlicher Behinderung mit den physikalischen, chemischen, biologischen und sozialen Parametern der Welt“ (vgl. Bergeest et al. 2015, 18) geht.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Sexualität als integralen Bestandteil der menschlichen Identität dar und begründet die Relevanz des Themas im Kontext von Inklusion und Behinderung.
2 Was bedeutet Sexualität? - Eine Betrachtung aus drei verschiedenen Perspektiven: Dieses Kapitel definiert Sexualität anhand von biologischen, psychoanalytischen und soziologischen Ansätzen als komplexes, lebenslanges Konstrukt.
3 „Behinderte Sexualität“- Einflüsse auf die Sexualität von Menschen mit (Körper-) Behinderung: Hier werden Definitionen von Behinderung sowie die spezifischen körperlichen und sozialen Faktoren untersucht, die die sexuelle Entwicklung von Menschen mit Körperbehinderung beeinflussen.
4 Sexualpädagogik ist nicht gleich Aufklärung: Das Kapitel grenzt die Begriffe Sexualpädagogik, Sexualerziehung und Aufklärung voneinander ab und erörtert den Bildungsauftrag der Schule.
5 Sexualpädagogik in der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung - Forschungsergebnisse zur aktuellen Situation: Es wird die schulische Situation an Förderschulen analysiert und das KiSS-Konzept zur integrativen Sexualpädagogik vorgestellt.
6 Zwischenfazit: Das Kapitel fasst die bisherigen Erkenntnisse zusammen und leitet zur Forschungsfrage der empirischen Arbeit über.
7 Forschungsdesign: Darstellung des qualitativen methodischen Ansatzes zur Untersuchung der Einstellungen von Eltern und Lehrkräften.
8 Forschungsmethodisches Vorgehen: Beschreibung der Stichprobenauswahl, der Instrumente wie Leitfadeninterviews und der Auswertungsmethodik mittels qualitativer Inhaltsanalyse.
9 Vorstellung der empirischen Ergebnisse: Präsentation und Interpretation der gesammelten Daten aus den Experteninterviews mit Lehrkräften und Eltern.
10 Diskussion der empirischen Ergebnisse vor dem Hintergrund des vorgestellten Forschungsstandes: Einordnung der Ergebnisse in den bestehenden wissenschaftlichen Diskurs und Vergleich mit früheren Studien.
11 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Kernergebnisse und Schlussfolgerungen für die sexualpädagogische Praxis sowie zukünftige Forschungsbedarfe.
Sexualerziehung, Körperbehinderung, Förderschule, Inklusion, sexuelle Identität, Elternarbeit, Sexualpädagogik, Lebensenergie, Pubertät, Sexualassistenz, sexuelle Selbstbestimmung, Empowerment, Behinderung, Erziehung, Kindesentwicklung.
Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen und Rahmenbedingungen der Sexualerziehung von Kindern und Jugendlichen mit einer körperlichen Behinderung im schulischen und familiären Kontext.
Zentrale Themen sind die sexuelle Entwicklung trotz körperlicher Beeinträchtigung, die Rolle der Eltern, die Bedeutung schulischer Sexualpädagogik und die besonderen Anforderungen an Lehrkräfte an Förderschulen.
Das Ziel ist es, herauszufinden, wo Lehrkräfte und Eltern besondere Herausforderungen bei der Sexualerziehung sehen und wie die Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Gruppen gestaltet werden kann.
Es wird ein qualitatives Forschungsdesign genutzt, basierend auf leitfadengestützten Interviews mit Lehrkräften und Eltern, die anschließend mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Definition von Sexualität und Behinderung sowie einen empirischen Teil, der die Ergebnisse der geführten Interviews vorstellt und diskutiert.
Wichtige Begriffe sind Sexualerziehung, Körperbehinderung, Förderschule, sexuelle Identität, sexuelle Selbstbestimmung und Elternarbeit.
Die befragten Eltern betonen oft die Offenheit, stehen jedoch vor Herausforderungen wie dem Umgang mit geistiger Reifeentwicklung, Ängsten vor sexuellem Missbrauch oder der Vermittlung von Verhütung bei genetischen Vorerkrankungen.
Lehrkräfte nennen oft fehlende eigene Ausbildung, Unsicherheit im Umgang mit der Sexualität behinderter Kinder, mangelnde Zeitressourcen und die schwierige Abgrenzung zwischen pflegerischer Tätigkeit und pädagogischer Sexualerziehung.
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