Masterarbeit, 2015
93 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Migrationspädagogischer Ansatz als theoretischer Bezugsrahmen
3. Begriffliche Abgrenzungen
3.1 Erwachsenenbildung/ Weiterbildung
3.2 Problematik der Bezeichnung "MigrantInnen"
4. Weiterbildungstrends in verschiedenen Bevölkerungsgruppen
5. Weiterbildung von Personen mit Migrationshintergrund
5.1 Ergebnisse im Überblick
5.2 Kursarten und -inhalte
5.3 Teilnahmemotive, subjektiver Nutzen und Finanzierung
6. Barrieren der Weiterbildungsbeteiligung
6.1 Soziodemographische und migrationsbedingte Faktoren
6.1.1 Subjektive Weiterbildungsbarrieren
6.1.2 (Aus-)Bildungssituation
6.1.3 Stellung auf dem Arbeitsmarkt
6.1.4 Informationsmangel
6.2 Strukturelle/ organisatorische Barrieren
7. Integrationsorientierte Weiterbildungskonzepte - Wirksamkeit und Nachhaltigkeit
7.1 Integrationskurse
7.1.1 Exemplarische Studien zu Integrationskursen
7.1.2 Bewertung der Studien
7.1.3 Kritik an den Integrationskursen
7.2 Berufsbezogene Sprachförderung im Rahmen des ESF-BAMF-Programms
7.2.1 Evaluation der berufsbezogenen Sprachförderung im Rahmen des ESF-BAMF-Programms
7.2.2 Kritische Auseinandersetzung mit der berufsbezogenen Sprachförderung im Rahmen des ESF-BAMF-Programms
7.3 Fazit zu integrationsorientierten Weiterbildungskonzepten
8. Herausforderungen an eine migrationssensible und rassismuskritische Weiterbildung
8.1 Interkulturelle Öffnung von Erwachsenenbildungseinrichtungen
8.2 Entwicklung migrationssensibler und rassismuskritischer Kompetenzen
9. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht aus einer migrationspädagogischen Forschungsperspektive, ob und inwiefern bestehende integrationsorientierte Weiterbildungsangebote wie Integrationskurse und berufsbezogene Sprachförderung durch migrationssensible und rassismuskritische Konzepte ergänzt werden müssen, um die gesellschaftlichen Partizipationschancen von MigrantInnen in und durch Weiterbildung zu erhöhen.
3.2 Problematik der Bezeichnung "MigrantInnen"
In Bezug auf Forschungsfragen zur Migrationsthematik ist die Terminologie von besonderer Relevanz. Da gerade das Themenfeld Migration und Integration mit vielfältigen Stereotypen besetzt ist, erscheint hier ein reflexiver Zugang notwendig.
Die bislang immer wieder neu vorgeschlagenen Bezeichnungen in Migrationsforschung und -politik, die von "AusländerInnen" über "MigrantInnen" sowie "Menschen mit Migrationshintergrund" reichen, erfahren nach einiger Zeit stets negative Konnotationen, da sich die dahinter stehenden gesellschaftlichen Verhältnisse und Diskurse nicht verändern. Die vornehmlich defizit- und problemorientierten Migrations- und Integrationsdiskurse bringen ständig negative Deutungen der neuen Begriffsschöpfungen hervor (vgl. Sprung 2011, S. 22 f.). Wie bereits in Kapitel 2 beschrieben, werden mit der begrifflichen Unterscheidungspraxis in "MigrantInnen" und "Nicht-MigrantInnen", "AusländerInnen" und "InländerInnen" usw. Zugehörigkeiten in ein "Wir" und ein "Nicht-Wir" markiert. Insofern ändert der Austausch der Begriffe, solange sie der Unterscheidungslogik folgen, nichts an dem Problem der Pauschalisierung, Festschreibung und Konstruktion von den "natio-ethno-kulturell Anderen".
Im Folgenden wird, trotz dieser Problematik der Bezeichnungspraxis, von "MigrantInnen" die Rede sein, da der Terminus im Kontext dieser Arbeit ausschließlich analytischen Zwecken dient und davon ausgegangen wird, dass Menschen mit Migrationserfahrung von anderen bzw. nicht vergleichbaren Bedingungen für ihre Handlungsfähigkeit betroffen sind als "Nicht-MigrantInnen" und ihre soziale Positionierung durch die Migrationserfahrung und den damit einhergehenden ausgrenzenden Praktiken seitens der Mehrheitsgesellschaft geprägt ist. Der Gebrauch dieser Bezeichnung geschieht im Bewusstsein des Dilemmas, dass damit zur Praxis des Unterscheidens und der Pauschalisierung (MigrantInnen sind keinesfalls eine homogene Gruppe) beigetragen wird. Allerdings wird durch die Forschungsperspektive der vorliegenden Arbeit versucht, einen konsequent kritischen und reflexiven Umgang mit dieser Problematik zu verfolgen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische und aktuelle Bedeutung von Migration für Deutschland und stellt die Forschungsfrage nach der Ergänzung von Weiterbildungskonzepten durch migrationssensible Ansätze.
