Bachelorarbeit, 2013
45 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung und Quellenlage
2 Historischer Hintergrund, Vorgeschichte und die Deutsch-Osmanischen Beziehungen
3 Gründe für das Türkisch-Lernen
3.1 Militär
3.2 Wirtschaft
3.3 Kooperationen, Kultur- und Vereinspolitik
3.4 Bildung und Wissenschaft
4 Methoden des Türkisch-Lernens und Auswahl an Werken
4.1 Zielsetzung
4.1.1 Wissenschaftliche Werke
4.1.2 „Politisch-militärisch-wirtschaftliche“ Werke
4.1.3 Allgemeine Werke
4.2 Aufbau und Herangehensweise
5 Probleme und Auswirkungen
6 Fazit
7 Literatur
Die Arbeit untersucht die Gründe, Motivationen und Methoden des Türkisch-Lernens im Deutschen Reich zwischen 1900 und 1918, um das historische Interesse an der Sprache vor dem Hintergrund der deutsch-osmanischen Beziehungen zu beleuchten.
3.1 Militär
Militärische Gründe können wohl als wesentlich für die enge deutsch-osmanische Kooperation angesehen werden. Dabei bildeten das Deutsche Reich (und auch schon sein Vorläuferstaat Preußen) und das Osmanische Reich „ideale Verbündete“, denn die anderen europäischen Großmächte verfolgten Ziele, die das Osmanische Reich schwächen sollten. Sei es wie im Falle Österreich-Ungarns, welches Interesse an einer Expansion auf dem Balkan zeigte, oder wie im Falle des Russischen Reiches, Frankreichs und Großbritanniens, die koloniale Interessen verfolgten, sei es auf russischer und britischer Seite das Interesse an einer Kontrolle der osmanische Meerengen (also des Zugangs zum Schwarzen Meer). Auch auf französischer und britischer Seite bestand ein Interesse an einer Ausweitung ihrer Interessensphären im arabischen Raum und im Gegensatz dazu trat das Deutsche Reich in dieser Beziehung neutral auf und verfolgte keine eigenen Machtansprüche im Orient bzw. erhob keine Ansprüche auf osmanisches Territorium.
Um die Jahrhundertwende konnten die europäischen Mächte im militärischen (und wirtschaftlichen) Bereich starken Einfluss auf das Osmanische Reich ausüben. Die Briten kümmerten sich um die Ausbildung der osmanischen Flotte, während die Franzosen sich um die Aufstellung der osmanischen Gendarmerie bemühten. Vor diesem Hintergrund dauerte es lange, bis die seit 1882 begonnene deutsche Militärmission an Bedeutung gewann. „Wenn auch die Engländer die türkische Flotte kontrollierten, so bildete doch die preußischdeutsche Militärmission [...] den Hebel und das Symbol deutschen wirtschaftlichen wie politisch-militärischen Engagements und Interesses im Osmanischen Reich, so daß auch ein Bündnis mit der Türkei in einem möglichen europäischen Krieg naheliegend erschien.“ In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg wurde das Deutsche Reich daher bedeutendste Verbündete des Osmanischen Reiches, und insbesondere Großbritannien und Russland waren von dem wachsenden deutschen Einfluss auf den Sultan zunehmend beunruhigt.
1 Einleitung und Quellenlage: Diese B.A.-Arbeit führt in das Thema ein, skizziert die historische Relevanz des Türkisch-Lernens im Deutschen Kaiserreich (1900–1918) und stellt die verwendete Literatur vor.
2 Historischer Hintergrund, Vorgeschichte und die Deutsch-Osmanischen Beziehungen: Dieses Kapitel beleuchtet die langjährigen Beziehungen zwischen den europäischen Mächten und dem Osmanischen Reich, wobei insbesondere die deutsch-osmanische Annäherung im Kontext der imperialen Machtpolitik analysiert wird.
3 Gründe für das Türkisch-Lernen: Es werden die zentralen Motivationsfaktoren für das Erlernen der türkischen Sprache untersucht, die vor allem in militärischen Kooperationen, wirtschaftlichen Interessen und kulturellen Bestrebungen liegen.
4 Methoden des Türkisch-Lernens und Auswahl an Werken: Dieses Kapitel widmet sich der methodischen Analyse zeitgenössischer Lehrmaterialien und kategorisiert diese in wissenschaftliche, militär-wirtschaftliche und allgemeine Werke.
5 Probleme und Auswirkungen: Hier werden die kulturellen Missverständnisse und Kommunikationskonflikte thematisiert, die aus mangelnden Sprachkenntnissen und unterschiedlichen kulturellen Vorstellungen zwischen Deutschen und Osmanen resultierten.
6 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, wie das Interesse an der türkischen Sprache durch das politische Klima des Ersten Weltkriegs und die „Waffenbrüderschaft“ maßgeblich beeinflusst und schließlich durch die Niederlage beendet wurde.
7 Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit zitierten und verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Türkisch-Lernen, Osmanisches Reich, Deutsches Kaiserreich, Deutsch-osmanische Beziehungen, Militärmission, Sprachunterricht, Lehrbücher, Kulturpolitik, Erster Weltkrieg, Waffenbrüderschaft, Orientalistik, Sprachausbildung, Diplomatie, Wirtschaftsinteressen, Sprachgeschichte.
Die Arbeit untersucht die Geschichte und Entwicklung des Türkisch-Lernens im Deutschen Reich zwischen 1900 und 1918, eingebettet in den politischen und militärischen Kontext jener Zeit.
Zentrale Felder sind die militärische Kooperation, das wachsende wirtschaftliche Interesse, die Rolle von Kultur- und Bildungsvereinen sowie die Analyse der damaligen Lehrmethoden.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum Deutschsprachige während des Kaiserreichs ein Interesse am Türkisch-Lernen entwickelten und wie sich dieses Interesse in verschiedenen Werken und Publikationen niederschlug.
Die Arbeit basiert auf einer Quellen- und Literaturanalyse, bei der zeitgenössische Sprachlehrwerke, Grammatiken und historische Fachliteratur systematisch ausgewertet wurden.
Im Hauptteil werden die historischen Hintergründe der deutsch-osmanischen Beziehungen, die spezifischen Gründe für das Sprachstudium (Militär, Wirtschaft, Kultur) und eine detaillierte methodische Einordnung der Sprachlehrwerke vorgenommen.
Wichtige Begriffe sind „Waffenbrüderschaft“, „Türkenfieber“, deutsch-osmanische Kooperation, Sprachlehrbücher und imperialistische Interessen.
Die Militärmission fungierte als Symbol des deutsch-osmanischen Bündnisses und schuf durch den Bedarf an militärischer Fachterminologie und interkultureller Kommunikation einen starken Antrieb für deutsche Offiziere, Türkisch zu erlernen.
Mit der gemeinsamen Niederlage der Mittelmächte und dem anschließenden Systemwechsel in beiden Staaten verloren die meisten deutsch-türkischen Vereine ihre Existenzgrundlage, was zu einem raschen Abbruch des Interesses am Türkisch-Lernen führte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

