Bachelorarbeit, 2020
47 Seiten, Note: 1,13
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Der Illusionsbegriff nach Werner Wolf
2.1.1 Prinzipien der Illusionsbildung
2.1.2 Charakteristika des illusionistischen Erzählens
2.2 Illusionsstörung
3 Das Bilderbuch Johanna im Zug
4 Analyse des Bilderbuchs Johanna im Zug
4.1 Illusionsbildende Prinzipien und Charakteristika in Johanna im Zug
4.2 Metafiktion in Johanna im Zug
4.2.1 Explizite Metafiktion
4.2.2 Implizite Metafiktion
5 Fazit und Ausblick
6 Primärliteratur
7 Sekundärliteratur
8 Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht die metafiktionalen Verfahren in Kathrin Schärers Bilderbuch "Johanna im Zug" im Hinblick auf ihr Potenzial, Illusion zu fördern oder zu brechen. Dabei wird analysiert, wie trotz der bewussten Thematisierung von Artifizialität und Fiktionalität eine ästhetische Illusion beim Rezipienten entstehen kann.
4.2.1 Explizite Metafiktion
Wie im Vorfeld erläutert sind alle Aussagen mit offener Thematisierung des Fiktionscharakters, die an der Textoberfläche zu verorten sind, als explizite Phänomene der Metafiktion zu verstehen.
Intermedialität ist eines dieser Phänome, womit der text- bzw. bildinterne Verweis auf andere, außerhalb des Bilderbuches realexistierende Werke, wie Bücher, Kunstwerke und Filme zu verstehen ist. In Johanna im Zug finden sich schon zu Beginn intertextuelle Bezüge die Rückschlüsse auf die Poetik der Autorin bzw. der Zeichnerin zulassen. Abgebildet sind drei Bücher, die auf dem Schreibtisch der Zeichnerin liegen (vgl. Abb. 4). Das Buch des Schriftstellers Max Frisch verweist auf die schweizer Wurzeln der Realautorin Kathrin Schärer und auch inhaltlich lassen sich Parallelen zum Bilderbuch ziehen. In Frischs Werk Biografie: Ein Spiel steht als zentrales Thema die Möglichkeit bzw. Unmöglichkeit des Menschen, seine eigene Identität zu verändern. Diese Selbstbestimmtheit rückt durch die Kontaktzone für die Hauptfigur Johanna jedoch in den Bereich des Möglichen. Inhaltliche Vorausdeutungen finden sich ebenfalls in dem Band des Schweizers Friederich Dürrenmatt. Der Hund könnte als Verweis auf die tierischen Figuren des Bilderbuches gelten; in Der Tunnel stellt eine Zugfahrt die Rahmenhandlung dar. Die Panne - Eine noch mögliche Geschichte befasst sich mit der Frage, ob es für einen Schriftsteller noch Geschichten zu erzählen gibt und wie man als Autor hinter dem Erzählstoff zurücktreten kann. Die Frage kommt auf, wie man schreibt, ohne autobiografisch alles von sich Preis zu geben. Kathrin Schärer spielt in ihrem Kinderbuch mit diesen Fragen. Für die Leserschaft stellt sich eine eindeutige Trennung zwischen ihr und der Autorillustratorin im Bilderbuch sicherlich schwer dar und die Zuordnung, was autobiografisch, was fiktional ist, richtet den Blick weg von der histoire auf die discours-Ebene. Das dritte Buch Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier verweist schon mit dem Titel auf eine Zugfahrt. Doch auch die zentralen Motive des Romas ‚Zeitsprünge‘ und ‚Veränderung der Vergangenheit‘ findet sich im Bilderbuch wieder.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Metafiktion in Kinderbüchern ein und stellt "Johanna im Zug" als zentrales Untersuchungsobjekt vor, dessen Potenzial für die literar-ästhetische Bildung herausgearbeitet wird.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert Werner Wolfs Theorie der ästhetischen Illusion, definiert zentrale Prinzipien der Illusionsbildung sowie Techniken der Illusionsstörung.
3 Das Bilderbuch Johanna im Zug: Es werden die medienspezifischen Charakteristika des Bilderbuchs sowie die Besonderheiten der Erzählstruktur in Schärers Werk dargelegt.
4 Analyse des Bilderbuchs Johanna im Zug: Der Hauptteil wendet die zuvor erarbeiteten theoretischen Prinzipien auf das Bilderbuch an und kategorisiert die auftretenden metafiktionalen Verfahren.
5 Fazit und Ausblick: Die Ergebnisse der Untersuchung werden zusammengefasst und die Schlussfolgerung gezogen, dass metafiktionale Verfahren je nach Einsatz und Rezeption auch illusionsfördernd wirken können.
Metafiktion, Illusionsbildung, Bilderbuchanalyse, Werner Wolf, Johanna im Zug, Kathrin Schärer, Metaisierung, Metalepse, Ästhetische Illusion, Narrativik, Intermedialität, Rezeptionsästhetik, Fiktionalität, Artifizialität, Funktionspotenzial.
Die Bachelorarbeit untersucht, wie das Bilderbuch "Johanna im Zug" von Kathrin Schärer mit metafiktionalen Mitteln arbeitet und ob diese die ästhetische Illusion des Lesers stören oder fördern.
Die Arbeit verknüpft Theorien der Illusionsbildung (nach Werner Wolf) mit der Analyse zeitgenössischer Bilderbücher und der Untersuchung von Metaisierungsphänomenen.
Das Ziel ist zu klären, ob Metafiktion in diesem speziellen Kinderbuch zwingend illusionsstörend wirkt oder ob sie im Gegenteil zur emotionalen Einbindung und zum Verständnis der Gemachtheit des Werkes beitragen kann.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die auf theoretischen Modellen der Narratologie und Bilderbuchforschung basiert, um konkrete Text- und Bildbeispiele aus dem Buch zu interpretieren.
Der Hauptteil analysiert die Prinzipien der Illusionsbildung, untersucht verschiedene Arten der Metafiktion (explizit und implizit) und bewertet deren Funktionspotenzial anhand von Bildbeispielen.
Die zentralen Schlagworte sind Metafiktion, Illusionsbildung, Bilderbuch, Narrativik und die Analyse von Intermedialität und Metalepse.
Die Metalepse wird als zentrales Element identifiziert, bei dem die Grenzen zwischen der Welt der Zeichnerin und der Welt des Schweinchens Johanna durchlässig werden, was laut der Autorin in diesem Fall eher illusionsfördernd als störend wirkt.
Die Arbeit hebt hervor, dass das Bilderbuch sowohl kindliche Rezipienten als auch erwachsene Betrachter anspricht, wobei Letztere durch intertextuelle und intermediale Verweise auf einer anderen Ebene angesprochen werden.
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