Bachelorarbeit, 2019
44 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Grundlagen der Unternehmensbewertung
2.1 DCF- Verfahren
2.1.1 Gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten (WACC)
2.1.2 Angepasster Barwert (APV)
2.2 Multiplikatorverfahren
3 Financial Distress
3.1 Charakteristik und Abgrenzung des Begriffs
3.2 Insolvenzkosten
3.2.1 Direkte Insolvenzkosten
3.2.2 Indirekte Insolvenzkosten
3.3 Ermittlung der Insolvenzwahrscheinlichkeit
4 Financial Distress in den DCF- Verfahren
4.1 Anpassung des WACC- Verfahrens
4.1.1 Anpassung der Cash Flows
4.1.2 Anpassung der Kapitalkosten
4.1.2.1 Anpassung der Fremdkapitalrendite
4.1.2.2 Anpassung der Eigenkapitalrendite
4.1.2.3 Anpassung der Kapitalstruktur
4.1.3 Berücksichtigung eines Insolvenzszenarios
4.1.4 Anpassung des Terminal Value
4.2 Anpassung des APV- Verfahrens
4.2.1 Anpassung des Tax Shields
4.2.2 Berücksichtigung von Insolvenzkosten
4.3 Erweiterung der DCF- Verfahren
4.3.1 Simulation
4.3.2 Getrennte Behandlung des Financial Distress
5 Financial Distress in den Multiplikatorverfahren
6 Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit analysiert, inwiefern Insolvenzrisiken bei der Bewertung von Unternehmen integriert werden können, um eine Überschätzung des Unternehmenswertes zu vermeiden, die bei der Anwendung traditioneller Bewertungsverfahren (DCF-Modelle und Multiplikatorverfahren) unter Annahme eines ewigen Unternehmensfortbestandes resultiert.
3.1 Charakteristik und Abgrenzung des Begriffs
Die Kriterien des Insolvenzeintritts sind in Deutschland in der Insolvenzordnung (InsO) geregelt: Demnach ist der Schuldner bei Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung zur Anmeldung der Insolvenz verpflichtet. Bei drohender Zahlungsunfähigkeit wird dem Schuldner hingegen das Recht auf Antragsstellung eingeräumt.
Der Financial Distress ist hingegen nicht gesetzlich geregelt und wird somit in der Literatur unterschiedlich ausgelegt: Beispielsweise sehen Theodossiou et al. (1996) ein Unternehmen im Financial Distress, sobald es zu Zahlungsausfällen kommt, das Unternehmen Verhandlungen mit den Gläubigern zur Restrukturierung des Fremdkapitals führt oder Fremdkapitalverpflichtungen nicht erfüllt werden. Wruck (1990) fasst den Financial Distress hingegen als Situation auf, in der die Cash Flows nicht ausreichen, die laufenden Verpflichtungen zu decken.
Ausgelöst wird der Financial Distress durch den Abschwung der Industrie, ineffiziente Managemententscheidungen, eine schwache Unternehmensperformance und ist damit sowohl mikro-, als auch makroökonomischer Natur. Da diese negativen Entwicklungen erst bei Fremdfinanzierung ein Insolvenzrisiko hervorrufen, wird ein hoher Verschuldungsgrad häufig als Hauptursache der Insolvenz gesehen. Unternehmen im Financial Distress können die Insolvenz regelmäßig durch Desinvestitionen, Fusionen und Restrukturierungen des Fremdkapitals vermeiden, sodass der Financial Distress zwar in der Insolvenz enden kann, jedoch nicht zwangsläufig muss.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Insolvenzrisikobetrachtung in der Unternehmensbewertung und definiert die Zielsetzung der Arbeit, Verfahren zur Integration dieser Risiken zu untersuchen.
2 Grundlagen der Unternehmensbewertung: Dieses Kapitel führt in die zentralen Bewertungsverfahren ein, wobei der Fokus auf DCF-Verfahren (WACC, APV) sowie Multiplikatorverfahren liegt.
3 Financial Distress: Es erfolgt eine theoretische Abgrenzung von Financial Distress gegenüber der Insolvenz sowie eine detaillierte Analyse direkter und indirekter Insolvenzkosten und der Methoden zur Ermittlung der Insolvenzwahrscheinlichkeit.
4 Financial Distress in den DCF- Verfahren: Das Hauptkapitel präsentiert konkrete Anpassungsmechanismen für WACC- und APV-Modelle sowie weiterführende Ansätze wie Simulationen, um Insolvenzrisiken sachgerecht in die Unternehmensbewertung einzubeziehen.
5 Financial Distress in den Multiplikatorverfahren: Dieses Kapitel diskutiert die Herausforderungen bei der Anwendung von Multiplikatorverfahren auf insolvenzgefährdete Unternehmen und skizziert Lösungsansätze zur Risiko-Integration.
6 Schlussbetrachtung und Ausblick: Die Arbeit resümiert die untersuchten Ansätze, identifiziert methodische Grenzen und weist auf den zukünftigen Forschungsbedarf hin.
Unternehmensbewertung, Financial Distress, Insolvenzrisiko, DCF-Verfahren, WACC, APV, Insolvenzkosten, Insolvenzwahrscheinlichkeit, Fremdkapital, Eigenkapitalkosten, Unternehmenswert, Simulation, Multiplikatorverfahren, Kapitalkosten, Unternehmensfortbestand
Die Arbeit beschäftigt sich mit der methodischen Herausforderung, dass traditionelle Unternehmensbewertungsverfahren oft von einem unendlichen Fortbestand ausgehen und somit Insolvenzrisiken ignorieren, was zu einer Überschätzung des Unternehmenswertes führt.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Financial Distress und Insolvenz, die Quantifizierung von Insolvenzkosten, die Bestimmung der Insolvenzwahrscheinlichkeit und die spezifische Anpassung von DCF- sowie Multiplikatorverfahren.
Das Ziel ist es, Ansätze zur systematischen Berücksichtigung von Insolvenzrisiken in den gängigen Bewertungsverfahren (WACC, APV, Multiplikatoren) zu erarbeiten und kritisch zu würdigen.
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte systematische Aufarbeitung theoretischer Bewertungsmodelle und analysiert empirische Studien zur Quantifizierung von Insolvenzkosten und zur Anwendung von Insolvenzprognoseverfahren.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der mathematischen und konzeptionellen Anpassung von DCF-Verfahren (Anpassung der Cash Flows, Kapitalkosten und des Terminal Value) sowie mit der Integration von Financial Distress in Multiplikatorverfahren.
Die zentralen Begriffe umfassen Unternehmensbewertung, Financial Distress, Insolvenzrisiko, WACC, APV und die Modellierung von Insolvenzkosten.
Die Unterscheidung ist entscheidend, da indirekte Kosten bereits während einer Phase des Financial Distress entstehen, lange bevor ein formelles Insolvenzverfahren eröffnet wird, und somit den Unternehmenswert früher und nachhaltiger beeinflussen als direkte Verfahrenskosten.
Die Arbeit zeigt Ansätze auf, wie das Modell durch die Berücksichtigung einer Überlebenswahrscheinlichkeit, die Herabsetzung der Wachstumsrate oder eine szenariobasierte Anpassung des Cash Flows korrigiert werden kann, um der Gefahr eines plötzlichen Zahlungsstromabbruchs Rechnung zu tragen.
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