Diplomarbeit, 2005
56 Seiten, Note: 1,85
1. EINLEITUNG
1.1. DER BEGRIFF WOHLFAHRT IN SCHWEDEN
2. SCHWEDEN GESELLSCHAFT UND STAAT
3. SCHWEDENS WEG IN DIE INDUSTRIALISIERUNG
3.1. SCHWEDEN AB DER INDUSTRIALISIERUNG
3.2. GEWERKSCHAFTEN IN SCHWEDEN
3.3. ERSTE SCHRITTE IN RICHTUNG WOHLFAHRTSSTAAT
4. AB 1932, SCHWEDEN UNTER SOZIALDEMOKRATISCHER REGIERUNG
4.1. DAS HAUPTABKOMMEN VON SALTSJÖBADEN
5. SCHWEDEN NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG
5.1. DAS REHN-MEIDNER-MODELL
5.2. SCHWEDENS WIRTSCHAFTSKRISE
5.3. DIE LINDBECK-KOMISSION
6. EINZELNE MERKMALE DES WOHLFAHRTSSTAAT
6.1. RENTENVERSICHERUNG
6.2. ARBEITSLOSENVERSICHERUNG
6.3. KRANKENVERSICHERUNG UND GESUNDHEITSWESEN
6.4. LEISTUNGEN FÜR KINDER UND FAMILIEN UND DAS BILDUNGSWESEN
6.5. SOZIALHILFE
6.6. STEUERN
7. FAZIT
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die historische Entwicklung und die strukturellen Veränderungen des schwedischen Wohlfahrtsstaates zu analysieren, um zu prüfen, inwieweit das „schwedische Modell“ in seiner krisenerprobten Form Erkenntnisse für die deutsche Sozialpolitik liefern kann.
3. Schwedens Weg in die Industrialisierung
Schon im 18. Jahrhundert setzte in Schweden ein starkes Bevölkerungswachstum ein, das auch das folgende Jahrhundert prägen sollte. Infolge der späten Industrialisierung entstand in Schweden ein erheblicher Bevölkerungsdruck, der durch eine Auswanderungswelle zum Teil gelindert wurde. Der größte Teil der Auswanderer war in benachteiligten Agrarregionen wie Småland, Bohuslän oder Värmland beheimatet und suchten ihre neue Zukunft, beispielsweise in den US-Bundesstaaten Minnesota und Wisconsin. Ein Grund für die Auswanderungswelle kann in der Umstellung von der Gemeinwirtschaft auf Einzelhöfe zu suchen sein, die mit einer Auflösung der Dorfgemeinschaften einher ging. Einige Landbewohner versuchten erst ihr Glück in den schwedischen Städten, bevor sie den Schritt in den fernen Westen wagten. Viele Schweden gingen auch direkt an Bord der Schiffe mit Ziel Amerika. Ermutigt wurde eine große Zahl durch das 1862 erlassene „United States Homestead Act“, einem Gesetz, das Einwanderern fast kostenlos Land zur Verfügung stellte, wenn sie nach Amerika kämen.
Durch harte Arbeit und Sparsamkeit und dank der Chancen in der Neuen Welt brachten es viele Schweden in Amerika zu Reichtum. Sie schickten großartige Berichte und Geld in die alte Heimat. Dies mobilisierte Daheimgebliebene sich ebenfalls auf den Weg zu machen. Es entstand buchstäblich ein Auswanderungsgewerbe: Reedereien beschäftigen Agenten zur Anwerbung neuer Siedler, um so ihre Schiffe mit Passagieren zu füllen. Es wurde ein System vorfinanzierter Tickets entwickelt, das den Nachzug von Verwandten ermöglichen sollte, leider ging nicht immer alles mit rechten Dingen zu.
1. EINLEITUNG: Die Autorin erläutert ihre Motivation, den schwedischen Sozialstaat als Gegenmodell zu den deutschen Hartz-Reformen zu untersuchen, und definiert den positiv konnotierten Begriff „Wohlfahrt“ in Schweden.
