Diplomarbeit, 2015
61 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung und Aktualitätsbezug der Arbeit
1.2 Themenabgrenzung
1.3 Aufbau/Gliederung der Arbeit
2 Überblick über die theoretischen Fragestellungen und bisherige Arbeiten
2.1 Überblick über die theoretischen Fragestellungen
2.2 Bisherige modell-theoretische Literatur
2.3 Einordnung der in dieser Arbeit ausführlicher dargelegten Modelle in den Kontext der Forschung
3 Darlegung der zu unterscheidenden Modelle
3.1 Schwache Sanktionsmöglichkeiten und eine Kultur des „Nicht Bezahlens“ (Arellano/Kocherlakota, 2014)
3.1.1 Einordnung des Modells in den Forschungskontext
3.1.2 Modelltheoretische Umgebung
3.1.3 Das Gleichgewicht
3.1.4 Die Wahrscheinlichkeit von Krisen
3.2 Die „Committment Lösung“ – Zwischen kurz- und langfristigen Schulden (Fernández/Martin, 2014)
3.2.1 Einordnung des Modells in den Forschungskontext
3.2.2 Modelltheoretische Umgebung
3.2.3 Die Strategie
3.2.4 Das Gleichgewicht
3.2.5 Die Rolle einer Internationalen Finanzinstitution
3.3 Sich selbsterfüllende Regierungsschuldenkrise durch Liquidierungsdruck unter rationalem Verhalten (Conesa/Kehoe, 2015)
3.3.1 Die Einordnung des Modells in den theoretischen Kontext
3.3.2 Modelltheoretische Umgebung
3.3.3 Die Anleihemärkte
3.3.4 Das Gleichgewicht
3.3.5 Sich selbsterfüllende Liquiditätskrisen
4 Fazit/Ausblick
Das primäre Ziel dieser Diplomarbeit ist es, einen fundierten Überblick über die empirischen Befunde sowie die modell-theoretischen Erkenntnisse zur Entstehung, zum Verlauf und zur Bewältigung von Regierungsschuldenkrisen zu liefern. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie verschiedene ökonomische Modelle das Auftreten und die Dynamik solcher Krisen erklären und welche Rolle Faktoren wie Risikoerwartungen, politische Anreize und die Struktur von Staatsanleihen dabei spielen.
3.1 Schwache Sanktionsmöglichkeiten und eine Kultur des „Nicht Bezahlens“ (Arellano/Kocherlakota, 2014)
Grundlegend ist die Arbeit von Arellano/Kocherlakota (2014) in den Kontext der Anreizliteratur auf politischer Seite einzuordnen. Jedoch wird hierbei nicht auf die politische Seite, also auf die Seite die die Anleihen begibt und Kredite anfragt geschaut, sondern auf die private Seite, welche dieses Geld bereitstellt (=Geldgeber). Es wird nach den Anreizen gefragt, korrekte Angabe über ihre Einnahmen und Gewinne zu machen. Der grundlegende Gedanke in diesem Modell liegt darin, dass private Geldgeber, also Steuerzahler, einen Anreiz haben, möglichst wenig Steuern zu zahlen. Sind die Sanktionsmöglichkeiten bei einem Ausfall eines privaten Schuldners zu gering, dann ‚fürchtet‘ diese keine Sanktionen. In einer Umgebung in der mehrere Schuldner gleichzeitig ausfallen wird ein eigentlich solventer Schuldner im Gleichgewicht des Modells ebenfalls Nullprofite angeben.
Hierbei geht es um die Literatur zu „Implementations Problemen“, also die Einführung von wirkungsvollen Sanktionsmechanismen. Arellano/Kocherlakota (2014) greifen vor allem auf die Arbeiten von Bassetto/Phelan (2008) sowie Bond/Hagerty (2007) zurück. Bassetto/Phelan stellen die These auf, dass die Wahrscheinlichkeit eines jeden Steuerzahlers geprüft zu werden sinkt, wenn diese vorgeben geringere Einkommen zu haben. Es entsteht ein Gleichgewicht, in welchem sich alle Steuerzahler dazu entschließen nicht mehr zu zahlen, also auszufallen, während deren wahres Einkommen eigentlich deren Solvenz bedeutet.
