Bachelorarbeit, 2015
48 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Große Koalitionen und ihre Sozialpolitik seit 1966
1.2 Anthony Downs Beitrag zur Neuen Politischen Ökonomie
1.3 Forschungsfrage
2. Theorie und Methodik
2.1 Grundannahmen des Rational-Choice-Ansatzes
2.1.1 Der Methodologische Individualismus als Erkenntnisgrundsatz
2.1.2 Der Homo Oeconomicus als zentrales Handlungsprinzip
2.2 Kernelemente der Ökonomischen Theorie der Demokratie nach A. Downs
2.2.1 Institutioneller Bezugsrahmen
2.2.2 Wähler und Parteien als nutzenmaximierende Akteure
2.2.3 Vollständige und unvollständige Information
2.2.4 Bildung des Parteidifferentials
2.2.5 Das Medianwählertheorem
2.2.6 Das „Paradox des Wählens“ und weitere Kritikpunkte
2.3 Das Mehrparteiensystem als Sonderfall der Down’schen Theorie
2.4 Forschungsmethode und Hypothesen
3. Rentenpaket der Bundesregierung 2014
3.1 Sozialpolitische Ausgangslage
3.2 Rentenpolitische Ziele von Union und SPD zur Bundestagswahl 2013
3.3 Bildung der Großen Koalition 2013
3.4 Zusammensetzung der Wählerschaft bei der Bundestagswahl 2013
3.5 Einzelmaßnahmen des Rentenpakets
3.5.1 Abschlagsfreie ‚Rente mit 63‘ und Mütterrente
3.4.2 Weitere Begleitmaßnahmen
4. Expertenkritik und prognostizierte Auswirkungen des Rentenpakets
4.1 Prof. Dr. Sinns Plenarvortrag auf der Jahrestagung der DGD 2004
4.2 Der Staff Report des Internationalen Währungsfonds
4.3 Das Jahresgutachten 2014/2015 des Sachverständigenrats
5. Fazit
5.1 Langfristige gesamtwirtschaftliche Risiken durch das Rentenpaket
5.2 Kongruenz der Profiteure des Rentenpakets mit der Wählerschaft der Regierungsparteien
5.3 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht politökonomisch, warum die Bundesregierung im Jahr 2014 ein Rentenpaket verabschiedete, das von Experten und Wissenschaftlern ökonomisch weitgehend kritisch bewertet wurde. Mithilfe des Rational-Choice-Ansatzes von Anthony Downs wird analysiert, inwieweit dieses politische Handeln als eigennutzorientierte Klientelpolitik gegenüber älteren Wählergruppen interpretiert werden kann, um Stimmenmaximierung zu betreiben, und welche langfristigen volkswirtschaftlichen Risiken daraus resultieren.
2.1.2 Der Homo Oeconomicus als zentrales Handlungsprinzip
Dieser Abschnitt widmet sich nun der Bestimmung der Handlungsstrukturen beziehungsweise der Maximen, wonach sich das Handeln richtet. Alleiniger Gradmesser jeglichen Handelns ist die Rationalität. Das bedeutet, jemand ordnet aufgrund eines Präferenzschemas bestimmte Handlungsalternativen hierarchisch nach deren Nutzen, um anschließend diejenige Alternative auszuwählen, die den größten Nutzen verspricht.
Wichtig ist dabei anzumerken, dass der Homo Oeconomicus dabei eigennützig handelt, also aus einer egoistischen Sichtweise heraus. Desweiteren bestimmt er den Nutzen aus einer Abwägung der Kosten und dem Ausmaß der Bedürfnisbefriedigung der jeweiligen Wahlmöglichkeit, was durch seine Fähigkeit ermöglicht wird, dass er jedem Gut beziehungsweise jeder Handlung einen subjektiven Wert zuschreiben kann.
Wie bereits in 2.1.1 erwähnt, steht der Entscheider jedoch nicht für sich alleine, sondern ist in seinem spezifischen Kontext eingebettet. Um jederzeit eine Präferenzhierarchie bilden und die beste Auswahl treffen zu können, muss der Homo Oeconomicus ständig allumfassend über Alternativen und Folgen der jeweiligen Handlung informiert sein.
