Bachelorarbeit, 2015
60 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Stand der Technik
2.1 Grundlagen der Zerspanung
2.1.1 Schnittvorgang (Bewegungen, Winkel, Vorschub, Schnitttiefe/-breite)
2.1.2 Spanbildung und -arten
2.1.3 Mechanische und thermische Beanspruchung
2.1.4 Besonderheiten bei der Zerspanung von Aluminium und Kupfer
2.2 Zerspanung – Drehen
2.2.1 Drehwerkzeug
2.2.2 Toleranzen von Wendeschneidplatten
2.2.3 Drehprozesse
2.3 Recycling von Spänen
2.4 Vollvorwärtsfließpressen und Mikro- Vollvorwärtsfließpressen
2.4.1 Vollvorwärtsfließpressen
2.4.2 Mikrovollvorwärtsfließpressen
2.4.3 Besonderheiten von Aluminium und Kupfer im Fließpressprozess
2.5 Grundprozess der Gefügeumwandlung
3 Aufgabenstellung und Zielsetzung
4 Charakterisierung der hergestellten Späne
4.1 Werkstoffe und Versuchsplan
4.2 Eigenspannungsmessung
4.2.1 Grundlagen zur Röntgendiffraktometrie
4.2.2 Messungen der Eigenspannungen
4.3 Oberflächencharakterisierung
4.3.1 Messungen oder Oberflächenqualität
4.3.2 Zusammenfassung der Oberflächencharakterisierung
4.4 Kleinlasthärtemessung
4.4.1 Prinzip der Härteprüfung nach Vickers
4.4.2 Probenpräparation
4.4.3 Ergebnisse der Härtemessungen
4.5 Prognose über Umformeigenschaften
4.6 Auswahl einer Spanart
4.7 Möglichkeiten zur Verbesserung der Umformeigenschaften
5 Mikro-Vollvorwärtsfließpressprozess
5.1 Verschiedene Werkzeugkonzepte
5.2 Auswahl eines Konzepts und Dimensionierung
5.3 Neukonstruktion des Werkzeugs
6 Diskussion der Ergebnisse
7 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung von Metallspänen, die bei Fräs- und Drehprozessen anfallen, als alternative Halbzeuge für einen Mikro-Vollvorwärtsfließpressprozess. Das primäre Ziel besteht darin, Grundlagenwissen für eine direkte Mikroumformung zu erarbeiten, um den energieintensiven Recycling-Prozess durch Einschmelzen zu vermeiden und Kosten zu senken.
2.1.4 Besonderheiten bei der Zerspanung von Aluminium und Kupfer
Bei der Zerspanung müssen Prozessgrößen, wie Drehzahl oder Vorschub auf das verwendete Material eingestellt werden. Bei Kupfer und Aluminium kommt es dabei speziell auf das Werkzeug und die Kennwerte des Schneidvorgangs an. Speziell sind hier Schnittgeschwindigkeit und Vorschub zu nennen.
a) Besonderheiten von Aluminium: Aluminium findet vielseitig Anwendung als Konstruktionswerkstoff in diversen Industriebranchen, wie beispielsweise in der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie oder dem Anlagenbau. Auch ist es in der Lebensmittelindustrie nicht wegzudenken. Reinaluminium besitzt eine geringe Dichte von ρal = 2,7 kg/dm³ bei allerdings auch nur einer geringen Festigkeit (Zugfestigkeit ca. 95 MPa) und lässt sich durch diese Eigenschaften gut Umformen. Es bietet einen guten Kompromiss wenn man ein Bauteil mit geringem Gewicht benötigt, welches nicht hoch beansprucht ist. Somit findet Aluminium meistens in Form einer Legierung Anwendung. Vergleicht man nun die Zerspanung von Aluminium mit der von Stahl, ergeben sich hier wesentlich geringere Grenzflächentemperaturen (ca. 350°C). Allerdings darf hier nicht vernachlässigt werden, dass der Schmelzpunkt bei ca. 520–600°C liegt. Das hat zur Folge, dass beim Zerspanen von Reinaluminium die Prozessparameter sehr genau eingestellt werden müssen, da sonst die entstehenden Temperaturen das Material partiell aufschmelzen können und somit zu Gefügeumwandlungen (grobkörniges) führen können.
