Examensarbeit, 2016
52 Seiten, Note: 1,1
Vorwort
0 Einleitung
1 Vom Zirkus zur Zirkuspädagogik
1.1 Zirkus
1.1.1 Das Wesen des Zirkus
1.1.2 Die Zirkusgeschichte und Kinderzirkusbewegung
1.2 Zirkuspädagogik
1.2.1 Zirkuspädagogik – ein Definitionsansatz
1.2.2 Zirkuskünste im Kinder und Jugendzirkus
1.2.3 Formen der Zirkuspädagogik
1.3 Die Ausrichtung von Zirkusarbeit
1.3.1 Pädagogische Aspekte
1.3.2 Präventive und therapeutische Aspekte
1.4 Zusammenfassung
2 Persönlichkeitsentwicklung im Kindes- und Jugendalter
2.1 Entwicklungsmodelle der Psychomotorik
2.1.1 Motologisches Modell der Adaption nach Ernst Johnny Kiphard
2.1.2 Ableitung persönlichkeitsbildender Wirkungsbereiche
2.2 Wirkungsbereiche der Persönlichkeitsentwicklung im Kindes- und Jugendalter
2.2.1 Motorischer Lernbereich
2.2.2 Kognitiver Lernbereich
2.2.3 Emotionaler Lernbereich
2.2.4 Sozialer Lernbereich
2.3 Zusammenfassung
3 Chancen der zirzensischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, exemplarisch vertieft am Beispiel der sozial-emotionalen Entwicklung
3.1 Zirkuspädagogisches Konzept nach Steve Ward
3.2 Pädagogische und therapeutische Wirkungsweisen ausgewählter zirzensischer Künste
3.2.1 Akrobatik
3.2.2 Jonglage
3.2.3 Äquilibristik
3.2.4 Clownerie
3.2.5 Aufführung
3.3 Ein Beispiel angewandter Zirkusarbeit: Der heilpädagogische Kinder und Jugendzirkus Don Giovanni
3.4 Zusammenfassung
4 Fazit
Diese Arbeit untersucht den pädagogischen und therapeutischen Wert zirzensischer Aktivitäten für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der sozial-emotionalen Entwicklung. Ziel ist es, durch die Analyse psychomotorischer Modelle und konkreter Konzepte zu belegen, wie Zirkusarbeit als valides Medium zur ganzheitlichen Förderung eingesetzt werden kann.
3.2.1 Akrobatik
Gemäß der in Tab. 2 dargestellten Übersicht zirzensischer Künste lässt sich die Akrobatik in zahlreiche Sprung-, Spezial-, Luft- und Bodenkünste differenzieren. Nach Gaal berührt die Akrobatik Faktoren wie die Beweglichkeit, Körpergefühl, Körperspannung, Kraft, Geschicklichkeit, sowie Vertrauen in sich selbst und in andere Personen (Gaal 1999: 111f.). Innerhalb akrobatischer Übungen machen die Akteure vielfältige Bewegungserfahrungen, die auf dem Gleichgewichtsprinzip basieren: Auf Händen und Füßen, im Stehen und Liegen, sitzend oder kopfüber, stets wird das Gleichgewicht des eigenen Körpers und dem des Partners herausgefordert (vgl. Blume 1994, 14).
In ihrem Zirkusprojekt für Kinder mit Auffälligkeiten innerhalb der sozial-emotionalen Entwicklung betont Behrens die Kommunikation als einen darüber hinaus elementareren Bereich für die Teilnehmenden. Zu Beginn akrobatischer Übungen stehen die Entwicklung von gegenseitigem Vertrauen sowie der Abbau von Berührungsängsten im Vordergrund der Arbeit (vgl. Behrens 2003: 158). Diesbezügliche Themen können Körperkontakt, Vertrauen, Gleichgewicht und Körperspannung sein (vgl. ebd.). Kiphard macht wiederum auf den heilpädagogischen Aspekt aufmerksam, den die akrobatischen Disziplinen aufweisen:
„Akrobatik fördert die äußere und innere Aufrichtung, psychische Stabilisierung und Selbstfindung. In Partner- und Gruppensituationen (z.B. beim Pyramidenbau) werden […] das visuelle, taktile und kinästhetische Wahrnehmen, sowie die soziale Sensibilität und Anpassung geübt“ (Kiphard 1997: 17).
0 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Zirkuspädagogik ein und formuliert das Ziel, den pädagogischen Wert des Mediums Zirkus für die Persönlichkeitsentwicklung zu ergründen.
1 Vom Zirkus zur Zirkuspädagogik: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Zirkus nach und definiert die Zirkuspädagogik als pädagogisches Handlungsfeld mit Fokus auf ganzheitlicher Förderung.
2 Persönlichkeitsentwicklung im Kindes- und Jugendalter: Hier werden psychomotorische Entwicklungsmodelle vorgestellt und zentrale Lernbereiche abgeleitet, die für eine persönlichkeitsfördernde Zirkusarbeit grundlegend sind.
3 Chancen der zirzensischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, exemplarisch vertieft am Beispiel der sozial-emotionalen Entwicklung: Das Kapitel verknüpft das Konzept von Steve Ward mit spezifischen Disziplinen wie Akrobatik oder Jonglage und illustriert den therapeutischen Einsatz anhand eines heilpädagogischen Fallbeispiels.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass die Nachhaltigkeit der Zirkusarbeit stark von der pädagogischen Ausrichtung und dem individuellen Empowerment der Teilnehmenden abhängt.
Zirkuspädagogik, Persönlichkeitsentwicklung, Psychomotorik, Sozial-emotionale Entwicklung, Heilpädagogik, Jonglage, Akrobatik, Äquilibristik, Clownerie, Empowerment, Selbstwirksamkeit, Resilienz, Bewegungserziehung, Ganzheitliches Lernen, Zirkusprojekt.
Die Arbeit untersucht, wie zirkuspädagogische Aktivitäten einen pädagogischen oder therapeutischen Wert für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen haben können.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Zirkuspädagogik, psychomotorische Theorien, die Wirkungsweise verschiedener Zirkusdisziplinen und deren Einsatz bei Kindern mit sozial-emotionalen Auffälligkeiten.
Ziel ist es zu zeigen, inwiefern das Erlernen zirzensischer Disziplinen eine ganzheitliche Förderung motorischer, kognitiver, emotionaler und sozialer Kompetenzen ermöglicht.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die Darstellung bewährter pädagogischer Konzepte (u.a. von E.J. Kiphard und Steve Ward) sowie eine exemplarische Fallstudie.
Der Hauptteil analysiert die Potenziale von Akrobatik, Jonglage, Äquilibristik und Clownerie sowie die Bedeutung von Aufführungen und Projekten für die Identitätsbildung.
Zentrale Begriffe sind neben Zirkuspädagogik auch Psychomotorik, Selbstwirksamkeit, Empowerment und die heilpädagogische Förderung.
Es dient als praktischer Beleg für die Wirksamkeit zirkuspädagogischer Arbeit bei Kindern mit aggressivem oder delinquenten Verhalten.
Die Arbeit verdeutlicht, dass nicht die perfekte artistische Leistung, sondern der Entwicklungsweg während des Trainings und das soziale Erleben entscheidend für das Selbstbild der Kinder sind.
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