Examensarbeit, 2005
84 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Grundlegende Anmerkungen
3. Anmerkungen zum Begriff “Kindheit“
3.1 Lebensalter und Kindheit im Mittelalter - Definitionen
3.2 Einstellung gegenüber dem Kind
4. Das Spiel als gesellschaftlicher Allgemeinplatz
4.1 Eine kurze Definition des Spiels
4.2 Der Begriff des Spiels
4.3 Das Wesen des Spiels: Spiel und Ernst
4.4 Erwachsene und Kinder
4.5 Einstellung zum Spiel
5. Funktion des Spiels
5.1 Spiel und Spielzeug als Erziehungsmittel
5.2 Neuere Denk- und Betrachtungsweisen – Gender Aspects?
5.3 Zeitvertreib in einer Zeit, in der die Zeit nicht bekannt war
6. Quellenlage
6.1 Archäologische Funde
6.2 Bildliche Darstellungen
6.2.1 Zeitlicher Rahmen
6.3 Bildquellen
6.4 Schriftliche Quellen
6.4.1 Schwierigkeiten bei der Auswertung von schriftlichen Quellen
6.5 Abschließende Betrachtung der Quellen
7. Das breite Spektrum mittelalterlichen Spielzeugs
8. Exemplarischer Abriss über mittelalterliches Spielzeug
8.1 Klappern und Rasseln
8.2 Steckenpferd
8.2.1 Windrädchen
8.3 Kreisel
8.4 Puppe
8.4.1 Gewerbsmäßige Herstellung von Holzpuppen
8.4.2 Gewerbsmäßige Herstellung von Puppen aus Ton
8.4.3 Ein Geschenk zur Taufe?
8.4.4 Puppengeschirr und anderes Zubehör
8.5 Reiterfiguren
8.6 Abschließende Überlegungen
9. Mittelalterlicher Spielzeugmarkt
10. Die Spielwelt der Erwachsenen
10.1 Lauter kleine Kugeln
10.2 Ein gar königliches Spiel
10.3 Spielsucht und –leidenschaft
11. Was bieten Spiel und Spielzeug für die Schule?
11.1 Eine erste didaktische Begründung
11.2 Weitere Überlegungen – Veränderungen in der Geschichte
11.3 Wie bringe ich das Thema in den Unterricht? – Rahmenrichtlinien
11.4 Ziele der Unterrichtseinheit
12. Ein Bild als Mittelpunkt der Thematik – Pieter Bruegels “Kinderspiele“
12.1 Eine Zeitreise in die Vergangenheit
12.2 Die Vielzahl der Spiele und Spielmöglichkeiten
12.3 Weitere Fragestellungen an das Bild
12.4 Anknüpfungspunkte an Bruegel
13. Alte Spiele – Neu entdeckt
13.1 Murmeln auf dem Pausenhof
13.2 Kreisel im Unterricht
13.3 Wir basteln ein Steckenpferd
14. Der krönende Abschluss – Ein Besuch im Museum
15. Schluss
15.1 Abschließende Worte
Ziel der Arbeit ist es, die Rolle von Spiel und Spielzeug im Mittelalter zu beleuchten und diese Erkenntnisse für eine fachdidaktische Integration in den Geschichtsunterricht nutzbar zu machen, um ein differenzierteres Bild der mittelalterlichen Lebenswelt zu vermitteln.
8.3 Kreisel
„Hier ist die Geißel, dort der Topf, gönnts dem Kinde, ihn umzutreiben.“ Wolfram von Eschenbach (1170 - 1220)
Zum alltäglichen, klassischen Spielzeug der Kinder im Mittelalter gehörten auch die hölzernen Kreisel, die bis in die jüngste Vergangenheit als Spielgerät sehr beliebt waren. Zudem können sie ein gutes Beispiel „für das ehedem bestimmt sehr vielfältige Holzspielzeug darstellen“. Doch bereits die alten Ägypter kannten den Kreisel als Spielzeug. So werden Funde von hölzernen Kreiseln aus Theben in den Zeitraum um 1250 v. Chr. datiert.
Ursprünglich stammte der Peitschenkreisel jedoch – so wird vermutet – aus China. Im Mittelalter waren Kreisel und Peitsche überwiegend altersspezifische Spielzeuge für die frühe Kindheit. Sie konnten entweder mit der Hand oder mit einer Peitsche, die um die Rillen des Kreisels gewickelt wurden, angetrieben werden. Kreisel sind, obwohl sie zumeist aus organischem Material – Holz – sind, unter den mittelalterlichen Funden sehr häufig.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Spiels als Kulturgut und kritisiert das oft einseitige, negative Bild der Kindheit im Mittelalter.
2. Grundlegende Anmerkungen: Dieses Kapitel erläutert den zweigeteilten Aufbau der Arbeit, der sich in einen fachwissenschaftlichen und einen fachdidaktischen Bereich gliedert.