2. Migrationspädagogischer Ansatz als theoretischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel fundiert die Arbeit theoretisch, indem es Migrationsphänomene als Konstruktionen betrachtet und den Fokus auf Machtstrukturen sowie die kritische Reflexion von Zugehörigkeiten legt.
3. Begriffliche Abgrenzungen: Hier werden zentrale Begriffe wie Erwachsenenbildung und die Problematik der Kategorisierung als "MigrantInnen" definiert und kritisch reflektiert.
4. Weiterbildungstrends in verschiedenen Bevölkerungsgruppen: Der Autor gibt einen Überblick über bildungspolitische Ziele der Chancengleichheit und zeigt Disparitäten bei der Weiterbildungsbeteiligung auf.
5. Weiterbildung von Personen mit Migrationshintergrund: Dieser Abschnitt analysiert die unterrepräsentierte Beteiligung von Menschen mit Migrationserfahrung an Weiterbildungsmaßnahmen.
6. Barrieren der Weiterbildungsbeteiligung: Das Kapitel untersucht soziodemographische, migrationsbedingte sowie strukturelle und organisatorische Hindernisse, die den Zugang zur Weiterbildung erschweren.
7. Integrationsorientierte Weiterbildungskonzepte - Wirksamkeit und Nachhaltigkeit: Eine detaillierte Analyse von Integrationskursen und berufsbegleitender Sprachförderung sowie deren Erfolg aus migrationspädagogischer Sicht.
8. Herausforderungen an eine migrationssensible und rassismuskritische Weiterbildung: Das Kapitel entwickelt Konzepte für eine interkulturelle Öffnung und die Förderung professioneller Kompetenzen bei Lehrenden.
9. Schlussbetrachtung: Die Ergebnisse werden zusammengeführt, wobei die Notwendigkeit unterstrichen wird, Weiterbildung als kritische reflexive Praxis zu begreifen, anstatt nur kompensatorische Defizitverwaltung zu betreiben.
Migration, Erwachsenenbildung, Weiterbildung, Migrationspädagogik, Integrationskurse, Sprachförderung, soziale Ungleichheit, Diskriminierung, interkulturelle Öffnung, Rassismuskritik, Diversität, Partizipation, Handlungsfähigkeit, Anerkennung, Defizitorientierung.
Die Arbeit untersucht, ob gängige Weiterbildungskonzepte für MigrantInnen, wie etwa Integrationskurse, durch rassismuskritische und migrationssensible Ansätze ergänzt werden müssen, um tatsächliche Partizipation zu fördern.
Zentral sind die Themenbereiche Bildungsbeteiligung von MigrantInnen, die Kritik an bestehenden Integrationsprogrammen sowie die Forderung nach einer interkulturellen Öffnung von Bildungseinrichtungen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Bildungsarbeit von einer rein defizitorientierten Kompensationslogik hin zu einer macht- und rassismuskritischen Perspektive entwickelt werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit empirischen Studien und bestehenden Diskursen in der Migrationspädagogik und Erwachsenenbildung.
Der Hauptteil analysiert Barrieren für MigrantInnen in der Weiterbildung, evaluiert staatliche Integrationsprogramme und diskutiert Strategien zur Entwicklung interkultureller Kompetenzen.
Migration, Migrationspädagogik, Erwachsenenbildung, Rassismuskritik, Interkulturelle Öffnung und soziale Ungleichheit sind die Kernbegriffe der Arbeit.
Der Autor weist darauf hin, dass diese Bezeichnung pauschalisierend wirkt und dazu beitragen kann, den Migrantenstatus als defizitär festzuschreiben, weshalb ein reflexiver Umgang mit der Begrifflichkeit gefordert ist.
Die Kritik richtet sich dagegen, dass Integrationskurse oft defizitorientiert konzipiert sind und das Individuum zur Anpassung zwingen, anstatt die strukturellen Diskriminierungsmechanismen der Aufnahmegesellschaft zu thematisieren.
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