Diplomarbeit, 2014
113 Seiten, Note: 1,7
1 Problemstellung
2 Interkulturelle Kompetenz
2.1 Begriffliche Eingrenzung und Einordnung
2.2 Modelle Interkultureller Kompetenz
2.2.1 Listenmodell
2.2.2 Strukturmodell
2.2.3 Prozessmodell
2.2.3.1 Aktueller Stand der Forschung
2.2.3.2 Dimensionen des Prozessmodells von Karla Deardorff
2.2.3.2.1 Haltungen und Einstellungen
2.2.3.2.2 Fachwissen
2.2.3.2.3 Reflexionskompetenz
2.2.3.2.4 Handlungskompetenz
2.3 Verfahren zur Messung Interkultureller Kompetenz
3 Auszubildende in der beruflichen Bildung
3.1 Merkmal Migrationshintergrund
3.1.1 Begriffsdefinition
3.1.2 Bildungschancen bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund
3.2 Merkmal Ausbildungsgang
3.2.1 Auswahl des Ausbildungsganges
3.2.2 Duale vs. vollschulzeitliche Berufsausbildung
3.2.3 Ordnungsmittel
3.2.3.1 Groß- und Außenhandel
3.2.3.2 Fremdsprachensekretariat
3.3 Merkmal Geschlecht
4 Empirische Untersuchung des Modells
4.1 Studiendesign
4.2 Methode
4.2.1 Qualitative skalierende Inhaltsanalyse
4.2.2 Interview
4.2.2.1 Grundlegende Vorüberlegungen
4.2.2.2 Entwicklung der Interviewfragen
4.2.2.2.1 Dimension I Haltungen und Einstellungen
4.2.2.2.2 Dimension II Fachwissen
4.2.2.2.3 Dimension III Reflexionskompetenz
4.2.2.2.4 Dimension IV Handlungskompetenz
4.2.2.2.5 Zusätzliche Fragen
4.2.2.3 Kategoriensysteme
4.2.2.3.1 Dimension I Haltungen und Einstellungen
4.2.2.3.2 Dimension II Fachwissen
4.2.2.3.3 Dimension III Reflexionskompetenz
4.2.2.3.4 Dimension IV Handlungskompetenz
5 Auswertung
5.1 Dimension I Haltungen und Einstellungen
5.1.1 Merkmal Migrationshintergrund
5.1.2 Merkmal Ausbildungsgang
5.1.3 Merkmal Geschlecht
5.1.4 Zusammenfassende Betrachtung
5.2 Dimension II Fachwissen
5.2.1 Merkmal Migrationshintergrund
5.2.2 Merkmal Ausbildungsgang
5.2.3 Merkmal Geschlecht
5.2.4 Zusammenfassende Betrachtung
5.3 Dimension III Reflexionskompetenz
5.3.1 Merkmal Migrationshintergrund
5.3.2 Merkmal Ausbildungsgang
5.3.3 Merkmal Geschlecht
5.3.4 Zusammenfassende Betrachtung
5.4 Dimension IV Handlungskompetenz
5.4.1 Merkmal Migrationshintergrund
5.4.2 Merkmal Ausbildungsgang
5.4.3 Merkmal Geschlecht
5.4.4 Zusammenfassende Betrachtung
5.5 Korrelation zwischen den Dimensionen
5.6 Zusätzliche Fragen
5.6.1 Fremdsprachensekretär
5.6.2 Groß- und Außenhandel
6 Fazit und Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, auf Basis des Prozessmodells der Interkulturellen Kompetenz nach Karla Deardorff zu untersuchen, ob Auszubildende mit Migrationshintergrund über eine höhere interkulturelle Kompetenz verfügen als Auszubildende ohne Migrationshintergrund. Zudem werden die Einflüsse von Geschlecht und Ausbildungsgang analysiert, um potentielle Zusammenhänge in den Kompetenzdimensionen aufzudecken.
2.2.3.2.2 Fachwissen
Ein aufwachsendes Individuum wird mit Normen, Werten und Regelsystemen der jeweiligen Kultur vertraut gemacht und erfährt anhand dieser Faktoren ein tägliches soziales Miteinander. Treffen jedoch zwei Menschen unterschiedlicher Kulturen aufeinander, geht jeder der Partner davon aus, dass sein eigenes Orientierungssystem für alle verständlich, richtig und angemessen ist. Das Wissen über andere Orientierungssysteme sowie die Art und Weise der Verhaltensweisen müssen erst erworben werden (vgl. Thomas 2013: 145ff). Um dieses Orientierungssystem genauer erläutern zu können, werden im Folgenden die Kulturstandards von Hall herangezogen.
