Bachelorarbeit, 2017
45 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Camus‘ Stil und Methode
3. Das Absurde
3.1 Das Gefühl des Absurden
3.2 Das Absurde auf Verstandesebene
3.4 Die Logik des Absurden
4. Philosophischer Selbstmord
4.1 Gedemütigte Vernunft
4.3 Relative Vernunft
5. Schlussfolgerungen aus dem Absurden
5.1 Auflehnung
5.2 Freiheit
5.3 Leidenschaft
6. Sinnlosigkeit und Lebensbejahung
7. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie Albert Camus trotz der von ihm postulierten Sinnlosigkeit der Welt eine absolute Lebensbejahung begründet. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse seiner Argumentationsstruktur, der kritischen Auseinandersetzung mit dem phänomenologischen Ansatz sowie der Herleitung seiner zentralen Schlussfolgerungen, um aufzuzeigen, wie das Absurde als existenzielle Grundsituation zu einer bewussten, lebensbejahenden Haltung transformiert werden kann.
3.1 Das Gefühl des Absurden
Die Absurdität ist die Evidenz und erste Wahrheit, auf die Camus in seinem Essay seine Argumentation aufbaut. Wie bereits angesprochen, möchte Camus seine absurde Logik auf phänomenologischen Argumenten aufbauen, deshalb ist es nicht verwunderlich, dass er sich dem Absurden zunächst als einem Gefühl nähert, das uns überkommt, wenn wir das Absurde erfahren. Es ist also zunächst nichts rational gegebenes, sondern etwas real erfahrenes. Dies erschwert allerdings den Zugang für Menschen, die selbst noch nicht Zeuge des absurden Gefühls geworden sind, weshalb sie sich weniger damit identifizieren können und sich damit nicht auf die phänomenologische Evidenz dieses Gefühls berufen können.
Jedoch kann „[d]as Gefühl der Absurdität […] an jeder beliebigen Straßenecke jeden beliebigen Menschen anspringen.“ Kein Mensch ist dagegen gewappnet, ganz gleich, welchem Lebensinhalt er nachgeht. Die Gefühle, die ein Mensch angesichts der Sinnlosigkeit spürt, tauchen die Welt in ein bestimmtes „Klima des Absurden“. Damit ein Mensch beginnt, über die Sinnlosigkeit des Daseins auf Verstandesebene nachzudenken, muss er nach Camus zunächst das Gefühl des Absurden empfinden: „Das Klima der Absurdität steht am Anfang“.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und verortet Camus im Kontext des französischen Existenzialismus, wobei seine zentrale Frage nach dem Sinn des Lebens als ein der conditio humana inhärentes Streben dargestellt wird.
2. Camus‘ Stil und Methode: Hier wird Camus' spezifischer, essayistischer Schreibstil beleuchtet, der Lyrik und Philosophie verbindet, sowie sein Anspruch auf ein phänomenologisch verankertes, jedoch fragmentarisches und relatives Denken innerhalb der Tradition mittelmeerischer Philosophie.
3. Das Absurde: Dieses Kapitel expliziert die Entstehung des Absurden durch den Zusammenprall menschlicher Vernunft mit der irrationalen Welt, wobei die Aspekte des Gefühls, des Verstandes und die zugrunde liegende Logik des Absurden detailliert dargelegt werden.
4. Philosophischer Selbstmord: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit Denkern wie Kierkegaard, denen Camus vorwirft, durch eine Flucht in transzendente Hoffnung – einen „philosophischen Selbstmord“ – die menschliche Vernunft zu verraten und das Absurde zu zerstören.
5. Schlussfolgerungen aus dem Absurden: Dieses Kapitel behandelt die drei zentralen Wege, wie der Mensch das Absurde produktiv für sich nutzen kann: durch die metaphysische Revolte (Auflehnung), die Erlangung einer Handlungsfreiheit und die Leidenschaft für ein intensives, authentisches Leben.
6. Sinnlosigkeit und Lebensbejahung: Abschließend wird herausgearbeitet, wie der absurde Mensch durch Trotzmacht und die Akzeptanz seines Schicksals, analog zu Sisyphos, gerade in der Sinnlosigkeit die Freiheit zur Selbstzweck-Existenz und eine bedingungslose Lebensbejahung findet.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und antwortet auf die Kantschen Grundfragen, wobei das Absurde als unumgängliche Wahrheit bestätigt und die Verantwortung des Einzelnen betont wird, inmitten der Sinnlosigkeit eine persönliche, sinnstiftende Lebenspraxis zu etablieren.
Albert Camus, Der Mythos des Sisyphos, Das Absurde, Lebensbejahung, Sinnlosigkeit, Auflehnung, Freiheit, Leidenschaft, conditio humana, philosophischer Selbstmord, Existenzialismus, relative Vernunft, Sinnstiftung, Phänomenologie, Sisyphosarbeit.
Die Bachelorarbeit setzt sich mit Albert Camus' Essay „Der Mythos des Sisyphos“ auseinander und untersucht seine Philosophie des Absurden.
Die Arbeit analysiert die Konzepte des Absurden, die Bedeutung der conditio humana, die Kritik am philosophischen Selbstmord sowie die drei Schlussfolgerungen Auflehnung, Freiheit und Leidenschaft.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Camus die Umkehrung der Erfahrung von Sinnlosigkeit in eine bewusste und absolute Lebensbejahung theoretisch begründet und methodisch herleitet.
Die Autorin folgt einem interpretativen und analysierenden Ansatz, der Camus' primär literarisch-philosophische Texte systematisiert und in den Kontext existenzphilosophischer Debatten stellt.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodologische Einordnung, die phänomenologische Beschreibung des Absurden, die Kritik am religiösen Existenzialismus und die detaillierte Ausarbeitung der lebensbejahenden Konsequenzen.
Zentrale Begriffe sind das Absurde, die Lebensbejahung, die Auflehnung, die conditio humana sowie die philosophische Auseinandersetzung mit dem Sinn des Lebens.
Camus lehnt ihn ab, weil er ihn als feiges Ausweichen vor der Realität betrachtet, bei dem der Mensch seine Vernunft aufgibt und sich einer Hoffnung oder einem Jenseits zuwendet, was dem Anspruch auf Evidenz und Wahrheit widerspricht.
Freiheit ist bei Camus keine metaphysische Willensfreiheit, sondern eine konkrete Handlungs- und Entscheidungsfreiheit im Hier und Jetzt, die aus der Befreiung von der Hoffnung auf ein Jenseits resultiert.
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