Diplomarbeit, 2004
213 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Schwerkranke Menschen und deren Familie
2.1. Untersuchungsanlass: unzureichende Klärung der Rolle der Familie von schwerkranken Menschen
2.1.1. Was ist Familie?
2.1.2. Was ist Gesundheit und was ist Krankheit?
2.2. Untersuchungsgegenstand: hämatoonkologisch erkrankte Menschen und deren Familie
2.3. Vorstellung der hämatoonkologischen Erkrankung: eine Einführung in Krankheitsbilder und Therapie
2.4. Eigenes Untersuchungsinteresse: Wie haben schwerkranke Menschen ihre Familie unterstützend erlebt?
3. Metaphern des Helfens
3.1. Scherpners Verständnis von Hilfe: Hilfe als Urform gesellschaftlichen und gemeinschaftlichen Lebens
3.2. Heideggers Verständnis von Fürsorge: Hilfe passiert durch die Sorge um den Mitmenschen
3.3. Psychologisches Verständnis von Hilfe: Hilfe in Form von altruistischem Verhalten
4. Einführung in die Methodik meiner Untersuchung
4.1. Überlegungen bei der Auswahl der Untersuchungsmethode
4.2. Untersuchungsschritte biographischer Forschung
4.3. Betrachtungen über mögliche Probleme bei meiner Untersuchung
4.4. Wissenschaftsverständnis von biographischer Forschung
5. Beschreibung des Untersuchungsverlaufs
5.1. Vorbereitung der Interviews
5.1.1. Erstellung einer Studienaufklärung und Einverständniserklärung
5.1.2. Anfertigung eines Interviewleitfadens
5.2. Durchführung eines Probeinterviews
5.3. Auswahl der Untersuchungsteilnehmer
5.4. Durchführung der Interviews
5.5. Transkription der Interviews
5.6. Analyse und Interpretation der Interviews
5.7. Forschungstagebuch
6. Erfassen der Interviews
6.1. Familie Preußen
6.2. Familie Regen
6.3. Familie M.
6.4. Familie S.
7. Ergebnisse der Untersuchung
7.1. Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei den befragten Patienten und deren Familien
7.2. Familienverhältnisse und das Verständnis von Familie bei den Interviewpartnern
7.3. Reichweite von familiärer Hilfe bei den einzelnen Familien
7.4. Merkmale familiärer Hilfen für schwer erkrankte Menschen
7.4.1. Familiäre Hilfe aufgezeigt durch geleisteten Beistand von den Angehörigen
7.4.2. Familiäre Hilfe hervorgerufen durch die Sorge um Angehörige
7.4.3. Familiäre Hilfe durch die Verbundenheit der Menschen, die sich lieben
8. Schlussbetrachtung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Bedeutung der familiären Unterstützung für hämatoonkologisch erkrankte Menschen zu untersuchen und herauszufinden, wie Patienten soziale Gruppen wie die Familie als hilfreich erleben, wobei eine lebensgeschichtliche Perspektive eingenommen wird.
Die Ausgangsthese meiner Arbeit ist, dass Familie von einem schwerkranken Menschen als hilfreich erlebt wird.
Durch meine mehrjährige Tätigkeit als Krankenpfleger auf einer Station für Knochenmarktransplantation formte sich mein Bild über die Wichtigkeit der familiären Hilfe.
Ich arbeitete damals mit Patienten, die an einer hämatoonkologischen Erkrankung wie Leukämie erkrankt waren, welche als überwindbare, lebenslange oder auch mit dem Tode endende Krankheit von Betroffenen und deren Familie erlebt wurde. In dieser Zeit habe ich Patienten mit zahlreichen Problemen und ihren jeweiligen Bewältigungsstrategien kennengelernt. Die Menschen mussten sich an ein völlig verändertes Leben anpassen, wenn z. B. Nahrungsaufnahme und Leistungsfähigkeit in Folge einer Chemotherapie beeinträchtigt war und sie in eine Abhängigkeit - durch fortwährende Untersuchungen und der ständigen Verabreichung von Medikamenten - der medizinischen Versorgung gerieten. Es entwickelten sich vielfältige psychische Belastungen wie Depressionen und Zukunftsängste, wenn z. B. materielle Konsequenzen durch den Verlust des Arbeitsplatzes auf Grund einer entstandenen Erwerbsunfähigkeit drohten.