2. SCHWEDEN GESELLSCHAFT UND STAAT: Dieses Kapitel behandelt die historischen und ethnokulturellen Rahmenbedingungen Schwedens, die zur Entstehung eines zentralistischen Staates und einer spezifischen Tradition der staatlichen Verantwortung beitrugen.
3. SCHWEDENS WEG IN DIE INDUSTRIALISIERUNG: Es wird die späte, aber schnelle Industrialisierung beleuchtet, die durch Auswanderungswellen geprägt war und den Grundstein für die Organisation der Arbeiterbewegung legte.
4. AB 1932, SCHWEDEN UNTER SOZIALDEMOKRATISCHER REGIERUNG: Die Ära Hansson und die Einführung der Volksheim-Ideologie werden als Ausgangspunkt für soziale Sicherheit und Interessenharmonisierung durch das Hauptabkommen von Saltsjöbaden beschrieben.
5. SCHWEDEN NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG: Dieses Kapitel analysiert den Übergang zum Rehn-Meidner-Modell, die wirtschaftliche Krise der 90er Jahre sowie die Empfehlungen der Lindbeck-Kommission zur Neuausrichtung.
6. EINZELNE MERKMALE DES WOHLFAHRTSSTAAT: Detaillierte Betrachtung der Sozialversicherungssysteme, von der Renten- und Arbeitslosenversicherung bis hin zu Gesundheitswesen, Familienleistungen und dem Steuersystem.
7. FAZIT: Eine kritische Reflexion darüber, dass trotz notwendiger Reformen und Modifikationen der Grundgedanke des schwedischen Volksheimes auch nach Krisenzeiten weiterhin Bestand hat.
Schweden, Wohlfahrtsstaat, Volksheim, Sozialdemokratie, Rehn-Meidner-Modell, Lindbeck-Kommission, Industrialisierung, Sozialversicherung, Rentenversicherung, Arbeitsmarktpolitik, Wirtschaftskrise, Gesellschaftsvertrag, Genter-System, Vollbeschäftigung, Steuersystem.
Die Diplomarbeit untersucht die historische Entwicklung und Ausgestaltung des schwedischen Wohlfahrtsstaates unter Berücksichtigung politischer und ökonomischer Veränderungen im 20. Jahrhundert.
Die zentralen Themen umfassen die Entstehung des schwedischen Modells, die Rolle der Sozialdemokratie, wirtschaftliche Anpassungsprozesse nach Krisen sowie die Struktur der Sozialversicherungssysteme.
Das Hauptziel ist es zu ergründen, wie der schwedische Sozialstaat entstand, welche Transformationsprozesse er durchlief und ob sich daraus Erkenntnisse für die deutsche Situation ableiten lassen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Darstellung historischer Fakten und wirtschafts- sowie sozialpolitischer Entwicklungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse Schwedens, die Entwicklung des Modells unter sozialdemokratischer Führung, den Umgang mit Wirtschaftskrisen sowie eine detaillierte Einzelbetrachtung der verschiedenen Sozialleistungsbereiche.
Die wichtigsten Schlagworte sind Schweden, Volksheim, Rehn-Meidner-Modell, Wohlfahrtsstaat, Arbeitsmarktpolitik und Lindbeck-Kommission.
Die Kommission sollte die Dimensionen der schwedischen Wirtschaftskrise der 90er Jahre erforschen, Ursachen wie Stabilitäts- und Effektivitätsprobleme identifizieren und Reformempfehlungen für die Regierung erarbeiten.
Es ist eine von Per Albin Hansson geprägte Vision einer Gesellschaft, die wie ein Heim funktioniert, in dem Gleichberechtigung, Zusammenarbeit und Hilfsbereitschaft herrschen und soziale Schranken zwischen Klassen abgebaut werden.
Sie basiert historisch auf dem Genter-System, bei dem der Staat gewerkschaftlich verwaltete Hilfskassen bezuschusst, was zu einer engen Bindung zwischen Gewerkschaftszugehörigkeit und Versicherungsanspruch führt.
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