Diplomarbeit, 2005
116 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1. Die Definitionsproblematik des Begriffs „Armut“
1.1 Der Ressourcenansatz
1.2 Der Lebenslagenansatz
1.3 Neue Armut
1.4 Familiäre Armut
2. Kinderarmut
2.1 Ausmaß der Armut bei Kindern und Jugendlichen
2.2 Dimensionen der Lebenslage
2.3 Einflussfaktoren auf die Lebenslage
2.4 Mögliche Benachteiligungen durch Armut im Kindes- und Jugendalter
2.5 Ernährung in der Armut
2.6 Bewegung in der Armut
3. Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen
3.1 Body Mass Index
3.2 Ursachen von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen
3.2.1 Genetik und Übergewicht
3.2.2 Problematisches Ernährungsverhalten und Übergewicht
3.2.3 Werbung und Übergewicht
3.2.4 Bewegungsmangel und Übergewicht
3.2.5 Stress und Übergewicht
3.2.6 Bildungsgrad und Übergewicht
4. Prävention von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen
4.1 Ziele und Maßnahmen zur Prävention von Übergewicht
4.2 Die Bedeutung der Ernährung
4.2.1 Die Grundlagen einer gesunden Ernährung
4.2.1.1 Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
4.2.1.2 Die optimierte Mischkost
4.2.1.3 Die Adipositas- Leitlinien
4.3 Die Bedeutung der Bewegung
4.4 Externe und interne Einflussfaktoren auf das Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen
5. Präventionsmaßnahmen im Lebensalltag von Kindern und Jugendlichen
5.1 Verringerung des Einflusses der Werbung
5.2 Das Zusammenspiel von Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung
5.3 Settingansatz in Familie, Kindergarten und Schule
5.4 Mögliche Ziele und Maßnahmen der Ernährungs- und Bewegungserziehung sowie der Stressbewältigung
5.5 Ernährungs- und Bewegungserziehung in der Familie
5.6 Ernährungs- und Bewegungserziehung im Kindergarten
5.6.1 Ernährungserziehung im Kindergarten
5.6.1.1 Sensibilisierung der Geschmacksempfindungen
5.6.1.2 Die verschiedenen Mahlzeiten
5.6.1.3 Nahrungsmittelzubereitung mit Kindern
5.6.1.4 Tipps zum Essen mit Kindergartenkindern
5.6.2 Bewegungserziehung im Kindergarten
5.7 Elternbeteiligung im Kindergarten
5.8 Ernährungserziehung in der Schule
5.8.1 Appetit, Hunger und Sättigung
5.8.2 Sensibilisierung der Geschmacksempfindungen
5.8.3 Das gesunde Schulfrühstück
5.9 Bewegungserziehung in der Schule
5.10 Projektunterricht in der Schule
5.11 Elternbeteiligung in der Schule
6. Drei Beispiele für Interventionsprogramme zur Prävention von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen
6.1 „FIT KID“ – Die Gesund-Essen-Aktion für Kindertagesstätten und Eltern
6.2 Das Projekt „Schule + Essen = Note 1“
6.3 „KIDS“ – Eine erlebnisorientierte Ernährungspädagogik für übergewichtige Kinder und Jugendliche
7. Zusammenfassung
8. Schlussfolgerung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Zusammenhang zwischen Armut (als extreme soziale Benachteiligung) und Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen zu analysieren. Dabei wird der Fokus auf Ursachen und Einflussfaktoren gelegt, um anschließend geeignete Präventionsmaßnahmen zu identifizieren, die das Ernährungs- und Bewegungsverhalten positiv beeinflussen.
3.2.4 Bewegungsmangel und Übergewicht
Unsere heutige industrielle Gesellschaft bietet Kindern und Jugendlichen kaum noch Anreize sich im Alltag zu bewegen. Kleine Wohnungen und strenge Vorschriften im Wohnumfeld sowie auf Spielplätzen schränken sie in ihrer körperlichen Aktivität beträchtlich ein. Berufs-, Schul- und Freizeitaktivitäten finden häufig im Sitzen statt (WHO – World Health Organization 2000). Heutzutage sind Kinder und Jugendliche in ihrem familiären Umfeld von zahlreichen „arbeitserleichternden“ Maschinen wie z.B. Geschirrspüler, Waschmaschine, etc. umgeben. Dadurch ist es nicht mehr notwendig anfallende Arbeiten im Haushalt unter Aufwand von Anstrengung und Kraft zu erledigen und so stellen diese auch keine Leistungen dar, die körperlichen Einsatz fordern. Aber auch in öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen schränken Rolltreppen und Fahrstühle die Möglichkeit der körperliche Bewegung bei ganz alltäglichen Tätigkeiten ein (Gausche u. Keller 2004).