Bond/Hagerty (2007) gehen davon aus, dass die Ressourcen für die Steigerung krimineller Aktivitäten nicht auf das kriminelle Level angepasst werden können. Ebenso stößt das Modell von Arellano/Kocherlakota (2014) mit der Literatur an seine Grenzen, wie finanzielle Friktionen internationale Finanzkrisen generieren bzw. verstärken können. Es wurde bisher eine Reihe von finanziellen Friktionen in unterschiedlichen Arbeiten modelliert. Viele hiervon gehen davon aus, dass speziell in schlechten Zeiten inländische Banken/Kreditgebern die Sicherheiten ausgehen können beziehungsweise deren Bewertung zu stark sinkt. Dies führt zu dem was häufig als „sudden stopp“ ausländischer Finanzierung bezeichnet wird. Ihnen gehen dann die Folgefinanzierungen aus, wodurch sie ihre Kredite nicht weiter bedienen können.
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsgebiet der Regierungsschuldenkrisen, umreißt die aktuelle Relevanz durch die europäische Staatsschuldenkrise und legt den strukturellen Aufbau der Arbeit dar.
2 Überblick über die theoretischen Fragestellungen und bisherige Arbeiten: Dieses Kapitel gibt einen systematischen Überblick über die in der Literatur diskutierten Themenfelder und die verschiedenen modell-theoretischen Ansätze, die zur Erklärung von Schuldenkrisen herangezogen werden.
3 Darlegung der zu unterscheidenden Modelle: Das Hauptkapitel analysiert detailliert drei spezifische Modelle (Arellano/Kocherlakota, Fernández/Martin, Conesa/Kehoe), wobei jedes Modell in Bezug auf seinen Forschungskontext, seine theoretische Umgebung und das resultierende Gleichgewicht untersucht wird.
4 Fazit/Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der drei untersuchten Modelle zusammen und gibt einen Ausblick auf offene Forschungsfragen sowie potenzielle Erweiterungen der untersuchten Ansätze.
Regierungsschuldenkrisen, Staatsschulden, Selbsterfüllende Erwartungen, Liquiditätskrisen, Anreizsysteme, Laufzeitenstruktur, Neuverhandlungen, Schuldentilgung, Kapitalflucht, Finanzkrisen, Modelltheorie, Staatsanleihen, Risikoaversion, Marktmechanismen, Geldpolitik.
Die Arbeit analysiert theoretische und empirische Modelle zur Entstehung, zum Verlauf und zur Bewältigung von Regierungsschuldenkrisen im Kontext moderner volkswirtschaftlicher Forschung.
Die Schwerpunkte liegen auf selbsterfüllenden Krisen, dem Einfluss von Devisenreserven, ex-post Neuverhandlungen, politischen Anreizsystemen, der optimalen Laufzeitenstruktur von Schulden sowie dem Einfluss der Geldpolitik auf Staatsschuldenkrisen.
Ziel ist es, einen Überblick über aktuelle wissenschaftliche Literatur zu geben und drei spezifische theoretische Modelle detailliert darzulegen und kritisch zu diskutieren.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die mathematische Modelle (stochastische Gleichgewichtsmodelle) der aktuellen Forschung zusammenfasst und in einen wissenschaftlichen Kontext einordnet.
Im Hauptteil werden drei prominente Modelle von Arellano/Kocherlakota, Fernández/Martin sowie Conesa/Kehoe nacheinander vorgestellt, ihre theoretische Umgebung beschrieben und ihre Aussagen zu Gleichgewichten und Krisenwahrscheinlichkeiten erläutert.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Regierungsschuldenkrisen, Zeitinkonsistenz, Anreizmechanismen, Laufzeitenstruktur von Anleihen und selbsterfüllende Erwartungen.
Sie bildet den Kern des Modells; oberhalb dieser Grenze können keine Liquidationen von Investitionsgütern mehr stattfinden, was bei simultanem Ausfall mehrerer Akteure zu einer koordinierten Krisensituation führen kann.
Im Gegensatz zu Ansätzen, die irrationales Handeln als Krisenursache voraussetzen, modelliert Conesa/Kehoe eine Theorie, in der Schuldner und Geldgeber absolut rational handeln und die Krise auf fiskalischem Druck basiert.
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