Die Kulturdimensionen von Hall und Hall gehören zu der klassischen Kulturforschung, die Unterschiede zwischen Kulturen aufzeigen. Da kulturelle Unterschiede besonders in Kommunikationssituationen relevant sind, werden sie als Grundlage dieser Arbeit dienen. Die beiden Forscher unterscheiden zwischen den folgenden vier Kulturdimensionen: Raumorientierung, Zeitorientierung, Kontextorientierung und Informationsgeschwindigkeit (vgl. Hall & Hall 1990: 3). Es ist zu erwähnen, dass diese nicht völlig getrennt voneinander zu betrachten sind, sondern sich häufig auch bedingen (vgl. Kutschker 2011: 708f). Die beiden letztgenannten Dimensionen sollen nur kurz vorgestellt werden, wohingegen auf die Komponenten Raum und Zeit ausführlicher eingegangen werden soll, da diese auch den Schwerpunkt in der Befragung bilden werden.
1 Problemstellung: Diese Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung interkultureller Kompetenz im Zuge der Globalisierung und für den deutschen Arbeitsmarkt sowie die Bildungsbenachteiligung Jugendlicher mit Migrationshintergrund.
2 Interkulturelle Kompetenz: In diesem theoretischen Kapitel werden Definitionen sowie verschiedene Ansätze – insbesondere das Prozessmodell nach Deardorff – diskutiert und für die Anwendung in der beruflichen Praxis begründet.
3 Auszubildende in der beruflichen Bildung: Dieses Kapitel analysiert spezifische Merkmale wie Migrationshintergrund, Ausbildungsgang und Geschlecht und prüft deren Verankerung in den jeweiligen Ordnungsmitteln und Lehrplänen.
4 Empirische Untersuchung des Modells: Hier wird das methodische Vorgehen der Studie beschrieben, welches auf einer qualitativen skalierenden Inhaltsanalyse und der Befragung von 29 Auszubildenden via Interviews basiert.
5 Auswertung: Die erhobenen Daten werden detailliert entlang der vier Kompetenzdimensionen (Haltungen, Fachwissen, Reflexion, Handeln) unter Einbeziehung der Merkmale Migrationshintergrund, Ausbildungsgang und Geschlecht analysiert.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, die zeigen, dass die untersuchte Gruppe mit Migrationshintergrund in vielen Bereichen eine höhere interkulturelle Kompetenz aufweist, und diskutiert den weiteren Forschungsbedarf.
Interkulturelle Kompetenz, Migrationshintergrund, berufliche Bildung, Prozessmodell, Karla Deardorff, qualitative Inhaltsanalyse, Critical Incident, Ausbildungsgang, Fachwissen, Reflexionskompetenz, Handlungskompetenz, Groß- und Außenhandel, Fremdsprachensekretär, Geschlecht, Integration.
Die Diplomarbeit untersucht den Grad der interkulturellen Kompetenz bei Auszubildenden und prüft, ob und wie sich dieser in Abhängigkeit von Migrationshintergrund, gewähltem Ausbildungsgang und Geschlecht unterscheidet.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung interkultureller Kompetenzmodelle, die Situation von Auszubildenden mit Migrationshintergrund am Arbeitsmarkt sowie die methodische Erfassung von Kompetenzstufen im beruflichen Alltag.
Das Hauptziel ist es, herauszufinden, ob Auszubildende mit Migrationshintergrund eine höhere interkulturelle Kompetenz besitzen als Auszubildende ohne diesen Hintergrund, gestützt auf das Prozessmodell von Karla Deardorff.
Die Arbeit verwendet eine qualitative skalierende Inhaltsanalyse nach Mayring. Die empirische Basis bilden 29 leitfadengestützte Interviews mit Auszubildenden in Wiesbaden, wobei "Critical Incidents" zur Situationsbewertung genutzt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung der Kompetenzdimensionen (Haltungen, Fachwissen, Reflexion, Handeln), die Analyse der Rahmenbedingungen in der Berufsbildung und die detaillierte Auswertung der erhobenen Interviewdaten anhand verschiedener Merkmalskombinationen.
Die Untersuchung konzentriert sich auf Begriffe wie Interkulturelle Kompetenz, Migrationshintergrund, berufliche Bildung, Prozessmodelle nach Deardorff, qualitative Inhaltsanalyse und Handlungskompetenz.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Auszubildende mit Migrationshintergrund über alle Dimensionen hinweg im Durchschnitt eine höhere interkulturelle Kompetenz erreichen als ihre Altersgenossen ohne Migrationshintergrund.
Es zeigt sich, dass angehende Kaufleute im Groß- und Außenhandel aufgrund des stärkeren Praxisbezugs und internationaler Kontakte tendenziell einen höheren Grad an interkultureller Kompetenz aufweisen als Auszubildende im Bereich Fremdsprachensekretariat.
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