Masterarbeit, 2020
59 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG UND FRAGESTELLUNG
2. FORSCHUNGSGEGENSTAND
I. Das Gespräch
II. Das Therapiegespräch
3. DEPRESSION – DIE MEDIZINISCHE UND PSYCHOLOGISCHE DEFINITION
4. DEPRESSION AUS LINGUISTISCHER KONVERSATIONSANALYTISCHER PERSPEKTIVE
I. Verbale Parameter
i. Lexikalische Gestaltung
ii. Bildliche Darstellungen, Metaphern und Symbole
iii. Pronomen und pronominaler Wechsel
iv. Modalverben und Tempusformen
v. Formulierungen und Reformulierungen
vi. Generalisierungen und agensfreie Formulierungen
II. Paraverbale Parameter
i. Akzentuierung und Rhythmus
ii. Intonation
iii. Pausen
III. Nonverbale Parameter
i. Körperstellung, -haltung und -orientierung
ii. Handbewegungsverhalten
iii. Mimisches Verhalten
5. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
I. Zusammenfassung der Ergebnisse
II. Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwiefern sich Depressionen auf sprachlicher Ebene manifestieren und wie sich diese "Sprache der Depression" von gesunden Kommunikationsformen unterscheidet, wobei ein besonderer Fokus auf der Multimodalität (verbal, paraverbal, nonverbal) in Therapiegesprächen liegt.
i. Lexikalische Gestaltung
Für die Analyse einer depressionsspezifischen Lexik wird auf die textanalytische Untersuchung IN AN ABSOLUTE STATE: ELEVATED USE OF ABSOLUTIST WORDS IS A MARKER SPECIFIC TO ANXIETY, DEPRESSION AND SUICIDAL IDEATION (2018) von Mohammed Al-Mosaiwi und Tom Johnstone Bezug genommen, welche im Kontext von drei verschiedenen Studien primär negative und absolute Wörter in den Fokus ihrer Forschung nimmt. Neben diesen speziellen lexikalischen Hinweisen wurden beispielsweise auch Hilfsverben (auxiliary verbs) oder verwandte Begriffe (family related words) im Zusammenhang von Sprache und Depression miteinbezogen (vgl. Al-Mosaiwi, Johnstone 2018: S. 534).
Analog hierzu konnten auch Marciniak et al. festhalten, dass der Therapeut innerhalb der Sprachhandlung der Formulationen (siehe: Kapitel §2.II) das sprachliche Material des Klienten recycelt: „Der Therapeut nimmt das lexikalische Material des Patienten auf, orientiert sich teilweise auch syntaktisch und prosodisch daran und fokussiert einen bestimmten Aspekt.“ (2016: S. 6)
Insbesondere Wörter negativer Emotionen bzw. emotional aufgeladene Begriffe für die jeweiligen Inhalte wurden vor allem mittels negativer Adjektive und Adverbien wie unglücklich, einsam oder traurig von den ForenteilnehmerInnen ausgedrückt (vgl. Al-Mosaiwi, Johnstone 2018: S. 533, S. 535). Zudem deutet eine lexikalische Verdichtung bzw. eng getackte Wiederholung ein und desselben Begriffs zumeist auf eine erhöhte Relevanz und Markierung der rhematischen Einheiten hin (vgl. Schröder 2012: S. 152). Hinsichtlich bestimmter Interjektionen innerhalb des Patient-Therapeut-Gesprächs konnte festgestellt werden, dass etwa „[…] Partikel wie ne […] zur Vermeidung von Ablehnung möglicherweise dispräferierter Antworten dienen [können].“ (Schröder 2012: S. 205)
1. EINLEITUNG UND FRAGESTELLUNG: Einführung in die Thematik der Depression als Volkskrankheit und Formulierung der Fragestellung nach einer spezifischen "Sprache der Depression" in Therapiegesprächen.
2. FORSCHUNGSGEGENSTAND: Theoretische Herleitung des Gesprächs als Untersuchungsgegenstand sowie spezifische Charakterisierung des psychologischen Therapiegesprächs als asymmetrische Interaktionsform.
3. DEPRESSION – DIE MEDIZINISCHE UND PSYCHOLOGISCHE DEFINITION: Darstellung medizinischer und psychologischer Symptome und Diagnosekriterien von Depressionen unter besonderer Berücksichtigung der interaktionellen Ebene.
4. DEPRESSION AUS LINGUISTISCHER KONVERSATIONSANALYTISCHER PERSPEKTIVE: Analyse verbaler, paraverbaler und nonverbaler sprachlicher Parameter, die bei depressiven Patienten in Therapiekontexten auftreten können.
5. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Zusammenfassung der wesentlichen linguistischen Erkenntnisse über sprachliche Indikatoren für Depression und Diskussion weiterführender Forschungsansätze.
Depression, Gesprächsanalyse, Konversationsanalyse, Psychotherapie, Therapiegespräch, Verbale Parameter, Paraverbale Parameter, Nonverbale Kommunikation, Metaphern, Pronomen, Intonation, Körperhaltung, Gestik, Multimodalität, Linguistik.
Die Arbeit untersucht sprachliche und interaktionale Besonderheiten bei Patienten mit Depressionen innerhalb von psychologischen Therapiegesprächen aus einer linguistischen Perspektive.
Die zentralen Felder sind die Analyse von verbalen (z. B. Wortwahl), paraverbalen (z. B. Intonation, Rhythmus) und nonverbalen (z. B. Körperhaltung, Mimik) Kommunikationsmitteln im Kontext depressiver Erkrankungen.
Ziel ist es, linguistische Marker zu identifizieren, die bei depressiven Patienten auftreten, und zu untersuchen, wie sich diese von einer "gesunden" Sprache unterscheiden.
Die Untersuchung basiert auf einer literaturbasierten gesprächsanalytischen und konversationsanalytischen Methode, um bestehende Forschungsquellen und Transkriptausschnitte linguistisch auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse verbaler Merkmale (wie Wortwahl und Pronomina), paraverbaler Merkmale (wie Intonation und Pausen) sowie nonverbaler Merkmale (wie Gestik und Körperhaltung) depressiver Patienten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Depression, Gesprächsanalyse, Multimodalität, therapeutische Kommunikation und linguistische Marker charakterisieren.
Sie dient als Fallbeispiel, um zu zeigen, wie Patienten ihre Kognitionen durch Symbole metaphorisch in das Gespräch einbringen und wie Therapeuten diese Metaphern nutzen, um Intersubjektivität herzustellen.
Studien zeigen, dass bei klinischer Depression eine Abnahme der Quantität und Geschwindigkeit von Gesten auftritt, während körperfokussierte Handbewegungen bei belastenden Themen zunehmen können.
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