Examensarbeit, 2005
90 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Struktureller Überblick
2. Doping
2.1. Begriffsbestimmung „Doping“
2.2. Definitionsansätze
2.3. Dopingsubstanzen – Eine physiologische Analyse
3. Der gesellschaftlichen Doping- Diskurs – Ein Rückblick
3.1. Die Olympische Idee Coubertins und die Sportethik
3.2. Historischer Hintergrund
3.3. Die aktuelle Situation
4. Doping – Interaktion verschiedener sozialer Subsysteme? Eine soziologische Analyse
4.1. Die Athleten
4.2. Das System Hochleistungssport
4.3. Die Funktionäre
4.4. Das Publikum
4.5. Die Gesellschaft
4.5.1 Wirkung des Dopings auf die Gesellschaft
5. Institutionen des Konstellationsprodukts ´Doping`
5.1. Die Macht der Massenmedien
5.2. Recht
5.3. Sportmedizin
5.4. Dopinganalytik
6. Der Anti- Doping- Kampf
6.1. Die Aufgaben des IOC
6.2. Aufgabenbereiche der WADA und NADA
6.3. Das Doping- Kontrollsystem
6.4. Möglichkeiten der Dopingbekämpfung seitens des Staates
7. Lösungsansätze zum Dopingproblem
8. Zusammenfassung
9. Ausblick
Die Arbeit untersucht die Logik und die Mechanismen der bestehenden Dopingproblematik im Hochleistungssport durch eine soziologische Analyse. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, inwiefern Doping als ein systemisches Ergebnis aus der Interaktion verschiedener sozialer Subsysteme zu verstehen ist, anstatt den Athleten als alleinigen Schuldigen zu betrachten.
3.1. Die Olympische Idee Coubertins und die Sportethik
Befunde zur gegenwärtigen Situation des Sports kommen selten ohne den Begriff der Krise aus:
„Die vermutlich wichtigste Institution des Weltsports, das Internationale Olympische Komitee (IOC), das sich immer mehr als Verein idealistischer Ehrenmänner definierte, offenbarte sich in den vergangenen Jahrzehnten als korrupte Clique, womit zum einen die vom IOC gepflegte Ideologie des Olympismus, der „religio athletae“, wie es ihr Begründer Pierre de Coubertin (1863-1937) nannte, ad absurdum geführt wurde.“
In den Gründerjahren des Industriezeitalters sah der Pädagoge Coubertin sein traditionelles Weltbild aufs Tiefste erschüttert. Bei der Erforschung der neuen Machtverhältnisse kritisierte er hauptsächlich die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts etablierende Diskursformation, den zunehmenden Einfluss der Naturwissenschaften sowie die damit verbundenen Phänomene gesellschaftlicher Rationalisierung und Technologisierung, die zunehmend wissenschaftlich geprägt waren. Aus Bauern wurden Fabrikarbeiter, aus Bürgern Angestellte. Profitstreben und Egoismus, war Coubertin überzeugt, würden gegenüber familiären Bindungen und überkommenen Werterhaltungen triumphieren. Der Aristokrat empfand die Dynamik der Veränderung als geradezu krankhaft und nahm in einer sich zunehmend ausdifferenzierten Welt einen allgemeinen moralischen Niedergang war. Gegen die allgemeine Verrohung, gegen Dekadenz und Trägheit wollte Coubertin eine umfassende Therapie setzen. Coubertin´s Idee bestand darin, eine Bewegung zu schaffen, deren öffentlicher Höhepunkt die alle vier Jahre stattfindenden Olympischen Spiele darstellen, in Anlehnung an die Olympischen Spiele der Antike. Diese sog. „Olympische Bewegung“ brauchte eine „Olympische Philosophie“ (Olympismus), d.h. eine inhaltliche, geistige Ausrichtung und konnte seiner Meinung nach nicht nur aus einem organisatorischen, institutionellen Rahmen, wie z.B. die des IOC´s, NOK´s etc., bestehen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Kommerzialisierung und Instrumentalisierung des Sports als Treiber für den Doping-Diskurs.
