Fachbuch, 2021
79 Seiten
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Methodische Vorgehensweise
1.3 Kritischer Literaturüberblick
2 Blockchain Technologie
2.1 Grundlage: Bitcoin-Blockchain
2.2 Blockchain-Datenstruktur
2.3 Skalierbarkeit
2.4 Konsensfindung und Validierung
2.5 Private und öffentliche Blockchains
2.6 Smart Contracts
2.7 Colored Coins
2.8 Sidechains
3 Smart Bonds
3.1 Potenzial der Blockchain-Technologie im Kapitalmarkt
3.2 Entwicklungsstand im Kapitalmarkt
3.3 Darstellung und Struktur
3.4 Handel ohne Intermediäre
3.5 Post-Trade
4 Vorschlag für ein Blockchain-Design
4.1 Permissioned Blockchain
4.2 Smart Contracts
4.3 Security Token
4.4 Proof-of-Stake
4.5 Technische Realisierungsmöglichkeiten
5 Zusammenfassung
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konzeption einer Anleihe auf Basis der Blockchain-Technologie (Smart Bonds), um das Potenzial für eine grundlegende Neugestaltung der Kapitalmarktinfrastruktur zu bewerten. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie Finanzintermediäre durch technologische Alternativen ersetzt werden können und welche Design-Entscheidungen für eine solche Blockchain-Plattform kritisch sind.
2.1 Grundlage: Bitcoin-Blockchain
Die grundsätzliche Funktionsweise der heutigen Blockchain-Technologie basiert auf der Kryptowährung Bitcoin, wie im White Paper „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ beschrieben. Darin wird ein webbasiertes Zahlungverkehrssystem skizziert, das den direkten Transfer digitaler Vermögenswerte zwischen Sender und Empfänger ermöglicht. Durch die Verwendung von kryptographischen Komponenten und eines Peer-to-Peer Netzwerkes (P2P-Netzwerk) besteht keine Notwendigkeit eines Finanzintermediärs. Die Kryptowährung Bitcoin fungiert dabei als Rechnungseinheit und die Blockchain dient als dezentrales Register, das vergangene Transaktionen bei allen Teilnehmern des Netzwerkes, sogenannten Knoten, abspeichert.
Bitcoin basiert auf zwei kryptographischen Schemata: Public-Key-Kryptographie bzw. digitale Signaturen und kryptographische Hashfunktionen. Erstere ermöglicht den Austausch genauer Zahlungsanweisungen zwischen den Parteien einer Transaktion, und letztere wird verwendet, um Transaktionsdetails in der Blockchain aufzuzeichnen.
Die Funktionsweise und der Ablauf einer Bitcoin-Transaktion soll an einem Beispiel verdeutlicht und anschließend in Abbildung 5 visualisiert werden. Hierfür wird angenommen, dass Alice Bitcoins an Bob transferieren möchte. Im Bitcoin-Netzwerk existieren keine Kontonummern, stattdessen verwenden Benutzer zur Erzeugung und Signierung einer Transaktion private Schlüssel. Für diesen Zweck benutzt Alice, als Erzeugerin des privaten Schlüssels, eine Wallet-Software. Solch eine Software bietet jedem Nutzer Zugang zum Bitcoin-Netzwerk und ermöglicht die Verwaltung von Bitcoin-Adressen, sowie die Transaktion von Bitcoins. Ein wichtiges Detail ist, dass die Netzwerkknoten weder die Identität von Alice noch von Bob kennen, da die Benutzer nur durch ihre Adressen identifiziert werden. Das Bitcoin-Netzwerk erlaubt seinen Nutzern Pseudonymität. Somit benötigt Alice für ihre Transaktion keinerlei persönlichen Daten von Bob, sondern lediglich seine Bitcoin-Adresse.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Problematik der Kapitalmarktinfrastruktur ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Konzeption einer Blockchain-basierten Anleihe zu untersuchen.
2 Blockchain Technologie: In diesem Kapitel werden die technischen Grundlagen der Blockchain auf Basis von Bitcoin sowie Konzepte wie Skalierbarkeit, Konsensmechanismen und Smart Contracts erläutert.
3 Smart Bonds: Dieser Abschnitt analysiert das Potenzial der Technologie für den Kapitalmarkt, beschreibt den aktuellen Entwicklungsstand und untersucht die Struktur sowie den Handel von Smart Bonds.
4 Vorschlag für ein Blockchain-Design: Basierend auf den Voranalysen wird hier ein spezifisches Architekturmodell für eine permissioned Blockchain unter Verwendung von Smart Contracts und Proof-of-Stake entwickelt.
5 Zusammenfassung: Hier werden die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und die technologischen Voraussetzungen für eine digitale Kapitalmarktinfrastruktur rekapituliert.
6 Fazit: Das Fazit bewertet das disruptive Potenzial der Blockchain-Technologie und skizziert die Zukunftsszenarien für den Einsatz dieser Technologie im Kapitalmarkt.
Blockchain, Smart Bonds, Kapitalmarkt, Finanzintermediäre, Smart Contracts, Distributed-Ledger-Technology, Tokenisierung, Anleiheemission, Atomic Swap, Permissioned Blockchain, Proof-of-Stake, Clearing, Settlement, Wertpapiere, Kryptowährung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Transformation der heutigen, oft ineffizienten Kapitalmarktinfrastruktur durch den Einsatz der Blockchain-Technologie und der Einführung von sogenannten Smart Bonds.
Die Schwerpunkte liegen auf der technischen Funktionsweise der Blockchain, der Automatisierung von Wertpapieremissionen durch Smart Contracts sowie der Disintermediation des Handels und des Nachhandels.
Das Hauptziel ist die Untersuchung der Konzeption einer Blockchain-Anleihe und der Nachweis, dass eine solche Plattform den heutigen Kapitalmarkt durch Kostensenkung und Effizienzsteigerung weitestgehend ersetzen kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine strukturierte Literaturanalyse, welche den aktuellen Stand der Blockchain-Technik sowie deren Anwendungsmöglichkeiten im Finanzsektor synthetisiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine technische Grundlagenanalyse der Blockchain, eine Untersuchung der Potenziale im Anleihenmarkt sowie die Erarbeitung eines spezifischen Architekturdesigns für eine Blockchain-Plattform.
Die wesentlichen Begriffe sind Blockchain, Smart Bonds, Kapitalmarkt, Disintermediation, Smart Contracts und Distributed-Ledger-Technology.
Eine permissioned Blockchain ermöglicht die Vergabe differenzierter Schreib- und Leserechte, was für regulatorische Compliance (KYC/AML) und die Akzeptanz bei Finanzinstitutionen notwendig ist.
Durch sogenannte Atomic Cross-Chain-Swaps, die in Verbindung mit Hash Timelock Contracts (HTLC) sicherstellen, dass ein Tausch nur vollständig oder gar nicht stattfindet, womit das Gegenparteirisiko eliminiert wird.
Aufgrund des immensen Energiebedarfs und der daraus resultierenden Umweltbelastung ist das energieintensive Proof-of-Work (PoW) nicht mit modernen Nachhaltigkeitszielen vereinbar, weshalb PoS oder andere Verfahren bevorzugt werden.
Obwohl Oracles externe Daten aus der physischen Welt in die Blockchain einspeisen können, sieht der Autor in seinem spezifischen Modell keine Oracles vor, um die Manipulation des Datenfeeds durch Dritte zu vermeiden.
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