Die betroffenen Menschen hatten meist ganz unterschiedliche Wahrnehmungen über das was ihnen ihrer Meinung nach geholfen hat mit den Problemen zurechtzukommen. Auffällig war, dass sie neben der medizinischen und pflegerischen Betreuung oft die Familie als wichtigste Ressource bei der Überwindung ihrer Ausnahmesituation erwähnten.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Rolle der Familie bei der Unterstützung von Krebspatienten und leitet in die Fragestellung und das methodische Vorgehen der Untersuchung ein.
2. Schwerkranke Menschen und deren Familie: Dieses Kapitel erörtert den Untersuchungsanlass, definiert Begriffe wie Familie, Gesundheit und Krankheit und führt in hämatoonkologische Krankheitsbilder ein.
3. Metaphern des Helfens: Es werden verschiedene Paradigmen des Helfens nach Scherpner, Heidegger und psychologischen Ansätzen diskutiert, um die Idee der Hilfe theoretisch zu fundieren.
4. Einführung in die Methodik meiner Untersuchung: Der Autor begründet die Wahl der qualitativen Biographieforschung und erläutert die wissenschaftlichen Gütekriterien seiner Untersuchung.
5. Beschreibung des Untersuchungsverlaufs: Hier wird der konkrete Prozess von der Vorbereitung über die Durchführung der Interviews bis zur Auswertung und dem Forschungstagebuch dargelegt.
6. Erfassen der Interviews: Dieses Kapitel bietet eine Übersicht der geführten Interviews und stellt die teilnehmenden Familien und deren Situation strukturiert vor.
7. Ergebnisse der Untersuchung: Die erhobenen Gesprächsdaten werden analysiert, wobei Unterschiede, Gemeinsamkeiten und spezifische Merkmale familiärer Hilfsformen herausgearbeitet werden.
8. Schlussbetrachtung: Der Autor fasst die Hauptergebnisse zusammen und reflektiert über die Rolle der Familie als unverzichtbare Ressource bei der Krankheitsbewältigung.
Hämatoonkologie, Leukämie, Familie, familiäre Hilfe, Biographieforschung, Krankheitsbewältigung, Coping, soziale Unterstützung, psychoonkologische Versorgung, narrative Interviews, Knochenmarktransplantation, Beistand, Salutogenese, Fürsorge, Lebensgeschichte.
Die Arbeit untersucht, welche unterstützende Rolle die Familie für Patienten mit einer hämatoonkologischen Erkrankung (wie Leukämie) während und nach ihrer Behandlung spielt.
Im Fokus stehen das Erleben von familiärer Hilfe, die Bedeutung von Familie in Krisensituationen, theoretische Konzepte des Helfens sowie die Anwendung der biographischen Forschungsmethode.
Das Ziel ist herauszufinden, was Patienten als "Menschliches" im Umgang mit ihrer Krankheit empfinden und wie sie die Unterstützung durch Familienangehörige während ihrer Krankheitsbewältigung wahrnehmen.
Der Autor nutzt die qualitative Biographieforschung und führt narrative Interviews mit betroffenen Patienten und deren Familienmitgliedern durch.
Neben der theoretischen Herleitung des Helfen-Begriffs wird der gesamte Forschungsprozess beschrieben, die interviewten Fälle dokumentiert und die Ergebnisse hinsichtlich der Merkmale familiärer Hilfe interpretiert.
Zentrale Begriffe sind Hämatoonkologie, familiäre Hilfe, Biographieforschung, Krankheitsbewältigung und soziale Unterstützung.
Die Familien weisen sehr unterschiedliche Konstellationen, Altersspannen und Bildungsniveaus auf, was zu einer individuellen Wahrnehmung und Umsetzung familiärer Unterstützung führt.
Die Verbundenheit, die auf Liebe und gegenseitigem Beistand basiert, wird als eine einzigartige Form der Unterstützung identifiziert, die über professionelle soziale Arbeit hinausgeht.
Die Sorge um nahestehende Angehörige, insbesondere die eigenen Kinder, fungiert für die Patienten oft als eine Form der Selbsthilfe und Motivationsquelle, um die Behandlung durchzustehen.
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