Examensarbeit, 1992
48 Seiten, Note: 2.0
0.Einleitung
1. Der Darstellungsaspekt des Gottesdienstes.
1.1 Die Dramaturgie als Problem der Liturgie
1.1.1 Gestaltung als Aufgabe theologischer Ästhetik
1.1.2 Exkurs zum 'theatrum mundi'
1.2 Darstellung und öffentliches Handeln
1.2.1 Exkurs: Diderots "Paradox über den Schauspieler
1.3 Der Gottesdienst als öffentliche Darstellung
1.3.1 Der öffentliche Charakter des Gottesdienstes
1.3.2 Exkurs:'Offentliche reytzung' oder 'Arkandisziplin'?
1.3.3 Gottesdienst als 'darstellendes Handeln'
2. Die Dramaturgie des Gottesdienstes
2.1 Ansätze zur Dramaturgie der Liturgie
2.1.1 Gottesdienst als liturgisches Drama
2.1.2 Die Frage nach der "theatralischen Situation"
2.2 Die dramatischen Elemente des Gottesdienstes
2.2.1 Raum
2.2.2 Kostüme
2.2.3 Die Handlung
2.2.4 Akteure
3. Fallbeispiel: "Der bewegte Tod"
3.1 'Neue Form Gottesdienst'
3.2 'Choralgraphisches Theater': "Der bewegte Tod"
3.3 'Kurs Bibliodrama'
4. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den Gottesdienst als darstellendes Handeln der Kirche und erforscht, wie dramaturgische Perspektiven und Methoden der Theaterwissenschaft genutzt werden können, um den Gottesdienst in einer modernen Gesellschaft als bedeutsames und öffentlich wirksames Ereignis zu gestalten.
2.1 Ansätze zur Dramaturgie der Liturgie
"Es ist ein altes Stück, das da Sonntag für Sonntag in unseren Kirchen aufgeführt wird: Der Handlungsrahmen, die wichtigsten Texte und Töne liegen seit Jahrhunderten fest. Kulissen, Bühnenausstattung dürfen nur innerhalb eines bestimmten Grundmusters variieren: Der Handlungsrahmen schreibt auch die Schauplätze der Handlung fest, und solche Festschreibung im Raum fixiert und tradiert ihrerseits die überlieferte Handlung des Stücks. Die Kostümierung der Hauptdarsteller ist wenig abwechslungsreich; zaghafte Versuche, hieran etwas zu ändern, stoßen meist auf den Widerstand des Publikums..."
So beginnt K. H. BIERITZ seine Betrachtung zur Dramaturgie des Gottesdienstes und versteht ihn als inszeniertes Werk. Den methodischen Hintergrund für die darauf folgende Untersuchung des Gottesdienstes liefert ihm die Semiotik. Darüber läßt sich der Gottesdienst als offene, sinnerzeugende Form definieren, die auf einem strukturierenden Code, d.h. Deutungssystem, aufbaut. Die Struktur wird mit Hilfe der Terminologie des Theaters faßbar, indem sich der Ablauf des Gottesdienstes unter dramaturgischen Gesichtspunkten beschreiben läßt.
0.Einleitung: Die Einleitung stellt die praktisch-theologische Relevanz einer dramaturgischen Untersuchung des Gottesdienstes vor und skizziert die Problematik einer Krise des Gottesdienstes sowie die Notwendigkeit neuer Ausdrucksformen.
1. Der Darstellungsaspekt des Gottesdienstes.: Dieses Kapitel beleuchtet das Spannungsfeld zwischen theologischer Ästhetik, öffentlicher Darstellung und den historischen sowie soziologischen Hintergründen des Theaters als Metapher.
2. Die Dramaturgie des Gottesdienstes: Hier werden die methodischen Ansätze zur Dramaturgie der Liturgie sowie die konkreten dramatischen Elemente – Raum, Kostüme, Handlung und Akteure – im Gottesdienst detailliert untersucht.
3. Fallbeispiel: "Der bewegte Tod": Anhand des Projekts der Versöhnungsgemeinde Berlin-Wedding wird praktisch erprobt, wie dramaturgische und theaterpädagogische Elemente in die gottesdienstliche Praxis integriert werden können.
4. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass eine erlebnisorientierte, dramaturgisch durchdachte Liturgie einen entscheidenden Weg aus der Krise des Gottesdienstes darstellen kann.
Gottesdienst, Liturgie, Dramaturgie, darstellendes Handeln, Theatrum Mundi, Ästhetische Praxis, Öffentliche Darstellung, Ritual, Kirchenraum, Ausdruck, Kommunikation, Christliches Drama, Mimesis, Bibliodrama, Verkündigung.
Die Arbeit untersucht den Gottesdienst aus einer dramaturgischen Perspektive und erforscht, wie die Kirche durch "darstellendes Handeln" ihre Botschaft in der modernen Gesellschaft neu vermitteln kann.
Zentrale Themen sind die Theatralität des Gottesdienstes, die Wiederentdeckung ritueller Handlungsspielräume, das Verhältnis von Ästhetik und Verkündigung sowie die Bedeutung von Kommunikation im öffentlichen Raum.
Das Ziel ist es, den Gottesdienst als inszeniertes Werk zu begreifen, um durch kreative Gestaltung neue Zugänge zum christlichen Glauben zu schaffen und die Kommunikation in der Gemeinde zu beleben.
Die Arbeit nutzt Ansätze aus der Praktischen Theologie, der Semiotik sowie der Theatersoziologie, um liturgische Abläufe dramaturgisch zu analysieren und zu bewerten.
Im Hauptteil werden der theologische Stellenwert der Ästhetik, die dramatischen Elemente wie Raum und Akteure sowie ein konkretes Fallbeispiel aus einer Kirchengemeinde eingehend analysiert.
Wichtige Begriffe sind Gottesdienst, Dramaturgie, Liturgie, darstellendes Handeln, Ästhetische Praxis, Mimesis, christliches Drama und Kerygma.
Luther wird als Impulsgeber betrachtet, der durch seine Betonung von Bildlichkeit, Sprache und die Einbeziehung der Gemeinde in den Gottesdienst Grundlagen für ein "darstellendes Handeln" legte.
Das Fallbeispiel "Der bewegte Tod" dient dazu, die theoretischen Überlegungen zur Dramaturgie an der Praxis einer konkreten Kirchengemeinde zu veranschaulichen und deren Erfolg zu dokumentieren.
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