Bachelorarbeit, 2019
43 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
2 Lavaters Physiognomik
2.1 Definition Physiognomik
2.2 Lavaters Idealphysiognomik
3 Castingprozesse im Film
3.1 Das Casting
3.2 Definition Stereotypen
3.3 Stereotypen im Film
3.4 Technischer Fortschritt im Film
4 James Bond
4.1 Historie der James Bond-Reihe
4.2 Personenkonstellation der James Bond-Filme
4.3 Narrative Strukturen der James Bond-Romane
5 Physiognomik in Casino Royale und Dr. No
5.1 Casino Royale
5.1.1 James Bond
5.1.2 Bondgirl
5.1.3 Bösewicht
5.2 Dr. No
5.2.1 James Bond
5.2.2 Bondgirl
5.2.3 Bösewicht
6 Einordnung der Typen in Lavaters Physiognomik
7 Kritik an Lavaters Physiognomik
7.1 Georg Christoph Lichtenberg
7.2 Mythen des Alltags nach Roland Barthes
8 Fazit
9 Literatur
Die vorliegende Bachelorthesis untersucht die Wirkungsgeschichte der physiognomischen Theorie von Johann Casper Lavater aus dem 18. Jahrhundert durch deren Anwendung auf die Castingprozesse und Figurenkonstellationen der James Bond-Filmreihe. Es wird analysiert, inwiefern die äußere Erscheinung der Darsteller und die Zuweisung moralischer Attribute in den Filmen mit den idealphysiognomischen Vorstellungen Lavaters korrelieren und ob sich diese als wissenschaftliches Modell oder als wirkmächtiger Mythos einordnen lassen.
3.1 Das Casting
Um eine geeignete Kandidatin oder geeigneten Kandidaten zu finden, veranstalten Regisseure Castings, in denen sich Schauspieler vorstellen können. Regisseure sind in ihren Castings meist an die Vorgaben des Drehbuchs gebunden (vgl. von Keitz 2016: 265). Diese variieren jedoch sehr stark in der Detailliertheit ihrer äußerlichen Beschreibungen. Umso genauer eine Person beschrieben ist, umso weniger Freiheit bleibt dem Regisseur. Ursula von Keitz beschreibt das Finden eines passenden Darstellers wie folgt: „Die zunächst (und bis zum Vorsprechen) um eine Gruppe von Darstellern kreisende Vorstellung gilt es im Besetzungsprozess so weit einzugrenzen, bis die Person gefunden ist, die für die zu vergebene Rolle als richtige identifiziert wurde. Der so ‚gefundene Körper‘ ist damit Ergebnis einer sich immer mehr verfeinernden Wahl aus möglichen Darstellern“. (von Keitz 2016: 266)
Neben den Erscheinungsbildern der Kandidaten sind natürlich auch ihre Stimmen und deren intonatorische Variationsbreite entscheidend. Somit lassen sich die Stimme, das Alter und die Statur als Faktoren im Auswahlverfahren festhalten, jedoch liegt im Film der Fokus auf dem Gesicht des Darstellers. Dies ist durch die zentrale Bedeutung der Mimik in der Bildung von Figurenemotion begründbar. (vgl. von Keitz 2016: 267)
Des Weiteren beeinflussen Faktoren, die unabhängig von Äußerlichkeiten sind, den Prozess des Castings. „Besetzungspraktiken bei Film und Fernsehen sind häufig vom Wissen um die bis dahin von den Schauspielern verkörperten Rollen und ihre damit eng verbunden öffentlichen Images geprägt“ (von Keitz 2016: 269). Laut Ursula von Keitz lassen sich Sender und Filmstudios als Marken verstehen, zu dessen Format, Programm- und Senderidentität das Image des Schauspielers passen muss. Außerdem ist der Grad an Prominenz der Hauptdarsteller ein wichtiges Kriterium im Auswahlverfahren.
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Forschungsgegenstand, der die Verbindung zwischen historischer Physiognomik und moderner Filmcasting-Praxis am Beispiel von James Bond herstellt.
2 Lavaters Physiognomik: Dieses Kapitel erläutert die Grundthesen Johann Casper Lavaters zur Erkennbarkeit des Inneren durch äußere Merkmale und seine Idealvorstellung der Physiognomie.
3 Castingprozesse im Film: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Castings, der Stereotypenbildung und die Bedeutung des technischen Fortschritts durch die Großaufnahme im Film erörtert.
4 James Bond: Es erfolgt ein Überblick über die Historie der Reihe, die Personenkonstellation und die narrative Struktur der literarischen Vorlagen von Ian Fleming.
5 Physiognomik in Casino Royale und Dr. No: Dieses Kapitel vergleicht die literarischen Beschreibungen der Protagonisten, Bondgirls und Bösewichte mit der Auswahl der Filmschauspieler in den genannten Werken.
6 Einordnung der Typen in Lavaters Physiognomik: Hier werden die Ergebnisse der Casting-Analyse mit der physiognomischen Lehre Lavaters synthetisiert und auf ihre Übereinstimmung geprüft.
7 Kritik an Lavaters Physiognomik: Eine kritische Reflexion der physiognomischen Theorie durch die Gegenpositionen von Georg Christoph Lichtenberg und die semiotische Analyse von Roland Barthes.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Physiognomie in den Bond-Filmen eher ein konstruierter Mythos als eine empirische Wissenschaft ist.
9 Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Physiognomik, James Bond, Ian Fleming, Casting, Stereotypen, Filmwissenschaft, Johann Casper Lavater, Narrative Struktur, Typenbildung, Georg Christoph Lichtenberg, Roland Barthes, Mythos, Figurenanalyse, Besetzungspraxis, Literaturverfilmung
Die Arbeit untersucht, ob und wie die historische Lehre von Johann Casper Lavater, Menschen anhand ihres Äußeren zu beurteilen, in modernen Castingprozessen von James Bond-Filmen fortwirkt.
Die zentralen Felder sind die Physiognomik des 18. Jahrhunderts, Casting-Praktiken im Film, die literarische Figurenkonstellation von Ian Fleming sowie die wissenschaftskritische Betrachtung dieser Konzepte.
Ziel ist es zu prüfen, ob die Besetzung von Filmfiguren in der James Bond-Reihe physiognomischen Mustern folgt, die den Thesen Lavaters entsprechen, und diese als mythologische Konstruktion zu entlarven.
Die Arbeit nutzt den komparativen Vergleich zwischen Primärliteratur und filmischer Umsetzung sowie die Analyse narrativer Strukturen nach Umberto Eco und die Mythen-Theorie von Roland Barthes.
Der Hauptteil analysiert die Charakterisierungen in den Romanen Casino Royale und Dr. No und vergleicht diese mit der Auswahl der entsprechenden Filmschauspieler hinsichtlich ihrer physiognomischen Merkmale.
Physiognomik, James Bond, Casting, Stereotypen, Mythos, Charakterbildung und Literaturverfilmung.
Die Großaufnahme wird als technischer Fortschritt definiert, der den Fokus im Film stärker auf die Mimik und physiognomische Details des Gesichts lenkt als es im Theater der Fall war.
Barthes dient dazu, die Physiognomik als ein sekundäres semiotisches System zu entlarven, das historische Tatsachen in einen natürlichen Mythos umdeutet, um eine bestimmte Ideologie zu stützen.
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