Examensarbeit, 2001
111 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Der Wochenplan als Form des offenen Unterrichts
2.1. Die Öffnung von Schule und Unterricht
2.2. 2.2. Der pädagogische Auftrag der Grundschule
2.3. Die veränderte Lebenswelt der Kinder
2.4. Die Binnendifferenzierung als Reaktion auf die veränderte Kindheit
3. Die Ansätze der Reformpädagogik zur Öffnung von Schule und Unterricht
3.1. Einführung
3.2. Die Ansätze von Maria Montessori
3.3. Die Ansätze von Hugo Gaudig/Otto Scheibner
3.4. Die Ansätze von Helen Parkhurst
3.5. Die Ansätze von Peter Petersen
3.5. Die Ansätze von Celestin Freinet
3.7. Resümee über die Ansätze der Reformpädagogik
4. Der Wochenplan im offenem Unterricht
4.1. Das unterschiedliche Verständnis von Wochenplanunterricht
4.2. Der Wochenplan und seine verschiedenen Formen
4.3. Der offene Wochenplanunterricht
4.4. Die freie Arbeit im Rahmen des Wochenplans
5. Die Einführung des Wochenplans in der Grundschule
5.1. Einführung des Wochenplans im Anfangsunterricht
5.2. Einführung des Wochenplans als Quereinstieg
6. Der formaler Aufbau eines offenen Wochenplans
7. Aufgaben für den Wochenplan
8. Organisation des Wochenplanunterrichts
8.1. Einführung
8.2. Die Klassenraumgestaltung
8.3. Das Arbeitsmaterial
8.4. Das Schülerverhalten
8.4. Die Lehrerrolle
8.6. Differenzierung im Wochenplanunterricht
8.7. Differenzierte Lernhilfen
8.8. Ergebnissicherung und Kontrollmöglichkeiten
8.9. Probleme der Kinder beim Wochenplanunterricht
9. Der Wochenplanunterricht in der schulischen Praxis
9.1. Einführung
9.2. Ergebnisse und Interpretation der Umfrage
10. Bilanz
11. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wochenplanunterricht in der Grundschule im Spannungsfeld zwischen pädagogischem Anspruch und schulpraktischer Realität. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen der Wochenplanarbeit als Form des offenen Unterrichts kritisch zu analysieren und diese den tatsächlichen Erfahrungen von Lehrkräften gegenüberzustellen, um Optimierungspotenziale für die Schulpraxis aufzuzeigen.
4.1. Das unterschiedliche Verständnis von Wochenplanunterricht
Die Lehrkräfte der Grundschulen sind zwar alle an die jeweils gültigen Curricula gebunden, haben jedoch recht großen Spielraum, den Kindern das notwendige Wissen auf ihre Art und Weise zu vermitteln. Der Wochenplan ist der modernen Lehrkraft, wie auch schon einigen historischen Vorgängerinnen, dabei eine wertvolle Hilfe und zwar nicht nur in der Zeitstrukturierung.
In der pädagogischen und schulpolitischen Situation wird Wochenplanunterricht häufig in einem Atemzug mit Begriffen wie „Offener Unterricht“, „Offene Curricula“, „Freie Arbeit“ oder „Projektunterricht“ genannt (vgl. Jürgens 1994, S.18 f). Vielfach werden Wochenplanunterricht und offener Unterricht als Synonyme angesehen, was jedoch bei genauer Betrachtung definitorische Probleme mit sich bringt.
Die Praxis zeigt nämlich, dass ein unterschiedliches Verständnis von Wochenplanunterricht existiert:
Die eine Lehrkraft heftet am Anfang der Woche einen Arbeitsplan an die Wand, der diktiert, welche Aufgaben bis wann zu erledigen sind. Dass viele Schüler auf diese Weise die Woche schon mit Druck beginnen, den Arbeitsplan in der Schule unter Umständen nicht zu schaffen und folglich zusätzliche Hausaufgaben auf sich zukommen sehen, wird selten beachtet.
Die andere Lehrkraft verteilt eine Vielzahl von bunten Arbeitsblättern zu unterschiedlichen Lernbereichen der Kinder, mit der Bitte, ihre Ergebnisse in den Wochenplan einzutragen, immer mit dem Hinweis, dass sie nur das tun sollen, wozu sie wirklich Lust haben. Dass die Kinder stattdessen jedoch lustvoll über das Fernsehprogramm und die Sportergebnisse des Vortages debattieren, bleibt möglicherweise unerkannt.
