Bachelorarbeit, 2012
52 Seiten, Note: 1
1. Einleitung: Ziel der Arbeit und Problemstellung
2. Sozial- und kulturwissenschaftliche Konzepte zur Macht, Gewalt und Identität
2.1 Wilfried Gottschalch
2.2 Andrea Geier
2.3 Niklas Luhmann
2.4 Michel Foucault
2.5 Erich Fromm
2.6 Erik H. Erikson
3. Gewaltdarstellungen in Inka Bachs Roman Glücksmarie
3.1 Inhaltsangabe
3.2 Gewaltdarstellungen in der interpersonellen Konfliktsituation
3.2.1 Physische Gewalt: Vom Unglück adoptiert
3.2.2 Psychische Gewalt: Das Stigma der Mutterrolle
3.2.3 Sexualisierte Gewalt: In den Fängen der eigenen Familie
3.2.4 Interaktion der Veranlagungen: Zwischen Sadismus und Masochismus
4. Geschlossene Gesellschaft: Zur Dialektik der familiären Herrschaft
5. Rezeption des Buches
6. Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Formen subversiver Gewalt in Inka Bachs Roman Glücksmarie und deren Auswirkungen auf die Kindheit und Identitätsentwicklung der Protagonistin im Kontext der geschlossenen Gesellschaft der frühen DDR. Dabei wird analysiert, wie physische, psychische und strukturelle Gewalt in einem autoritären familiären Umfeld instrumentalisiert werden, um die Protagonistin zu dekonstruieren und in eine Opferrolle zu drängen.
3.2.1 Physische Gewalt: Vom Unglück adoptiert
Es kommt aus heiterem Himmel. Es herrscht Lärm, es tobt ein Orkan, wenn Herbert zuschlägt. Er züchtigt nicht, dressiert nicht, er tut weh. Es ist sein Stil. Er zieht mich vom Ofen. Schleudert mich in die nächste Ecke. […] Ich hocke zusammengekauert am Fenster, die Arme schützend über den Kopf, halte den Atem an. Herbert tobt. […] Er riesengroß über mich gebeugt, enthemmt, rot im Gesicht, die Züge vom Hass verzerrt. […] Gewalt verzerrt die Gesichtszüge[…] Er atmet schwer. Drischt weiter auf mich ein. Eine Schwerstarbeit, die er da vollbringt. Seine Erregung steigert und steigert sich. Er zelebriert die Schläge nicht und er nimmt nie einen Stock oder irgendeinen anderen Gegenstand; er tritt mit Schuhen, er schlägt mit Fäusten; er ist kein Folterer, er schlägt zu wie ein Mörder. Seine Gewalt löst Todesangst aus, und deshalb zielt sie auf nichts anderes, als Marie zu vernichten. Am Ende ist die Seele kaputt. Reiner Zufall, dass sie weiter lebt.[…]
Ich habe mir in die Hose gemacht. Er lässt von mir ab. Er schaut sich die Pfütze an, tritt nun einen Schritt zurück, sagt: „Wisch das weg!“ Es klingt sachlich, er schaltet wieder das andere Programm ein.
1. Einleitung: Ziel der Arbeit und Problemstellung: Diese Einleitung definiert das Ziel der Untersuchung, die verschiedenen Formen subversiver Gewalt in Inka Bachs Roman Glücksmarie und deren Auswirkungen auf die Protagonistin vor dem Hintergrund des DDR-Regimes aufzuzeigen.
2. Sozial- und kulturwissenschaftliche Konzepte zur Macht, Gewalt und Identität: Hier werden theoretische Grundlagen zu Macht, Gewalt und autoritären Persönlichkeiten anhand bekannter Wissenschaftler wie Foucault, Fromm und Luhmann erörtert.
3. Gewaltdarstellungen in Inka Bachs Roman Glücksmarie: Dieses Kapitel liefert eine Inhaltsangabe und untersucht detailliert die verschiedenen Gewaltformen (physisch, psychisch, sexualisiert) innerhalb der interpersonellen Konfliktsituationen im Roman.
4. Geschlossene Gesellschaft: Zur Dialektik der familiären Herrschaft: Das Kapitel analysiert, wie die gesellschaftlichen Strukturen des Real-Sozialismus der DDR die familiäre Gewalt legitimieren und aufrechterhalten.
5. Rezeption des Buches: Eine Zusammenfassung der verschiedenen kritischen Reaktionen und Rezensionen des Romans in der deutschen Presse.
6. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, insbesondere die psychische Zerstörung der Protagonistin durch die familiäre Herrschaft und die Rolle der Mutter in diesem Prozess.
Gewalt, Macht, DDR, Inka Bach, Identität, Autorität, Familie, Sadismus, Masochismus, Kindheit, Real-Sozialismus, Trauma, Unterdrückung, Physische Gewalt, Psychische Gewalt
Die Arbeit untersucht die Darstellung von Gewalt in Inka Bachs Roman "Glücksmarie" und analysiert, wie eine Protagonistin durch ein gewalttätiges familiäres Umfeld in der DDR traumatisiert wird.
Zentrale Themen sind die verschiedenen Formen der Gewalt (physisch, psychisch, sexualisiert), die Machtverhältnisse innerhalb einer Familie sowie der Einfluss eines totalitären Systems auf die Erziehung.
Ziel ist es, die Auswirkungen der Gewalt auf die Kindheit und Identitätsentwicklung der Protagonistin detailgetreu und differenziert darzustellen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse kombiniert mit sozial- und kulturwissenschaftlichen Theorien zur Macht und Identität verwendet.
Der Hauptteil analysiert theoretische Konzepte, die konkreten Gewaltdarstellungen im Roman sowie die gesellschaftliche Dialektik der familiären Herrschaft im Real-Sozialismus.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gewalt, Macht, Autorität, DDR, Identität, Sadismus und Kindheit charakterisiert.
Der Vater wird als sadistischer Patriarch dargestellt, der seine Machtposition durch das System des Real-Sozialismus legitimiert sieht und das Kind systematisch drangsaliert.
Die Mutter wird als unreife, alkoholsüchtige und masochistisch veranlagte Person beschrieben, die durch ihr eigenes Versagen das Kind vernachlässigt und psychisch missbraucht.
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