Masterarbeit, 2020
56 Seiten, Note: 3,0
1 Einleitung
2 Das klassische Machtverständnis
3 Macht ohne Gewalt: Hannah Arendts Machtverständnis
4 Foucaults Theorie der Macht
5 Arendt vs. Foucault
5.1 Entstehungsräume von Macht: Macht als gemeinschaftliche Praxis
5.2 Macht als produktives Netz in der Gesellschaft
5.3 Repressive und produktive Formen von Macht und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft
5.4 Die Unterscheidung von Macht und Herrschaft
5.5 Macht und Politik: Formen von staatlicher Herrschaft und deren Auswirkung auf die Gesellschaft
6 Das Machtverständnis für die heutige Gesellschaft
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, ein neues soziologisches Machtverständnis für die komplexe und stetig wandelbare heutige Gesellschaft zu definieren, indem sie die theoretischen Ansätze von Hannah Arendt und Michel Foucault kritisch vergleicht und integriert.
3 Macht ohne Gewalt: Hannah Arendts Machtverständnis
Hannah Arendt ist eine der bedeutendsten politischen Theoretikerinnen der Moderne, die sich mit Machttheorien befasst hat (vgl. Anter 2018: 91). In ihrem Werk „Macht und Gewalt“ unterscheidet Arendt die Begriffe Macht und Gewalt und entwickelt aus dieser Analyse einen handlungsorientierten Machtbegriff. Arendt will die domminierende Sichtweise, dass politische Macht durch Gewalt zustande kommt, widerlegen und stattdessen aufzeigen, dass Macht nur durch Abgrenzung zur Gewalt vorhanden ist. Der Focus von Arents Machttheorie liegt auf dem Bereich des Handelns (vgl. Heuer, Heiter & Rosenmüller 2011: 114).
Um die Begrifflichkeit des Handelns zu verdeutlichen, erfolgt hier ein kurzer Exkurs zur Handlungstheorie von Hannah Arendt:
Mit dem Begriff Handeln hat sich Hannah Arendt im Werk „Vita activa“ auseinandergesetzt und drei Grundformen des Tätigseins benannt: das Arbeiten, das Herstellen und das Handeln. Arbeiten sind für sie alle Prozesse, die zyklisch wiederkehren und dazu dienen, den biologischen Lebensprozess zu erhalten. Dazu zählt kochen, Ackerbau oder auch putzen. Grundbedingung und Ziel sind hier identisch: das Leben. Arbeiten hinterlässt nichts, was nicht sofort wieder verbraucht werden kann. Das Kochen von Lebensmittel ist Arbeit im Sinne von Arendt; das daraus resultierende Produkt wird verzehrt. Im Gegensatz dazu steht das Herstellen. Zuerst wird die Idee einer Vorstellung von der Herstellung geboren, die dann realisiert wird und sich in einem materiell greifbaren Produkt zeigt. Zum Beispiel in einem Tisch, Auto oder Geschirr. Die produzierten Dinge haben Bestand, im Gegensatz zu den schnell konsumierten Produkten von Arbeit. Grundvoraussetzung für das Herstellen von Dingen ist, dass die Produkte den Zweck erfüllen, den Menschen dabei zu unterstützen, sich der Natur zu widersetzen, um sich in der Welt heimatlich zu fühlen. Von Arbeiten und Herstellen grenzt Arendt das Handeln ab. Handeln findet ohne materielle Dinge nur zwischen Menschen statt. Die Grundbedingung für das Handeln ist die Pluralität, denn durch das Handeln entstehen Beziehungen zwischen den Menschen. Pluralität bedeutet in diesem Fall, dass Handeln nur in Gegenwart anderer Subjekte möglich ist. Entscheidend ist hier, dass jede handelnde Person Bestandteil des öffentlichen Erscheinungsraums ist. Durch das Handeln und Sprechen im öffentlichen Erscheinungsraum zeigt die Person, wer sie ist.
1 Einleitung: Einführung in das Thema Macht und Herrschaft, Vorstellung der klassischen sowie der Positionen von Arendt und Foucault und Darlegung der Forschungsabsicht.
2 Das klassische Machtverständnis: Darstellung der traditionellen soziologischen Machtbegriffe, insbesondere durch Max Weber und Heinrich Popitz.
3 Macht ohne Gewalt: Hannah Arendts Machtverständnis: Analyse des handlungstheoretischen Machtbegriffs bei Arendt, inklusive der Abgrenzung von Macht und Gewalt sowie Macht und Herrschaft.
4 Foucaults Theorie der Macht: Untersuchung der dezentralen, produktiven Machtkonzeption bei Foucault, inklusive der Rolle von Wissen und den Technologien der Macht.
5 Arendt vs. Foucault: Systematischer Vergleich der beiden Theorieansätze anhand von Themen wie Entstehungsräumen, Machtstrukturen und dem Verhältnis zu Politik.
6 Das Machtverständnis für die heutige Gesellschaft: Synthese der Ergebnisse beider Ansätze zur Formulierung eines neuen, flexiblen Machtverständnisses für die Moderne.
7 Fazit: Zusammenfassende Reflexion der theoretischen Ergebnisse und Bestätigung der Notwendigkeit eines zeitgemäßen Machtbegriffs.
Macht, Herrschaft, Hannah Arendt, Michel Foucault, Soziologie, Machtverständnis, Gewalt, Handeln, Produktive Macht, Repressive Macht, Diskurs, Gouvernementalität, Gemeinschaft, Politik, Gesellschaft
Die Arbeit vergleicht die Machtkonzeptionen von Hannah Arendt und Michel Foucault, um ein zeitgemäßes soziologisches Verständnis von Macht für die heutige, von schnellem Wandel geprägte Gesellschaft zu entwickeln.
Zentrale Felder sind die Abgrenzung von Macht und Gewalt, die Unterscheidung zwischen produktiven und repressiven Machtformen sowie das Verhältnis von Macht zu Politik und Herrschaft.
Das primäre Ziel ist die Definition eines neuen, soziologischen Machtbegriffs, der der Komplexität moderner gesellschaftlicher Strukturen besser gerecht wird als klassische, eher negativ besetzte Modelle.
Die Arbeit nutzt eine komparative theoretische Analyse, bei der die Ansätze von Arendt und Foucault gegenübergestellt und auf ihre Anwendbarkeit für aktuelle gesellschaftliche Bedingungen hin untersucht werden.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Darstellung der Machttheorien der beiden Autoren, deren systematischen Vergleich anhand ausgewählter Themenfelder und die darauf aufbauende Herleitung einer neuen Definition.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Macht, Herrschaft, kommunikatives Handeln, produktive Machtstrukturen, Diskurs und gesellschaftlicher Wandel charakterisiert.
Für Arendt sind Macht und Gewalt Gegensätze: Macht entsteht durch gemeinschaftliches Handeln und Konsens, während Gewalt die Abwesenheit von Macht signalisiert und auf Zwang und Werkzeugen basiert.
Foucault sieht Macht nicht nur als repressiv an, sondern als produktiv, da sie Wissen hervorbringt, Subjekte formt und das Feld möglicher Handlungen strukturiert.
Aufgrund der Komplexität und der schnellen Wandlungsprozesse der digitalen Moderne greifen klassische, statische Machtverständnisse zu kurz, weshalb ein flexiblerer, temporärer Machtbegriff erforderlich ist.
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