Masterarbeit, 2019
213 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Ziel, Forschungsfragen und Ergebnisse der Arbeit
1.3 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Grundlagen der ökonomischen Betrachtung von Daten
2.1.1 Bedeutung von Daten im Wandel der Zeit
2.1.2 Begriffliche Grundlagen der Daten
2.1.2.1 Daten und Informationen
2.1.2.2 Datenorganisation und Datenarten
2.1.2.3 Datenqualität
2.1.2.4 Datenlebenszyklus
2.1.3 Ökonomische Betrachtung von Daten
2.1.4 Bewertung von Datengütern
2.2 Datenökonomie und Datenökosysteme
2.2.1 Datenökonomie als Innovations- und Wachstumstreiber
2.2.1.1 Datengetriebene Wertschöpfung
2.2.1.2 Datenaustauch und Datenhandel in der Datenökonomie
2.2.2 Bedeutung des Ökosystembegriffs
2.2.2.1 Begriffsabgrenzung
2.2.2.2 Eigenschaften von Ökosystemen
2.2.2.3 Rolle des Keystone Akteurs im Ökosystem
2.2.3 Vernetzung von Datenökosystemen in der Datenökonomie
2.2.3.1 Komponenten von Datenökosystemen
2.2.3.2 Eigenschaften von Datenökosystemen
2.2.3.3 Kriterien-Rahmenwerk für erfolgreiche Datenökosysteme
2.3 Grundlagen der Datenmarktplätze
2.3.1 Digitale Plattformmärkte
2.3.1.1 Eigenschaften digitaler mehrseitiger Märkte
2.3.1.2 Schlüsselfaktoren erfolgreicher Plattformen
2.3.2 Konzeptionelle Erfassung von Datenmarktplätzen
2.3.2.1 Datenmarktplätze und Datenanbieter
2.3.2.2 Beteiligte Rollen
2.3.2.3 Klassifikation von Datenmarktplätzen
2.3.2.4 Kernfunktionen von Datenmarktplätzen
2.3.3 Trends und Entwicklungsszenarien
2.4 Grundlagen der Referenzmodellierung
2.4.1 Referenzmodellbegriff
2.4.2 Vorgehensmodell der Referenzmodellentwicklung
2.4.3 Entwurfsmuster für die Konstruktion von Referenzmodellen
3 Analyse des Gestaltungsbereichs
3.1 Gestaltungsbereich „Marktplatzzentriertes Datenökosystem“
3.1.1 Einordnung des Datenmarktplatzes in das Datenökosystem
3.1.2 Merkmale des marktplatzzentrierten Datenökosystems
3.2 Herausforderungen und Anforderungen der Datenmarktplätze
3.2.1 Herausforderungen im marktplatzzentrierten Datenökosystem
3.2.2 Anforderungen an den Datenmarktplatz im Gestaltungsbereich
3.2.2.1 Anforderungen zu „Vertrauen und Transparenz“
3.2.2.2 Anforderungen zu „Sicherheit und Datensouveränität“
3.2.2.3 Anforderungen zu „Compliance und Regulierung“
3.2.2.4 Anforderungen zu „Datenqualität“
3.2.2.5 Anforderungen zu „Datenökosystem“
3.2.2.6 Anforderungen zu „Monetarisierung und Wertermittlung“
3.2.2.7 Anforderungen zu „Interoperabilität“
3.2.2.8 Anforderungen zu „Dynamik und Skalierbarkeit“
3.3 Zwischenfazit zu der Analyse des Gestaltungsbereichs
4 Empirische Untersuchung
4.1 Methodologie der Erkenntnisgewinnung
4.1.1 Forschungsdesign
4.1.2 Forschungsinstrument
4.1.3 Auswertungsmethode
4.2 Konzeption des Forschungsprozesses
4.3 Ausgestaltung der Experteninterviews
4.3.1 Interviewausgestaltung der Marktplatzbetreiber