Beide Lehrkräfte nennen ihren Unterricht Wochenplanunterricht und sind der Meinung, deshalb einen besonders offenen und schülerzentrierten Unterricht zu gestalten.
Aber welche Lehrkraft verwirklicht nun tatsächlich den angestrebten offenen und schülerzentrierten Unterricht?
1. Einleitung: Die Verfasserin beschreibt ihre persönliche Motivation für das Thema, ausgehend von Hospitationserfahrungen während ihrer Schulpraktischen Studien.
2. Der Wochenplan als Form des offenen Unterrichts: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Rahmen, einschließlich der Öffnung von Schule und Unterricht sowie der veränderten Kindheit als Begründung für binnendifferenzierten Unterricht.
3. Die Ansätze der Reformpädagogik zur Öffnung von Schule und Unterricht: Es wird untersucht, inwiefern historische Konzepte wie die von Montessori, Parkhurst oder Freinet als Vorläufer für heutigen Wochenplanunterricht dienen können.
4. Der Wochenplan im offenem Unterricht: Hier werden verschiedene Verständnisse und Formen des Wochenplans sowie dessen Verbindung zur freien Arbeit detailliert beleuchtet.
5. Die Einführung des Wochenplans in der Grundschule: Der Abschnitt bietet methodische Hinweise zur Implementierung des Wochenplans, unterteilt in Anfangsunterricht und Quereinstieg.
6. Der formaler Aufbau eines offenen Wochenplans: Fokus liegt auf der übersichtlichen Gestaltung des Plans und der Bedeutung von Kontrollspalten und Zeitleisten.
7. Aufgaben für den Wochenplan: Es werden verschiedene Aufgabentypen analysiert, die für die Förderung von Selbstständigkeit und Binnendifferenzierung relevant sind.
8. Organisation des Wochenplanunterrichts: Das Kapitel behandelt die notwendigen Rahmenbedingungen wie Raumgestaltung, Materialwahl, Lehrerrolle, soziale Regeln und Kontrollmöglichkeiten.
9. Der Wochenplanunterricht in der schulischen Praxis: Darstellung und Interpretation einer empirischen Umfrage an Kasseler Grundschulen bezüglich der tatsächlichen Umsetzung des Konzepts.
10. Bilanz: Zusammenfassende Einschätzung der Chancen und Probleme der Wochenplanarbeit im Lichte der theoretischen Ansprüche und der schulpraktischen Ergebnisse.
Wochenplanunterricht, Offener Unterricht, Grundschule, Binnendifferenzierung, Selbstständigkeit, Freiarbeit, Reformpädagogik, Schülerorientierung, Lehrerrolle, Lernorganisation, Leistungsdifferenzierung, Lernmotivation, Unterrichtsgestaltung, Selbstkontrolle, Schulpraxis.
Die Arbeit untersucht den Wochenplanunterricht in der Grundschule und hinterfragt, inwieweit die theoretischen Konzepte offener Unterrichtsformen in der praktischen Schulumsetzung tatsächlich realisiert werden.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des offenen Unterrichts, historische Bezüge zur Reformpädagogik, die methodische Gestaltung von Wochenplänen sowie eine empirische Bestandsaufnahme der Praxis an Grundschulen.
Das Ziel ist es, Diskrepanzen zwischen dem pädagogischen Anspruch an den Wochenplanunterricht und dessen tatsächlicher Ausführung in der Schule aufzuzeigen sowie Entwicklungsmöglichkeiten für eine effektivere Praxis zu benennen.
Die Autorin führte eine schriftliche Umfrage an 22 Grundschulen im Raum Kassel durch, um mittels Fragebögen Daten über die Einstellung und Erfahrungen der Lehrkräfte zur Wochenplanarbeit zu gewinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der reformpädagogischen Wurzeln, eine detaillierte Analyse der organisatorischen Voraussetzungen (Klassenraum, Material, Lehrerrolle) und die Auswertung der durchgeführten Lehrerbefragung.
Wesentliche Begriffe sind Wochenplanunterricht, Offener Unterricht, Binnendifferenzierung, Selbstständigkeit und Schulpraxis.
Die Autorin betont, dass der Wochenplan als „leerer Rahmen“ oft nur zur reinen Pflichterfüllung missbraucht wird, sofern er keine Wahlmöglichkeiten und eine echte Partizipation der Kinder an der Lernplanung ermöglicht.
Freie Tätigkeiten bilden das Zentrum für den individuellen Lernweg; sie sind essenziell, um echte Selbstständigkeit und Motivation zu fördern und den Unterricht vom starren lehrerzentrierten Schema zu lösen.
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