3. Anmerkungen zum Begriff “Kindheit“: Hier werden zeitgenössische Definitionen von Lebensaltern im Mittelalter untersucht und das Vorurteil des "kleinen Erwachsenen" relativiert.
4. Das Spiel als gesellschaftlicher Allgemeinplatz: Dieses Kapitel definiert das Wesen des Spiels unter Einbeziehung von Huizingas Homo Ludens und thematisiert das Spannungsfeld zwischen Spiel und Ernst.
5. Funktion des Spiels: Hier wird die Rolle des Spielzeugs als Erziehungsmittel und Spiegel gesellschaftlicher Rollenerwartungen sowie Zeitvertreib diskutiert.
6. Quellenlage: Dieses Kapitel bietet eine kritische Analyse archäologischer, bildlicher und schriftlicher Quellen zur Erforschung mittelalterlichen Spielzeugs.
7. Das breite Spektrum mittelalterlichen Spielzeugs: Hier wird die Vielfalt des Spielzeugs trotz der begrenzten archäologischen Überlieferung hervorgehoben.
8. Exemplarischer Abriss über mittelalterliches Spielzeug: Dieses Kapitel präsentiert detaillierte Beschreibungen spezifischer Spielzeuge wie Klappern, Steckenpferde, Kreisel und Puppen.
9. Mittelalterlicher Spielzeugmarkt: Hier werden die professionelle Herstellung und der Vertrieb von Spielzeug auf Messen und Jahrmärkten thematisiert.
10. Die Spielwelt der Erwachsenen: Dieses Kapitel widmet sich den Spielen der Erwachsenen, insbesondere Murmeln und Schach, sowie der Kritik an der Spielsucht.
11. Was bieten Spiel und Spielzeug für die Schule?: Dieser didaktische Teil erörtert die Eignung des Themas für den Geschichtsunterricht und konkrete methodische Ansätze.
12. Ein Bild als Mittelpunkt der Thematik – Pieter Bruegels “Kinderspiele“: Hier wird das Bruegel-Gemälde als zentrale Quelle für den Unterricht analysiert und didaktisch aufbereitet.
13. Alte Spiele – Neu entdeckt: Dieser Abschnitt bietet praktische Anregungen zur Umsetzung, wie das Murmelspiel oder den Bau von Spielgeräten im Unterricht.
14. Der krönende Abschluss – Ein Besuch im Museum: Das Kapitel schließt mit der Bedeutung von außerschulischen Lernorten für die historische Erfahrung ab.
15. Schluss: Die Arbeit endet mit einer Synthese, die das Spiel als historische Konstante über Jahrhunderte hinweg bestätigt.
Mittelalter, Kindheit, Spielzeug, Geschichtsunterricht, Fachdidaktik, Pieter Bruegel, Archäologie, Holzspielzeug, Sozialisation, Spieltheorie, Historisches Lernen, Sachkultur, Quellenanalyse, Kinderspiele, Bildinterpretation.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Spielen und Spielzeug im Mittelalter und entwickelt Konzepte für den Geschichtsunterricht, um Schülern einen lebendigen Zugang zur historischen Alltagskultur zu ermöglichen.
Zentral sind die fachwissenschaftliche Analyse des kindlichen Lebens im Mittelalter, die Untersuchung erhaltener Spielzeugfunde und die didaktische Verknüpfung dieser Erkenntnisse mit modernen Unterrichtsmethoden.
Das Ziel ist es, das Klischee vom "finsteren" Mittelalter zu hinterfragen und den kulturellen sowie erzieherischen Wert des Spiels für Schüler erfahrbar zu machen.
Die Arbeit stützt sich auf eine interdisziplinäre Auswertung von archäologischen Funden, bildlichen Darstellungen (insbesondere Bruegels "Kinderspiele") und zeitgenössischen schriftlichen Quellen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachwissenschaftliche Fundierung zum Spielverständnis des Mittelalters und eine fachdidaktische Ausarbeitung für die Schule.
Die Arbeit dreht sich um Mittelalter, Kindheit, Spielzeug, Geschichtsunterricht, Fachdidaktik, archäologische Funde und historisches Lernen.
Es dient als zentrale Bildquelle, die eine Fülle an mittelalterlichen Spielen zeigt und somit einen idealen Ankerpunkt für die motivierende Erarbeitung im Unterricht bildet.
Die Arbeit schlägt vor, historische Spiele aktiv nachzuspielen, eigene Spielzeuge nachzubauen oder Museen als außerschulische Lernorte in den Unterricht einzubeziehen.
Die Arbeit hinterfragt diese Einteilung und argumentiert, dass viele Spiele eher als "Minne en miniature" oder verkleinerte Welt der Erwachsenen zu verstehen sind, die von beiden Geschlechtern genutzt wurden.
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