4.3.2 Interviewausgestaltung der Unternehmen
4.4 Auswertung der Experteninterviews
4.5 Ergebnisvalidierung
4.6 Kritische Würdigung der empirischen Untersuchung
5 Entwicklung des Referenzmodells für Datenmarktplätze
5.1 Anforderungen an das Referenzmodell
5.2 Charakterisierung des Entwicklungsprozesses
5.3 Grundlegung der Modellentwicklung
5.3.1 Strukturierung des Ordnungsrahmens
5.3.2 Inhalte des Referenzmodells
5.4 Referenzmodellkonstruktion
5.4.1 Strategieebene
5.4.1.1 Konstruktion der Taxonomie
5.4.1.2 Klassifikationsschema
5.4.2 Systemebene
5.4.2.1 Aufbau des Funktionsreferenzmodells
5.4.2.2 Funktionsmodell
5.4.3 Organisations- und Prozessebene
5.4.3.1 Rollenmodell
5.4.3.2 Anwendungsfallmodellierung
5.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
6 Evaluation
6.1 Grundlagen der Evaluation
6.2 Charakterisierung der Evaluation
6.3 Evaluation aus Ingenieursperspektive
6.3.1 Analytische Beurteilung der GoM
6.3.2 Analytische Beurteilung von Konstruktionsrichtlinien
6.3.3 Analytische Beurteilung der spezifizierten Anforderungen
6.4 Evaluation aus ökonomischer Perspektive
6.5 Zusammenfassung der Evaluation
7 Schlussbetrachtung
7.1 Zusammenfassung
7.2 Kritische Würdigung und weiterer Forschungsbedarf
Die Masterarbeit hat zum Ziel, Organisationen bei der Analyse und Entwicklung von Datenmarktplätzen zu unterstützen, indem Herausforderungen identifiziert, Anforderungen abgeleitet und ein Funktionsreferenzmodell konstruiert wird, das als Design-Artefakt für die Gestaltung von Datenmarktplätzen im Kontext der Datenökonomie dient.
2.1.1 Bedeutung von Daten im Wandel der Zeit
Im Zuge der Digitalisierung sämtlicher Wirtschafts- und Geschäftsbereiche und der damit einhergehenden Technologien gewinnt die Unternehmensressource Daten zunehmend an Bedeutung (vgl. Otto & Österle 2016, S. 1). Als Grund für diese Entwicklung lässt sich zum einen die Durchdringung aller Lebens- und Wirtschaftsbereiche durch Daten identifizieren (vgl. Otto & Österle 2016, S. 3). So basiert nahezu jede Aktivität der betrieblichen Wertschöpfung und privaten Lebensbereiche auf informationstechnischen Infrastrukturen sowie digitalen Diensten (ebd.). Zum anderen liefert die zunehmende Vernetzung von physischen Objekten, die in Zusammenhang mit der „Industrie 4.0“ und dem „Internet der Dinge“ diskutiert werden, sowie ein verändertes Leistungsangebot in der Digitalisierung weitere Gründe für die gewachsene Bedeutung von Daten (vgl. Otto & Österle 2016, S. 5-10; Bauernhansl et al. 2014; Kagermann 2016; BMBF 2017). Hierbei werden Daten als Fundament der digitalisierten Wirtschaftswelt aufgefasst, da sie als Treibstoff für die Etablierung neuartiger Geschäftsmodelle (z. B. Produkte und Dienstleistungen, Kundenzugänge, Preismodelle und Ökosysteme) dienen (vgl. Otto & Österle 2016, S. 1).
