Bachelorarbeit, 2011
35 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
II. Die Quellenlage
III. Die Rolle der Firma Bosch als Unternehmen für die Wirtschaft
1. Unternehmen in der NS-Forschung
2. Robert Bosch und die Entwicklung seiner Firma
3. Rüstungswirtschaft
4. Zwangsarbeiter bei Bosch
IV. Die Gründung des Stuttgarter Boschkreises
1. Der Widerstand des Boschkreises
2. Die Zusammensetzung
3. Mitgliedschaft in der NSDAP
4. Die Judenhilfe
5. Auslandsreisen des Boschkreises
V. Die Beziehungen Goerdelers zum Boschkreis
1. Goerdelers Biographie
2. Goerdelers Anstellung bei der Firma Bosch
3. Goerdelers Arbeit für Bosch
4. Der Boschkreis und das Attentat vom 20. Juli
VI. Schluss
Diese Arbeit untersucht die Rolle der Firma Bosch im Nationalsozialismus und analysiert die Aktivitäten des sogenannten „Stuttgarter Boschkreises“ als widerständige Organisation. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie das Unternehmen trotz seiner Verstrickung in die Rüstungswirtschaft und das NS-Regime durch geheime Netzwerke und finanzielle Unterstützung gezielten Widerstand leisten konnte.
IV.4. Die Judenhilfe
Beim Thema Judenhilfe deutscher Industrieller ist das bekannteste Beispiel sicher Oskar Schindler, der mit spektakulären Aktionen Juden das Leben rettete. Oskar Schindler muss hier allerdings als Ausnahme gelten. Die Judenhilfe bei Bosch ist dagegen weniger spektakulär, aber dafür als typisches Beispiel für Möglichkeiten von Unternehmen zu sehen, den Juden im Zweiten Weltkrieg beizustehen. Für Robert Bosch zählten nicht die Herkunft und Religion eines Menschen, sondern seine Fähigkeiten und sein Arbeitswille. Er war Mitglied im 1890 gegründeten ‚Verein zur Abwehr des Antisemitismus‘. Der Verein hatte lange vergeblich versucht durch Vorträge, Mitgliederwerbung und Bildungsarbeit den Antisemitismus in Deutschland zu bekämpfen.
Bosch, der mit religiösen Fragen nicht viel anzufangen wusste, vertraute anfangs noch auf die Friedenspolitik Hitlers. Walz sah als Bekenntnischrist die Gefahr viel deutlicher und entlarvte den Antisemitismus als „Vorläufer eines späteren Antichristentums“. In der Folge versuchte der Boschkreis den ‚Verein zur Förderung der Volksbildung’ zu unterstützen, der vielen Juden als Treffpunkt diente. Als sich dieser auf Grund des politischen Drucks 1936 selbst auflöste, ging man dazu über, durch finanzielle Hilfe die jüdische ‚Mittelstelle‘ zu unterstützen, die für Stuttgarter Juden die wichtigste Anlaufstelle im alltäglichen Leben geworden war. Hier konnten sie untereinander Gedanken austauschen, aber auch eine mögliche Auswanderung organisieren.
I. Einleitung: Die Einleitung führt in das Jubiläumsjahr 2011 der Firma Bosch ein und umreißt die bisher kaum erforschte Rolle des „Stuttgarter Boschkreises“ als Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus.
II. Die Quellenlage: Dieses Kapitel bewertet die trotz Kriegszerstörungen gute Quellenlage anhand von Nachkriegsberichten, Gestapo-Akten und internen Unternehmensarchiven kritisch.
III. Die Rolle der Firma Bosch als Unternehmen für die Wirtschaft: Es wird die Ambivalenz zwischen Rüstungsproduktion, Zwangsarbeit und dem Wunsch nach politischer Distanz zur NS-Diktatur analysiert.
IV. Die Gründung des Stuttgarter Boschkreises: Das Kapitel beschreibt die Entstehung des Widerstandszirkels, seine Zusammensetzung, die Notwendigkeit des Zellenprinzips und die Bemühungen um Judenhilfe.
V. Die Beziehungen Goerdelers zum Boschkreis: Hier wird Carl Goerdelers Weg zur Firma Bosch sowie seine Rolle als getarnter Berater und zentrale Figur der Verschwörung gegen Hitler beleuchtet.
VI. Schluss: Das Fazit stellt die Widerstandstätigkeit als singulären, aber widersprüchlichen Vorgang dar, der durch Kooperation mit dem NS-Regime erst ermöglicht wurde.
Boschkreis, Widerstand, Nationalsozialismus, Carl Goerdeler, Robert Bosch, Rüstungswirtschaft, Zwangsarbeiter, Judenhilfe, NS-Diktatur, Verschwörung, 20. Juli 1944, Hans Walz, Widerstandsethik, Unternehmensgeschichte, Unternehmensarchiv.
Die Arbeit analysiert die widerständigen Aktivitäten des Stuttgarter Boschkreises und hinterfragt dabei kritisch die Rolle der Firma Bosch im Dritten Reich.
Die zentralen Felder umfassen die Rüstungsproduktion, den Einsatz von Zwangsarbeitern, die finanzielle und organisatorische Hilfe für verfolgte Juden sowie die konspirative Rolle Carl Goerdelers.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein Unternehmen durch geschickte Kooperation und Tarnung im Verborgenen Widerstand gegen die NS-Diktatur leisten konnte, ohne dabei seine Existenz zu gefährden.
Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Unternehmensakten, Verhörprotokollen, zeitgenössischen Berichten und bestehender Fachliteratur, um ein historisches Bild des Boschkreises zu zeichnen.
Der Hauptteil behandelt die interne Struktur des Boschkreises, die ideologischen Unterschiede innerhalb der Firmenleitung und die spezifischen Widerstandsaktionen wie Auslandsreisen zur Friedensanbahnung.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Boschkreis, Widerstand, Carl Goerdeler, Judenhilfe und die Ambivalenz zwischen Anpassung und Opposition.
Die Gruppe nutzte ein strenges Zellenprinzip, bei dem nur sehr wenige Mitglieder über den vollen Umfang der Aktivitäten informiert waren, um bei einer Entdeckung das gesamte Netzwerk zu schützen.
Der Autor argumentiert, dass eine totale Verweigerung gegenüber dem Regime zur sofortigen Enteignung und Zerschlagung des Unternehmens durch die Nationalsozialisten geführt hätte, was wiederum jeglichen Spielraum für Widerstand zerstört hätte.
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