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und Motivation, Metallspäne direkt als Halbzeug für Umformprozesse statt durch energieintensives Einschmelzen zu recyceln.
2 Stand der Technik: Theoretische Grundlagen zu Zerspanungsprozessen, Drehverfahren, Spanbildung sowie den speziellen Anforderungen an das Vollvorwärtsfließpressen und Mikroumformen.
3 Aufgabenstellung und Zielsetzung: Festlegung des Forschungsziels, ein grundlegendes Verständnis für die direkte Mikroumformung von Spänen zu entwickeln.
4 Charakterisierung der hergestellten Späne: Detaillierte experimentelle Analyse der Späne hinsichtlich Eigenspannungen, Oberflächenrauheit und Härte unter Variation der Schnittparameter.
5 Mikro-Vollvorwärtsfließpressprozess: Erarbeitung und Auswahl eines Werkzeugkonzepts sowie die konstruktive Dimensionierung des Matrizenaufbaus für den Umformprozess.
6 Diskussion der Ergebnisse: Zusammenführende Auswertung der gemessenen Daten und Bewertung der Eignung der untersuchten Späne für nachfolgende Umformschritte.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der gewonnenen Erkenntnisse und Identifikation potenzieller Ansätze für zukünftige Forschungsarbeiten.
Metallspäne, Zerspanung, Mikro-Vollvorwärtsfließpressen, Kaltmassivumformung, Eigenspannungsmessung, Röntgendiffraktometrie, Oberflächencharakterisierung, Kleinlasthärtemessung, Umformeigenschaften, Aluminium, Kupfer, Rekristallisationsglühen, Spanbildung, Drehprozess, Mikrobauteile.
Die Arbeit befasst sich mit der direkten stofflichen Verwertung von Metallspänen, die bei Zerspanungsprozessen als Abfallprodukt anfallen, als Halbzeug für die Herstellung von Mikrobauteilen mittels Vollvorwärtsfließpressen.
Die zentralen Felder sind die Materialcharakterisierung der Späne, die Prozessanalyse der Zerspanung, die Untersuchung von Materialveränderungen während der Spanbildung sowie die werkzeugtechnische Auslegung für den Mikroumformprozess.
Das primäre Ziel ist es, Grundlagenwissen zu generieren, ob eine bei der Zerspanung anfallende Spanart direkt umgeformt werden kann, um somit das energieintensive Einschmelzen beim Recycling zu umgehen.
Es kommen metallographische Untersuchungen, Röntgendiffraktometrie zur Eigenspannungsmessung, Laserscanning-Mikroskopie zur Oberflächenanalyse sowie Vickers-Kleinlasthärtemessungen zur Anwendung.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Versuchsplanung und -durchführung, die Auswertung der physikalischen Eigenschaften (Härte, Eigenspannung, Rauheit) der erzeugten Späne sowie die Entwicklung und Dimensionierung eines zweiteiligen Matrizenwerkzeugs.
Die wichtigsten Begriffe sind Metallspäne, Mikroumformung, Fließpressen, Eigenspannungsanalyse, Zerspanung und Werkstoffcharakterisierung.
Dieser Span zeichnet sich durch einen nahezu eigenspannungsfreien Zustand sowie die beste Oberflächengüte aus, was ihn laut den Messdaten als bestgeeignetes Halbzeug für den untersuchten Umformprozess auszeichnet.
Die Arbeit diskutiert als Lösungsansatz verschiedene Glühverfahren, insbesondere das Rekristallisationsglühen, um die durch die Zerspanung induzierte Kaltverfestigung rückgängig zu machen und das Formänderungsvermögen wiederherzustellen.
Das Werkzeugdesign ist entscheidend, da es den direkten Einfluss auf das Auswerfverhalten und die Vermeidung von Stempelkippern hat; hier wurde ein zweiteiliger Matrizenaufbau gewählt, um den prozesstechnischen Anforderungen gerecht zu werden.
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