Die Knappheit von Gütern, die wie bereits angeführt die Individuen zu gegenseitiger Interaktion zwingt und Entscheidungen abverlangt, äußert sich dabei als Restriktion, die in mehreren Formen auftreten können. Diese äußern sich zum Beispiel als Opportunitätskosten, wenn aufgrund der Wahl einer Handlung die Wahl einer anderen nicht mehr möglich ist. Auch die Art und die Anzahl der Restriktionen wirken sich auf das Verhalten des Homo Oeconomicus aus. Als letzter Punkt ist die Prämisse der Universalität zu nennen, was bedeutet, dass jegliches, menschliches Handeln zu jederzeit rational ist. Somit sind Framing-Effekte, Emotionen oder psychologische Faktoren, die ein irrationales Verhalten hervorrufen könnten, von vornherein als nicht maßgebend zu betrachten.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik Großer Koalitionen und deren Sozialpolitik ein und etabliert Anthony Downs' Theorie als theoretischen Rahmen zur Beantwortung der Forschungsfrage.
2. Theorie und Methodik: Hier werden die Grundannahmen des Rational-Choice-Ansatzes sowie die Kernelemente der Ökonomischen Theorie der Demokratie nach A. Downs dargelegt und methodisch auf das Mehrparteiensystem übertragen.
3. Rentenpaket der Bundesregierung 2014: Dieses Kapitel analysiert die sozialpolitische Ausgangslage, die rentenpolitischen Ziele der Parteien vor der Wahl 2013 sowie die spezifischen Maßnahmen des Rentenpakets im Detail.
4. Expertenkritik und prognostizierte Auswirkungen des Rentenpakets: In diesem Teil werden verschiedene Expertenmeinungen, darunter das ifo-Institut, der IWF und der Sachverständigenrat, zur Kritik an den ökonomischen Folgen des Rentenpakets zusammengefasst.
5. Fazit: Das Fazit bewertet die langfristigen gesamtwirtschaftlichen Risiken des Rentenpakets und bestätigt die Kongruenz der Maßnahmen mit der Wählerschaft der Regierungsparteien als Akt der Klientelpolitik.
Rentenpaket 2014, Große Koalition, Rational-Choice, Anthony Downs, Sozialpolitik, Alterssicherung, Stimmenmaximierung, Klientelpolitik, demografischer Wandel, Rente mit 63, Mütterrente, ökonomische Theorie der Demokratie, Wahlverhalten, Parteidifferential, Volkswirtschaftliche Risiken.
Die Arbeit untersucht politökonomisch das im Jahr 2014 verabschiedete Rentenpaket der deutschen Bundesregierung und hinterfragt dessen Zustandekommen vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Kritik.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Rentenpolitik als Mittel der Stimmenmaximierung, der Anwendung des Rational-Choice-Ansatzes auf Parteienverhalten sowie den ökonomischen Folgen rentenpolitischer Maßnahmen für die zukünftige Tragfähigkeit des Sozialstaates.
Die Forschungsfrage lautet: Warum brachte die schwarz-rote Bundesregierung ein Rentenpaket auf den Weg, das von Experten und Wissenschaftlern unter ökonomischen Gesichtspunkten in weiten Teilen als nicht sinnvoll erachtet wird?
Das methodische Vorgehen basiert auf einer qualitativen Inhaltsanalyse, die durch deduktive Ableitung von Hypothesen aus dem theoretischen Modell von Anthony Downs auf den Forschungsgegenstand angewendet wird.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des Rational-Choice-Ansatzes erarbeitet, anschließend das Rentenpaket der Bundesregierung 2014 detailliert analysiert und schließlich die Expertenkritik von Institutionen wie dem IWF und dem Sachverständigenrat ausgewertet.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Rentenpaket 2014, Rational-Choice, Anthony Downs, Stimmenmaximierung, Klientelpolitik und demografischer Wandel.
Da das Down’sche Modell primär auf einem Zweiparteiensystem basiert, wird im zweiten Kapitel die Theorie durch die Berücksichtigung von Koalitionszwängen und Wählerwahrscheinlichkeiten im deutschen Mehrparteiensystem spezifiziert.
Die Arbeit argumentiert, dass diese Maßnahmen primär auf die Wünsche der demografisch starken älteren Wählerschaft (Bestandsrentner und rentennahe Jahrgänge) abzielen, um deren Stimmen für die Regierungsparteien zu sichern, ungeachtet der langfristigen ökonomischen Risiken für Jüngere.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

