Bachelorarbeit, 2018
99 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Corporate Social Responsibility - Grundlagen
2.1 Definition des Begriffs „Corporate Social Responsibility“
2.2 Notwendigkeit von Corporate Social Responsibility (CSR)
3. Das CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetz
3.1 Intention und Entstehung
3.2 Anwenderkreis
3.3 Adressatenkreis
3.4 Unterschiede bei der Umsetzung der Richtlinie 2014/95/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Deutschland
4. Auswirkungen auf die Rechnungslegung
4.1 Inhalt der nichtfinanziellen Erklärung
4.2 Besondere berichtspflichtige Aspekte in der Lieferkette
4.3 Zwischenfazit
4.4 Formen der nichtfinanziellen Berichterstattung
4.5 Richtlinien und standardisierte Rahmenwerke als Grundlagen für die Anwendung des Gesetzes
5. Auswirkungen auf die Abschlussprüfung
5.1 Grundlagen
5.2 Gesetzlich verpflichtende Prüfung durch den Aufsichtsrat
5.3 Gesetzlich verpflichtende Prüfung auf Vorhandensein der nichtfinanziellen Erklärung durch den Abschlussprüfer
5.4 Freiwillige inhaltliche Prüfung durch einen externen Dritten
6. Fazit und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen des CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetzes (CSR-RUG) auf die Praxis der Rechnungslegung und Abschlussprüfung in Deutschland. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie das Gesetz, das auf der EU-Richtlinie 2014/95/EU basiert, die Berichtspflichten für betroffene Unternehmen verändert und welche Herausforderungen bei der Umsetzung und Prüfung dieser nichtfinanziellen Informationen entstehen.
4.2.3 Einhaltung und Achtung der Menschenrechte in der Lieferkette
Immer wieder kommt es in Unternehmen zu Skandalen in Bezug auf die Nichtachtung der Menschenrechte entlang der Lieferkette. Ein Beispiel ist der Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch im Jahr 2013. Es starben mehr als 1.130 Menschen. Auch deutsche Unternehmen hatten Zulieferer in dem Gebäude ansässig, darunter z. B. das deutsche Textilunternehmen Adler Modemärkte AG.
Aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2017 von Adler geht hervor, dass das Unternehmen Mitglied eines Textilbündnisses aus nationalen und internationalen Entwicklungspolitikern, Gewerkschaften, Verbänden und Initiativen ist, das sich für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen im asiatischen Raum einsetzt. Der Schwerpunkt des gesellschaftlichen Engagements der Adler AG liegt dabei auf Bangladesch und Indien, da von dort ein Großteil der Ware bezogen wird.
In Dhaka, wo sich 2013 das Unglück ereignete, hat Adler die Carlotta School errichtet. Es handelt sich dabei um eine Einrichtung, die Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ausbildet.
Ebenfalls versucht Adler die Transparenz ihrer Lieferkette zu erhöhen, so dass auch Sublieferanten und vorgelagerte Produktionsbetriebe die Sozial- und Umweltstandards, welche durch die Adler AG vorgegeben werden, einhalten müssen. Auch wenn im Nachhaltigkeitsbericht 2017 kein direkter Bezug auf das Unglück von 2013 genommen wird, kann man nach Meinung d. V. annehmen, dass Adler insbesondere deshalb verstärkt in Bangladesch gesellschaftlich aktiv ist und die Transparenz der Lieferkette erhöht, da Zulieferer von Adler ebenfalls in der Textilfabrik ansässig waren, und deren Mitarbeiter ihr Leben verloren oder Verletzungen erlitten haben. Mit dieser Maßnahme versucht Adler sehr wahrscheinlich, ihren Ruf wieder zu verbessern und das Vertrauen der Stakeholder zu gewinnen bzw. zu stärken.
1. Einleitung: Beschreibt das veränderte Verhältnis zwischen Wirtschaft und Gesellschaft und führt in die Thematik der CSR-Berichterstattung als Reaktion auf EU-Vorgaben ein.
2. Corporate Social Responsibility - Grundlagen: Erläutert die Begriffsdefinition von CSR und die wachsende Notwendigkeit für Unternehmen, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.
3. Das CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetz: Analysiert die Entstehung, den Anwenderkreis sowie die spezifischen Rahmenbedingungen des Gesetzes in Deutschland.
4. Auswirkungen auf die Rechnungslegung: Behandelt detailliert die inhaltlichen Anforderungen an die nichtfinanzielle Erklärung, die Bedeutung der Lieferkette sowie verschiedene Darstellungsformen.
5. Auswirkungen auf die Abschlussprüfung: Untersucht die Prüfpflichten des Aufsichtsrats, des Abschlussprüfers sowie die Diskussion um eine freiwillige inhaltliche Prüfung durch Dritte.
6. Fazit und Ausblick: Fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der CSR-Berichtspflichten in Deutschland.
Corporate Social Responsibility, CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetz, CSR-RUG, nichtfinanzielle Erklärung, NFE, Rechnungslegung, Abschlussprüfung, Lieferkette, Aufsichtsrat, Wesentlichkeitsanalyse, Nachhaltigkeit, Berichterstattung, EU-Richtlinie, Prüfungspflicht, Lagebericht.
Die Arbeit befasst sich mit den Anforderungen, die durch das CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetz an deutsche Unternehmen gestellt werden, um über nichtfinanzielle Aspekte zu berichten.
Zentral sind die gesetzlichen Anforderungen an die nichtfinanzielle Erklärung, die Herausforderungen in der Lieferkette sowie die Prüfpflichten der Kontrollorgane.
Ziel ist es, die Auswirkungen der gesetzlichen Neuregelung auf die Rechnungslegung und die damit verbundenen Prüfungsanforderungen transparent darzustellen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung von Gesetzentwürfen und Stellungnahmen sowie der Untersuchung praktischer Beispiele aus Berichten deutscher Unternehmen.
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Gestaltung der nichtfinanziellen Erklärung sowie die prozessualen Anforderungen an die Abschlussprüfung durch Aufsichtsrat und Abschlussprüfer.
Neben dem CSR-RUG sind vor allem Begriffe wie nichtfinanzielle Erklärung, Lieferkette, Prüfungspflicht und Wesentlichkeit prägend.
Unternehmen haben oft keinen direkten Zugriff auf tiefere Stufen der Lieferkette, was die Überprüfung von Arbeits- und Menschenrechtsstandards erschwert und den Verwaltungsaufwand massiv erhöht.
Der Aufsichtsrat ist nach Aktiengesetz zur Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung verpflichtet, steht jedoch oft vor der Herausforderung, dass ihm das spezifische Fachwissen für diese neuen Themengebiete fehlt.
Obwohl das Gesetz sie als freiwillig definiert, führt der Erwartungsdruck der Stakeholder und der Kapitalmarktöffentlichkeit faktisch dazu, dass die meisten großen Unternehmen ihre Berichte inhaltlich prüfen lassen.
Viele Unternehmen wählen den gesonderten, nichtfinanziellen Bericht als Lösung, um die Übersichtlichkeit im Lagebericht zu wahren, auch wenn dies zu Herausforderungen bei der Verknüpfung der Dokumente führen kann.
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