Insbesondere in der betrieblichen Wertschöpfung hat sich die Rolle von Daten in den vergangenen drei Jahrzehnten, angetrieben durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Informationstechnologie, stark gewandelt (vgl. Abbildung 2-2) (vgl. Otto & Legner 2016, S. 550). Daten fallen bereits seit der dritten industriellen Revolution in den 1970er Jahren und der damit einhergehenden Einführung von Informationssystemen zur Unterstützung von Geschäftsfunktionen an (vgl. Heistermann et al. 2017, S. 15). Zu dieser Zeit wurden Daten lediglich als Prozessergebnis verstanden, denen als Nebenprodukt der Wertschöpfungsprozesse kaum Wert zugesprochen wurde (ebd.). Der Wertbeitrag für das Unternehmen entstand ausschließlich aus dem materiellen Produkt (vgl. Otto et al. 2016, S. 10).
1 Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Relevanz von Datenmarktplätzen in der heutigen Wirtschaft und definiert das Ziel der Arbeit: die Entwicklung eines Funktionsreferenzmodells für diese Plattformen.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden die theoretischen Fundamente zur Datenökonomie, zu Datenökosystemen und zur Modellierung gelegt, die als Basis für die spätere Artefaktkonstruktion dienen.
3 Analyse des Gestaltungsbereichs: Dieses Kapitel untersucht marktplatzzentrierte Datenökosysteme und leitet aus den identifizierten Herausforderungen konkrete Anforderungen an Datenmarktplätze ab.
4 Empirische Untersuchung: Durch Experteninterviews mit Marktplatzbetreibern und Unternehmen wird der theoretische Wissensstand validiert und um praxisorientierte Implementierungsansätze erweitert.
5 Entwicklung des Referenzmodells für Datenmarktplätze: Das Herzstück der Arbeit befasst sich mit der methodischen Konstruktion des Funktionsreferenzmodells, gegliedert in Strategie-, System- sowie Organisations- und Prozessebene.
6 Evaluation: Das entwickelte Referenzmodell wird anhand der Grundsätze ordnungsmäßiger Modellierung (GoM) und spezifischer Konstruktionsrichtlinien analytisch beurteilt.
7 Schlussbetrachtung: Zum Abschluss werden die wesentlichen Ergebnisse zusammengefasst, kritisch gewürdigt und Ansatzpunkte für künftige Forschungsarbeiten aufgezeigt.
Datenökonomie, Datenmarktplatz, Datenökosystem, Referenzmodell, Digitalisierung, Datenaustausch, Datenhandel, Wertschöpfung, Datenqualität, Datenmanagement, Plattformökonomie, Keystone Akteur, Modellierung, Datensouveränität, Datenmonetarisierung.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Funktionsreferenzmodells für Datenmarktplätze, um Organisationen bei der Analyse, Einordnung und Gestaltung solcher digitalen Plattformen im Kontext der Datenökonomie zu unterstützen.
Die zentralen Themen umfassen die ökonomische Betrachtung von Daten, das Konzept von Datenökosystemen, die Analyse von digitalen Plattformmärkten sowie die methodische Referenzmodellierung.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie ein Datenmarktplatz im Kontext der Datenökonomie einzuordnen und in Bezug auf seinen Funktionsumfang zu gestalten ist.
Die Arbeit folgt dem Design-Science-Research-Ansatz, kombiniert mit einer Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und einer empirischen Untersuchung durch leitfadengestützte Experteninterviews.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse des Gestaltungsbereichs, eine empirische Validierung und die anschließende Konstruktion des Funktionsreferenzmodells.
Wichtige Schlagworte sind Datenökonomie, Datenmarktplatz, Datenökosystem, Referenzmodell, Datenqualität und Datensouveränität.
Der Datenmarktplatz fungiert als Keystone Akteur im Ökosystem, da er eine neutrale Infrastruktur bereitstellt, die Interaktionen zwischen Teilnehmern erleichtert und somit die Vitalität und Produktivität des gesamten Datenökosystems maßgeblich beeinflusst.
Datenqualität ist eine kritische Komponente, da sie die Nutzbarkeit von Daten beeinflusst und somit den Wertbeitrag für Unternehmen steigert; das Referenzmodell sieht daher dezidierte Funktionen für das Datenqualitätsmanagement vor.
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