Nach einer Studie der Bertelsmannstiftung sind Kinder und Jugendliche täglich nur noch etwa 30 Minuten wirklich aktiv, die übrige Zeit des Tages verbringen sie entweder sitzend oder liegend (www.fitkid-aktion.de). Aktuelle Studien der DGE (2000), die sich mit dem Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen beschäftigen, zeigen, dass vor allem das häufige und lange Sitzen vor der „Flimmerkiste“ das Entstehen von Übergewicht begünstigt, da mit steigendem Fernsehkonsum nicht nur der Bewegungsmangel, sondern auch der Konsum von Süßigkeiten zunimmt. Laut DGE (2000) verbringen übergewichtige Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren täglich mehr als 2 Stunden vor dem Fernseher, nicht übergewichtige ca. 1,5 Stunden.
Einleitung: Einführung in die Problematik von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen sowie die Relevanz sozioökonomischer Bedingungen und Zielsetzung der Arbeit.
1. Die Definitionsproblematik des Begriffs „Armut“: Abgrenzung von relativer und absoluter Armut sowie theoretische Betrachtung durch Ressourcen- und Lebenslagenansätze.
2. Kinderarmut: Untersuchung des Ausmaßes und der Folgen von Armut für die Lebensbedingungen, Ernährung und Bewegung von Kindern.
3. Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen: Definition der Begriffe, Erläuterung des BMI sowie detaillierte Analyse der Ursachen wie Genetik, Ernährung, Medien und Stress.
4. Prävention von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen: Theoretische Grundlagen der Prävention mit Schwerpunkt auf gesunder Ernährung und Bewegung.
5. Präventionsmaßnahmen im Lebensalltag von Kindern und Jugendlichen: Konkrete Ansätze für die Settings Familie, Kindergarten und Schule, inklusive Elternbeteiligung und Stressbewältigung.
6. Drei Beispiele für Interventionsprogramme zur Prävention von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen: Vorstellung praktischer Projekte wie FIT KID, Schule + Essen = Note 1 und KIDS.
7. Zusammenfassung: Rekapitulation der Kernerkenntnisse über die Zusammenhänge von Armut, Lebensweise und Übergewicht.
8. Schlussfolgerung: Forderungen nach vernetzten Strukturen und einer höheren Priorisierung von Ernährungs- und Bewegungserziehung im Bildungssystem.
Armut, Kinderarmut, Übergewicht, Adipositas, Prävention, Ernährungserziehung, Bewegungserziehung, Lebenslage, Sozioökonomie, BMI, Gesundheitsförderung, Ernährungsverhalten, Interventionsprogramme, Schule, Kindergarten
Die Diplomarbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen Armut, sozialen Benachteiligungen und der Entstehung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland.
Die zentralen Themenfelder sind die Definition von Armut, die Analyse von Ursachen für Adipositas (Ernährung, Bewegung, Stress, Umfeld) und die Entwicklung effektiver Präventionsmaßnahmen.
Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen sozioökonomischen Bedingungen und Körpergewicht zu klären sowie wissenschaftlich fundierte Interventionsmöglichkeiten zu identifizieren.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Sekundärdatenanalyse, einschließlich offizieller Gesundheitsberichte und Studien von Fachinstituten wie der DGE und dem RKI.
Im Hauptteil werden zunächst die Begriffsdefinitionen und Ursachen (biologisch/sozial) analysiert, gefolgt von einer detaillierten Erarbeitung von Präventionsstrategien für die Settings Familie, Kindergarten und Schule.
Wichtige Begriffe sind Kinderarmut, Übergewicht, Adipositas, Prävention, Ernährungsbildung, Bewegungserziehung, soziale Ungleichheit und Settingansatz.
Da Kinder dort einen Großteil ihres Tages verbringen, bietet das Setting Kindergarten die Möglichkeit, Kinder aus allen sozialen Schichten ohne Stigmatisierung zu erreichen und gesundheitsförderliche Gewohnheiten frühzeitig zu prägen.
„KIDS“ ist ein interdisziplinäres, 18-monatiges Schulungsprogramm für übergewichtige Kinder zwischen 8 und 17 Jahren, das neben der Ernährungsschulung auch sporttherapeutische und psychologische Komponenten umfasst.
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