Bachelorarbeit, 2018
35 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Definition von Präkonzepten und Postkonzepten
2.1 Merkmale und Eigenschaften von Präkonzepten
2.1.1 Präkonzepte als current constructions
2.1.2 Präkonzepte als deep structures
2.2 Entstehung von Präkonzepten
3 Conceptual Change-Theorie nach Posner & Strike
3.1 Definition Conceptual Change
3.2 Die Conceptual Change-Theorie
3.3 Unterschiede in der Konzeptveränderung
3.3.1 Kontinuierliche und „weiche“ Konzeptveränderungen
3.3.2 Diskontinuierliche und „harte“ Konzeptveränderungen
3.4 Bedingungen bei Konzeptveränderungen
3.5 Grundlegende didaktische Ansätze
3.5.1 Konfliktstrategie
3.5.2 Anknüpfungsstrategie
3.5.3 Brücken- oder By-Pass-Strategie
3.6 Schwierigkeiten bei Konzeptveränderungen
3.7 Merkmale veränderter Präkonzepte
3.8 Gestaltung von Lernumgebungen
3.9 Anforderungen an die Lehrkraft
4 Experiment „Schwimmen und Sinken von Vollkörpern“ in der Grundschule
4.1 Fachwissenschaftliche Erklärung
4.2 Aufbau und Durchführung des Experiments
4.3 Nachgewiesene Präkonzepte bei Grundschulkindern
5 Veränderung der Präkonzepte am Beispiel der Konfliktstrategie
6 Fazit
Die Arbeit untersucht die Alltagsvorstellungen von Grundschulkindern zum Thema „Schwimmen und Sinken von Vollkörpern“ und analysiert Möglichkeiten, diese Präkonzepte mithilfe der Conceptual Change-Theorie, insbesondere der Konfliktstrategie, in wissenschaftlich fundierte Konzepte zu überführen.
3.5.1 Konfliktstrategie
Die Konfliktstrategie wird am häufigsten angewendet, um Schülerinnen und Schüler von wissenschaftlichen Konzepten zu überzeugen, welche nicht mit den vorhandenen Vorstellungen übereinstimmen (vgl. Möller 1999, S. 144). Die Grenzen dieser vorunterrichtlichen Vorstellungen sollen daher den Kindern aufgezeigt werden. Ziel dieser Strategie ist das Auslösen von kognitiven Konflikten, welche auf unterschiedliche Ansichten der Kommunikationspartner zurückgehen und somit zueinander im Widerspruch stehen. Aus diesem Konflikt heraus sollen letztendlich Lernprozesse ausgelöst und angeregt werden. Diese Herangehensweise ist vor allem bei jüngeren Schülern nicht unproblematisch. Voraussetzung dafür ist, dass die Lernenden bereit und fähig sind, den kognitiven Konflikt überhaupt wahrzunehmen. Metakognitive Fähigkeiten, über welche die Grundschüler meistens noch nicht verfügen, sind ebenfalls notwendige Bedingungen. Aber auch die emotionale Bereitschaft, sich auf die Konflikte einzulassen und die eigenen angeblich sicheren Präkonzepte aufzugeben, muss gegeben sein.
Bedingt durch die direkte Konfrontation mit den „Fehlvorstellungen“ der Kinder können hier, vorausgesetzt die neu erzeugte Unsicherheit wird nicht durch den Aufbau neuer überzeugender Konzepte ersetzt, negative Folgen entstehen. Diese zeigen sich unter anderem am Verlust des Selbstvertrauens, Verunsicherung, Motivationsverlust aber auch Lernblockaden (vgl. Möller 2013, S. 62).
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Herausforderung, verfestigte Alltagsvorstellungen von Kindern in naturwissenschaftliche Konzepte zu überführen, und leitet die Fragestellung der Arbeit ein.
2 Definition von Präkonzepten und Postkonzepten: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Präkonzept und Postkonzept im Kontext des Lernens und erläutert ihre Bedeutung für den Unterricht.
3 Conceptual Change-Theorie nach Posner & Strike: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Conceptual Change-Theorie, ihre Bedingungen und die verschiedenen didaktischen Strategien zur Konzeptveränderung detailliert vorgestellt.
4 Experiment „Schwimmen und Sinken von Vollkörpern“ in der Grundschule: Dieses Kapitel erläutert die fachwissenschaftlichen Hintergründe des Schwimmens und Sinkens und fasst die in Pilotstudien ermittelten Präkonzepte von Grundschülern zusammen.
5 Veränderung der Präkonzepte am Beispiel der Konfliktstrategie: Hier wird anhand des Themas „Schwimmen und Sinken“ praktisch dargelegt, wie die Konfliktstrategie zur Veränderung spezifischer Fehlvorstellungen eingesetzt werden kann.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Anwendbarkeit der Conceptual Change-Theorie im schulischen Alltag.
Präkonzepte, Postkonzepte, Conceptual Change, Konfliktstrategie, Sachunterricht, Schwimmen und Sinken, Alltagsvorstellungen, Konstruktivismus, Lernprozesse, Didaktik, Dichtekonzept, Fehlvorstellungen, Auftriebskraft, Grundschulpädagogik, Wissenskonstruktion
Die Arbeit beschäftigt sich mit den vorunterrichtlichen Vorstellungen (Präkonzepten) von Grundschulkindern zu physikalischen Phänomenen, speziell dem Schwimmen und Sinken, und wie diese durch gezielte didaktische Interventionen verändert werden können.
Die zentralen Themen umfassen die Conceptual Change-Theorie, die Bedeutung von Präkonzepten im Lernprozess sowie die Anwendung didaktischer Strategien wie der Konfliktstrategie im Sachunterricht der Grundschule.
Das Ziel ist zu klären, welche Präkonzepte zum Thema „Schwimmen und Sinken“ bei Grundschulkindern nachweisbar sind und wie diese erfolgreich durch die Anwendung der Konfliktstrategie angeknüpft und verändert werden können.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse und bezieht sich auf empirische Erkenntnisse aus der Forschung von Prof. Dr. Kornelia Möller sowie weiteren Studien zu Lernprozessen im Sachunterricht.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Conceptual Change, die fachwissenschaftliche Erklärung des Schwimm- und Sinkverhaltens und die Analyse konkreter bei Kindern auftretender Fehlvorstellungen samt praktischer Ansätze zu deren Überwindung.
Die zentralen Begriffe sind Präkonzepte, Conceptual Change, Konfliktstrategie, Sachunterricht, Schwimmen und Sinken sowie Konstruktivismus.
Sie dienen als Ankerpunkte für das Weiterlernen. Wenn die Lehrkraft die Ausgangsvorstellungen der Kinder kennt, kann sie Lernumgebungen gestalten, die gezielt an diesen ansetzen oder, falls nötig, kognitive Konflikte auslösen, um eine konzeptuelle Weiterentwicklung zu ermöglichen.
Die Konfliktstrategie setzt bei Fehlvorstellungen an, die im Widerspruch zu wissenschaftlichen Konzepten stehen, und provoziert einen kognitiven Konflikt. Die Anknüpfungsstrategie hingegen nutzt bereits vorhandene, korrekte oder ausbaufähige Konzepte, um diese schrittweise zu erweitern.
Die Auftriebskraft wird als physikalisches Schlüsselkonzept identifiziert, das viele Schüler nicht unmittelbar verstehen, da sie oft fälschlicherweise auf Luftblasen oder andere Faktoren vertrauen, statt auf das Zusammenspiel von Gewicht und Wasserverdrängung.
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