Bachelorarbeit, 2017
31 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1. Einleitung
2. Das Konzept der Integration unter Bedingungen gesellschaftlicher Zugehörigkeiten
2.1 Integration als Anpassung
2.2 Integration als beidseitiger Prozess
2.3 Sprache(rwerb) und Integration
3. Das Integrationsgesetz ‚Fördern und Fordern‘ aus dem Jahre 2016
3.1 Änderungen durch das Gesetz
3.2 Sprache und Sprachkurse im Gesetz
3.3 Kritische Betrachtung des Gesetzes
4. Fazit und Ausblick
5. Literatur
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch das gesellschaftliche Integrationsverständnis in Deutschland sowie die spezifische Rolle, die der deutschen Sprache in diesem Zusammenhang beigemessen wird. Dabei wird hinterfragt, welche Machtverhältnisse und paternalistischen Tendenzen aktuellen politischen Diskursen sowie dem Integrationsgesetz von 2016 zugrunde liegen.
2.3 Sprache(rwerb) und Integration
Sprache ist nicht nur das bevorzugte Kommunikationsmedium, sie dient als Mittel zur Erschließung der Welt und konstruiert das, was von uns als ‚Wirklichkeit‘ bezeichnet wird. Sie ordnet und klassifiziert, erschafft Bezeichnungen und Gruppen und transportiert so Bilder und Vorstellungen: Sie ist Spiegel und Werkzeug dessen, was sich gesellschaftlich entwickelt (Mecheril 2010a: 103). Folglich muss bei der Auseinandersetzung mit Sprache und ihrer Bedeutung für die Integration bedacht werden, dass sich hier ein Bereich eröffnet, in dem immer auch auf Machtverhältnisse und soziale Unterscheidungen hingedeutet wird (Mecheril 2010a: 100). Dies wird im späteren Verlauf des Kapitels vertiefend aufgegriffen.
Da die Beherrschung einer gemeinsamen Sprache als Instrument zur sozialen Interaktion und Handlungsfähigkeit dient, wird diese folglich nicht selten als elementarer Grundbaustein für die Integration Zugewanderter angesehen. Das Erlernen der deutschen Sprache - da in dieser Arbeit ja das Integrationsverhältnis in Deutschland im Fokus steht – ist diesen Erkenntnissen folgend auch als Voraussetzung zur politischen und sozialen Teilhabe zu betrachten (Mecheril 2010a: 100): Während des Sprachlernprozesses wird also die Handlungsfähigkeit des oder der Einzelnen stetig erweitert und dadurch eine Orientierung für den sozialen Zusammenhang geboten, in dem der oder die Einzelne sich bewegt und diese Sprache gesprochen wird (Quehl/Mecheril 2010: 4).
1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema Integration im aktuellen gesellschaftlichen Diskurs und stellt die Relevanz der deutschen Sprache sowie die Forschungsabsicht der Arbeit dar.
2. Das Konzept der Integration unter Bedingungen gesellschaftlicher Zugehörigkeiten: Dieses Kapitel erörtert theoretische Ansätze von Integration, diskutiert Machtverhältnisse, Paternalismus und das Konzept des Othering.
2.1 Integration als Anpassung: Es wird analysiert, wie Integration oft als einseitige Assimilationsanforderung und Machtinstrument verstanden wird.
2.2 Integration als beidseitiger Prozess: Hier wird der Perspektivwechsel hin zu einer beidseitigen Teilhabe vollzogen und die Widersprüchlichkeit von Kategorisierungen aufgezeigt.
2.3 Sprache(rwerb) und Integration: Dieses Kapitel verbindet die Bedeutung von Sprache als Kommunikationsmittel mit ihrer Rolle als Instrument in der Migrationsgesellschaft.
3. Das Integrationsgesetz ‚Fördern und Fordern‘ aus dem Jahre 2016: Eine Darstellung der politischen Ausgangslage und der gesetzlichen Neuregelungen aus dem Jahr 2016.
3.1 Änderungen durch das Gesetz: Eine Aufzählung der wesentlichen gesetzlichen Anpassungen, insbesondere bezogen auf den Arbeitsmarkt und Aufenthaltsbedingungen.
3.2 Sprache und Sprachkurse im Gesetz: Die Untersuchung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Sprachförderung und deren Verknüpfung mit Sanktionen.
3.3 Kritische Betrachtung des Gesetzes: Eine kritische Evaluierung der Auswirkungen des Integrationsgesetzes unter Einbeziehung von Gegenstimmen.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und plädiert für eine Haltung, die Integration als komplexen, individuellen und beidseitigen Prozess begreift.
5. Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten Quellen der Arbeit auf.
Integration, Sprache, Migrationsgesellschaft, Machtverhältnisse, Paternalismus, Assimilation, Othering, Integrationsgesetz, Zweitspracherwerb, Teilhabe, Zugehörigkeitsmanagement, Mehrsprachigkeit, Diskursanalyse, Fremdbild, Diskriminierung
Die Arbeit analysiert kritisch das Verständnis von Integration in der deutschen Gesellschaft und beleuchtet insbesondere die Rolle, die dem Erwerb der deutschen Sprache in diesem Prozess zugeschrieben wird.
Zentrale Themen sind die theoretische Konzeption von Integration, Machtverhältnisse im Migrationskontext, die Rolle der Sprache als Integrationsfaktor sowie eine kritische Analyse des Integrationsgesetzes von 2016.
Das Ziel ist es, das gesellschaftliche und politische Integrationsverständnis zu hinterfragen und aufzuzeigen, wie Sprache sowohl als Mittel zur Teilhabe als auch als Instrument der Machtausübung fungiert.
Die Autorin stützt sich auf eine diskursanalytische Betrachtungsweise und eine tiefgehende Literaturanalyse, um gesellschaftliche Konstruktionen und politische Praxen kritisch zu reflektieren.
Im Hauptteil werden theoretische Konzepte (wie Othering und Paternalismus) erörtert, das Integrationsgesetz 2016 detailliert vorgestellt und anschließend kritisch auf seine normativen Annahmen hin untersucht.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Machtverhältnisse, Integrationsverständnis, Paternalismus, gesellschaftliche Zugehörigkeit und die kritische Distanz zum Integrationsbegriff geprägt.
Die Autorin argumentiert, dass Sprachzwang und Sanktionen fremdsprachenwissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen, da erfolgreiches Sprachenlernen intrinsische Motivation erfordert und nicht durch paternalistischen Druck erzwungen werden sollte.
Sie bewertet das Gesetz als widersprüchlich: Während es punktuelle Erleichterungen bietet, verfestigt es durch das Prinzip "Fördern und Fordern" Machtstrukturen und produziert eine einseitige Bringschuld für Geflüchtete.
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