Bachelorarbeit, 2017
54 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretische Einordnung
2.1 Flucht, Migration und Asyl
2.2 Kolonialismus
2.3 Rassismus
3 Kritische Diskursanalyse
3.1 Kritische Diskursanalyse nach Jäger
3.2 Begrifflichkeiten und Analyseschritte
4 Eine Angewandte kritische Diskursanalyse
4.1 Zielsetzung und Benennung und Begründung des Gegenstandes der Untersuchung
4.2 Kollektivsymbol „Willkommenskultur“
4.3 Das diskursive Ereignis „die Kölner Silvesternacht“
4.4 „Die Sexualisierung der Anderen“
4.5 Verknüpfung mit dem Diskursstrang der Sicherheit
4.6 „Abschottungsgesellschaft“
5 Fazit
Die Bachelorarbeit analysiert die Verschiebung des gesellschaftlichen Diskurses über Flucht, Migration und Asyl in Deutschland zwischen 2015 und 2017. Im Fokus steht dabei die Transformation von einer „Willkommenskultur“ hin zu einer stigmatisierenden Darstellung von Geflüchteten als sexualisierte und kriminalisierte „Andere“, maßgeblich beeinflusst durch das diskursive Ereignis der Kölner Silvesternacht 2015/16.
4.4 „Die Sexualisierung der Anderen“
Nach den Ereignissen der Silvesternacht 2015 auf 2016 kam es zu einer Verschränkung zwischen dem Diskursstrang über Flucht, Migration und Asyl mit dem Diskursstrang des Sexismus und der Sexualität. Die angesprochenen Haupthemen in den Diskursfragmenten zu dieser Verschränkung drehten sich vor allem um die Sexualisierung und Kriminalität von Geflüchteten und Migranten, insbesondere um die angebliche Gefahr, die sie für die deutschen Frauen darstellen. In diesem Zusammenhang wurden Vergewaltigungen, die Silvesternacht in Köln, Frauenbilder, Kultur- und Wertevorstellungen und die Erziehung, die Angst und die Sicherheit der deutschen Bevölkerung und der Aufschwung rechtspopulistischer Parteien als Unterthemen genannt.
Hierbei werden die sexuellen Übergriffe auf Frauen mit der muslimischen Kultur verknüpft. Die jungen Männer wären so erzogen worden, dass sie Frauen erst nach der Hochzeit sexuell näherkommen dürfen und seien nun mit emanzipierten deutschen Frauen konfrontiert. Da müsse es zu so etwas kommen. In muslimischen Kulturen herrsche eine patriarchale Ansichtsweise, danach seien Frauen nicht so viel wert wie Männer. Dieses sei unvereinbar mit der deutschen Kultur, hier stehe die Sicherheit der deutschen Frau an oberster Stelle und diese Sicherheit würde durch die Gefährlichkeit der „Anderen“, der „Fremden“, nicht mehr gewährleistet. Um wieder eine Normalität herzustellen und weiße deutsche Frauen zu schützen, wurden zum Beispiel Verbote für Geflüchtete und Migranten in Schwimmbädern ausgesprochen. Hierbei wurde sich auf das Äußere bezogen und somit Menschen, welche als muslimisch markiert wurden, als sexuell übergriffig dargestellt und im selben Zug rassistisch diskriminiert. (vgl. o.V. 08.12.2016)
Das „Best – Case – Szenario“ nach den Vorkommnissen in Köln wäre es nach Messerschmidt und Mecheril gewesen, das Thema der sexualisierten Gewalt und der sexuellen Übergriffe, insbesondere auf Frauen und Kinder, mehr in den Fokus zu rücken und etwas dagegen zu unternehmen (vgl. Mecheril / Messerschmidt 2016, S. 150). Durch die Fokussierung auf Migranten und Geflüchtete gerät die Tatsache, dass die meisten sexuellen Übergriffe in den Familien stattfinden, in den Hintergrund.
1 Einleitung: Die Arbeit skizziert den Umschwung im Migrationsdiskurs von 2015 bis 2017 und benennt die Sexualisierung und Kriminalisierung männlicher Geflüchteter als zentralen Untersuchungsgegenstand.
2 Theoretische Einordnung: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Konzepte Flucht, Migration, Asyl, Kolonialismus und Rassismus, um die theoretische Basis für die spätere Diskursanalyse zu schaffen.
3 Kritische Diskursanalyse: Hier wird der methodische Ansatz nach Siegfried Jäger erläutert, insbesondere die Konzepte Kollektivsymbole, Normalismen, Diskursfragmente und Diskurspositionen.
4 Eine Angewandte kritische Diskursanalyse: Das Kapitel führt die eigentliche Analyse durch, beginnend bei der „Willkommenskultur“, über das Ereignis der Silvesternacht bis hin zur Verschränkung mit Sicherheitsdiskursen und Abschottungsstrategien.
5 Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Tendenz zur Ausgrenzung der „Anderen“ und reflektiert die Rolle der Sozialen Arbeit sowie die Gefahren von Rassismusdiskursen.
Kritische Diskursanalyse, Willkommenskultur, Kölner Silvesternacht, Othering, Rassismus, Postkolonialismus, Flucht, Migration, Asyl, Sexualisierung, Kriminalisierung, Sicherheit, Abschottungsgesellschaft, Migrationspädagogik, Ethnosexismus.
Die Arbeit untersucht, wie sich der mediale und politische Diskurs über Flucht und Migration in Deutschland nach der Kölner Silvesternacht 2015/16 verändert hat.
Die zentralen Felder sind die mediale Darstellung von Geflüchteten, die Verknüpfung von Sexualität mit Herkunftskultur sowie rassistische und postkoloniale Machtstrukturen.
Das Ziel ist es, die diskursive Verschiebung von einer positiven „Willkommenskultur“ hin zu einer rassistisch geprägten Stigmatisierung von Geflüchteten als Bedrohung („Andere“) offenzulegen.
Die Autorin verwendet die kritische Diskursanalyse nach Siegfried Jäger, um die zugrundeliegenden Macht- und Wissensstrukturen in Medien und Politik zu dekonstruieren.
Der Hauptteil analysiert chronologisch diskursive Ereignisse wie die Silvesternacht, die mediale Konstruktion des „triebhaften Orientalen“ und die Verschränkung des Fluchtdiskurses mit Sicherheitsfragen.
Besonders prägend sind Begriffe wie „Othering“, „Sexualisierung“, „Willkommenskultur“, „Abschottungsgesellschaft“ und „Rassismus“.
Sie werden vermehrt stereotypisiert als „gefährliche fremde Männer“ und als sexuell übergriffig dargestellt, um Abschottungsmaßnahmen politisch zu legitimieren.
Die Medien fungieren als Ort der Diskursbildung, indem sie durch Schlagworte und Bildsprache (z.B. „Nafri“, Titelbilder) rassistische Muster reproduzieren und damit Ängste schüren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