2. Doping: Dieses Kapitel definiert den Dopingbegriff, zeigt verschiedene Definitionsansätze auf und analysiert physiologische Aspekte von Dopingsubstanzen.
3. Der gesellschaftlichen Doping- Diskurs – Ein Rückblick: Es wird die historische Entwicklung des olympischen Sportverständnisses nach Coubertin und dessen Diskrepanz zur heutigen Realität analysiert.
4. Doping – Interaktion verschiedener sozialer Subsysteme? Eine soziologische Analyse: Hier wird Doping als systemisches Ergebnis sozialer Dynamiken zwischen Athleten, Funktionären, Publikum und Gesellschaft untersucht.
5. Institutionen des Konstellationsprodukts ´Doping`: Das Kapitel betrachtet die Rolle von Massenmedien, Recht, Sportmedizin und Dopinganalytik im Kontext des Doping-Phänomens.
6. Der Anti- Doping-Kampf: Es werden die Aufgaben des IOC, der WADA/NADA sowie Kontrollsysteme und staatliche Bekämpfungsmöglichkeiten erörtert.
7. Lösungsansätze zum Dopingproblem: Dieses Kapitel fokussiert auf präventive Strategien, insbesondere durch pädagogische Ansätze in Erziehung und Aufklärung.
8. Zusammenfassung: Die Kapitel zusammenfassend reflektiert die Arbeit die komplexen Strukturen des Doping-Netzwerks und plädiert für ganzheitliche Lösungsansätze.
9. Ausblick: Der Ausblick diskutiert zukünftige Herausforderungen, etwa durch Gentechnologie im Sport, und mahnt zu einer Rückbesinnung auf ursprüngliche Sportwerte.
Doping, Hochleistungssport, Sportethik, Pierre de Coubertin, Dopingbekämpfung, WADA, NADA, Systemtheorie, soziale Subsysteme, Sportmedizin, Prävention, Dopinganalytik, Leistungsgesellschaft, Körpermanipulation, gesellschaftlicher Diskurs.
Die Arbeit analysiert Doping nicht als isoliertes Fehlverhalten einzelner Athleten, sondern als ein komplexes, strukturelles Problem, das tief in den Institutionen und gesellschaftlichen Erwartungen des modernen Hochleistungssports verwurzelt ist.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der olympischen Idee, die soziologische Betrachtung des Sport-Systems, die Rolle von Massenmedien und Sportmedizin bei der Förderung oder Vertuschung von Doping sowie Möglichkeiten einer präventiven Dopingbekämpfung.
Das Ziel ist es, die "Logik" der Dopingproblematik aufzudecken und zu zeigen, dass Athleten oft in ein System eingebunden sind, das den Einsatz unerlaubter Mittel fast logisch erscheinen lässt, statt sie nur moralisch zu verurteilen.
Die Arbeit nutzt eine soziologische Analysemethode, um die Interaktionen zwischen verschiedenen sozialen Subsystemen (Athleten, Verbände, Sponsoren, Medien, Politik) innerhalb des Konstellationsprodukts "Doping" zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine soziologische Analyse des Sport-Systems sowie eine Untersuchung relevanter Institutionen (Recht, Medizin, Medien) und den verschiedenen Ansätzen zur Dopingbekämpfung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Systemlogik, Dopingmentalität, Konstellationsprodukt, Sportethik, Prävention und Leistungssport charakterisiert.
Obwohl Ärzte ethisch zur Gesundheitspflege verpflichtet sind, agieren sie im System Spitzensport oft als Ermöglicher der Leistungsmanipulation, um die Erfolge ihrer Athleten und damit ihre eigene Reputation zu sichern.
Das Publikum fordert zwar "sauberen" Sport, belohnt jedoch medienwirksame Höchstleistungen und zeigt wenig Bereitschaft, die systemischen Hintergründe von Doping zu hinterfragen, was den Druck auf die Athleten weiter erhöht.
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