Examensarbeit, 2017
93 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Chronobiologie
1.2 Biologie der Giraffe
1.2.1 Taxonomie
1.2.2 Morphologie
1.2.3 Physiologie
1.2.4 Verbreitung und Lebensraum
1.2.5 Lebensweise und soziales Verhalten
1.2.6 Fortpflanzung und Entwicklung
2. Material und Methoden
2.1 Tiere
2.1.1 Beschreibung der Tiere
2.1.2 Haltungsbedingungen
2.2 Methoden
2.2.1 Beschreibung der registrierten Verhaltensweisen
2.2.2 Beobachtungszeiträume und –orte
2.2.3 Datenerfassung
3. Ergebnisse
3.1 Der Einfluss von Licht auf das Verhalten
3.1.1 Beobachtungen zum Tagverhalten der Giraffen
3.1.2 Beobachtungen zum Nachtverhalten der Giraffen
3.2 Sozialstruktur während der Liege- und Schlafphasen
3.2.1 Herdenstruktur mit subadulten Giraffenbullen
3.2.2 Herdenstruktur mit subadulter Giraffenkuh
4. Diskussion
4.1 Der Einfluss von Licht auf das Verhalten
4.1.1 Vergleich des Tagverhaltens in Abhängigkeit zum Alter der Giraffen
4.1.2 Vergleich des Nachtverhaltens in Abhängigkeit zum Alter der Giraffen
4.2 Vergleich der Sozialstruktur während der Liege- und Schlafphasen
5. Zusammenfassung
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den Einfluss von Licht und Sozialstruktur auf die Aktivitätsmuster von Rothschild-Giraffen im Opel-Zoo Kronberg, mit dem Ziel, durch ein besseres Verständnis artspezifischer Verhaltensweisen in Zoos gezieltere Schutzmaßnahmen für freilebende Populationen zu ermöglichen.
1.2.3 Physiologie
Die unter den Säugetieren einmalige Verlängerung von Hals und Gliedmaßen stellt den Organismus der Giraffe gerade im Hinblick auf das Herz-Kreislauf-System vor besondere physiologische Probleme und fordert dementsprechend anatomische sowie physiologische Anpassungen und Strukturen, die den Kreislauf zum Beispiel beim Heben und Senken des langen Halses regeln oder Blutansammlungen in den unteren Körperpartien verhindert (Krummbiegel 1971).
Das Herz der Giraffe muss aufgrund der Länge des Halses und der daraus resultierenden größeren Entfernung zum Gehirn besonders leistungsstark sein, um den arteriellen Druck bei aufrechter Haltung entgegen der Schwerkraft zu halten. Mit einem Gewicht von bis zu 12 kg ist das Herz der Giraffe in Relation nicht überproportional größer als der Rest des Körpers, sodass der Anteil der Herzmasse an der Körpermasse denen anderer Säugetiere entspricht. Das Herz ist somit nicht wesentlich größer im Vergleich, jedoch gerade im Bereich des linken Ventrikels besonders muskulös (Dagg 2014).
Um einen arteriellen Druck in dem bis zu zweieinhalb Meter höher liegenden Kopf bei ungefähr 98 mm Hg zu halten, muss der Blutdruck in der Aorta dicht beim Herzen je nach Haltung des Kopfes zwischen 195 und 300 mm Hg liegen. Nimmt der arterielle Druck im Kopf der Giraffe ab, so stellt sich für die unteren Extremitäten das gegenteilige Problem, denn durch die Schwerkraft steigt der arterielle Blutdruck in den Beinen einer Giraffe über den Aortendruck. Um aufgrund des erhöhten Blutdrucks in den Beinen Blutansammlungen zu vermeiden sowie auf den hohen hydrostatischen Druck in den Beingefäßen zu reagieren, besitzt die Giraffe sehr viel Bindegewebe um die dickwandigen Blutgefäße der Extremitäten (Eckert et al. 2002).
1. Einleitung: Einführung in die Biologie der Giraffe, ihre Bedeutung in menschlicher Obhut und die Dringlichkeit der chronobiologischen Forschung für den Artenschutz.
2. Material und Methoden: Beschreibung der untersuchten Giraffenherde, der Gehegebedingungen im Opel-Zoo sowie der angewandten Beobachtungs- und Datenerfassungsmethoden mittels BORIS.
3. Ergebnisse: Darstellung der erhobenen Daten zum Tag- und Nachtverhalten sowie zur Sozialstruktur während der Ruhephasen in Abhängigkeit von Alter und Herdenkonstellation.
4. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Kontext bestehender wissenschaftlicher Literatur und Analyse der Faktoren, die das Aktivitätsmuster der Tiere beeinflussen.
5. Zusammenfassung: Synthese der wichtigsten Erkenntnisse über die täglichen Aktivitätsrhythmen und sozialen Präferenzen der untersuchten Rothschild-Giraffen.
Rothschild-Giraffe, Chronobiologie, Aktivitätsmuster, Sozialstruktur, Liegeverhalten, Nachtverhalten, Zootierhaltung, Schlafverhalten, Altersklassen, Bestandsmanagement, Verhaltensforschung, BORIS, Giraffa camelopardalis, Sozialverband, Tierphysiologie
Die Arbeit untersucht chronobiologische Aspekte des Aktivitätsverhaltens von Rothschild-Giraffen, um zu verstehen, wie Licht und die soziale Struktur ihre täglichen Muster beeinflussen.
Zentral sind die Physiologie der Giraffen, ihr Sozialverhalten in Herden, spezifische Liege- und Schlafphasen sowie der Einfluss der Haltungsbedingungen im Zoo auf das Verhalten.
Das Ziel ist es, durch die Analyse der Aktivitätsmuster die Haltung in Zoologischen Gärten zu optimieren und wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, die den Schutz dieser gefährdeten Art in freier Wildbahn unterstützen können.
Es wurde eine Kombination aus direkter Beobachtung tagsüber und kontinuierlicher Videoanalyse des Nachtverhaltens mittels der Software BORIS (Behavioural Observation Research Interactive Software) verwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung, die detaillierte Darstellung der Beobachtungsergebnisse für Tag und Nacht sowie die Analyse der sozialen Beziehungen während der Ruhephasen.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Rothschild-Giraffe, Chronobiologie, Aktivitätsmuster, Sozialstruktur, Schlafverhalten und Verhaltensforschung im Zoo.
Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Altersabhängigkeit: Während juvenile und subadulte Giraffen tagsüber und nachts einen hohen Anteil an Liegezeit aufweisen, zeigen adulte Tiere eine signifikante Verkürzung dieser Phasen, was als Anpassung zur Feindvermeidung interpretiert wird.
Die Studie belegt, dass Giraffen bei der Wahl ihrer Liege- und Schlafnachbarn klare Präferenzen haben, insbesondere eine enge Bindung zwischen Müttern und Jungtieren sowie zwischen gleichaltrigen Artgenossen.
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