Examensarbeit, 2004
124 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
Teil I: Theoretische Grundlegung
1 Ziele der Untersuchung und Aufbau der Arbeit
2 Karies
2.1 Karies und ihre Entstehung
2.2 Kariesprophylaxe
3 Grundlagen zu Quecksilber und Amalgam
3.1 Geschichte
3.1.1 Quecksilber
3.1.2 Amalgam als Füllungsmaterial
3.2 Chemische und Physikalische Grundlagen Quecksilber
3.3 Quecksilbervorkommen und Verwendung
3.4 Resorption und Toxikologie von Quecksilber
3.5 Quecksilberexposition
3.5.1 Quecksilber in der Luft
3.5.2 Quecksilber in der Nahrungskette
3.5.3 Quecksilber aus dem Füllungsmaterial Amalgam
3.5.3.1 Messgrößen
3.5.3.2 Quecksilberbelastung der Patienten durch Amalgamfüllungen
3.5.3.3 Quecksilberbelastung des Praxispersonals durch Amalgam
3.6 Grenzwerte
4 Amalgam als Füllungswerkstoff
4.1 Silberamalgame
4.1.1 Gamma-2-Amalgame
4.1.2 Non-Gamma-2-Amalgame
4.2 Kupferamalgame
4.3 Spezifikation und Qualitätssicherung
4.4 Das Arbeiten mit Amalgam in der Zahnarztpraxis
4.4.1 Das Legen einer Amalgamfüllung
4.4.2 Das Entfernen von Amalgam
4.5 Einzelaspekte der Amalgamanwendung
4.5.1 Indikation und Kontraindikation der Amalgamfüllung
4.5.1.1 Indikation für das Legen einer Amalgamfüllung
4.5.1.2 Kontraindikation für das Legen einer Amalgamfüllung
4.5.2 Mögliche Folgen der Amalgamanwendung
4.5.3 Rechtlicher Rahmen
4.6 Die Amalgamdiskussion in Vergangenheit und Gegenwart
4.6.1 Die Amalgamdiskussion in der Vergangenheit
4.6.2 Die Amalgamdiskussion in der Gegenwart
5 Füllungsmaterialien im Vergleich
5.1 Herstellung im zahntechnischen Labor
5.2 Anwendungsbereiche
5.3 Lebensdauer
5.4 Freisetzung von Bestandteilen
5.5 Nachteile
5.6 Vorteile
Teil II: Empirische Untersuchung
6 Empirische Erhebung
6.1 Methodik und Aufbau der Datenerhebung
6.1.1 Forschungsmethode Befragung
6.1.2 Ziel der Untersuchung
6.1.3 Zielgruppe und Setting
6.1.4 Fragebogen und Ableitung der einzelnen Fragen
6.1.5 Pretest
6.2 Auswertung der Befragung
6.2.1 Auswertungsverfahren
6.2.2 Zusammensetzung der Stichprobe
6.2.3 Themenbereich 1: Füllungssituation und Erfahrungen mit Materialien
6.2.4 Themenbereich 2: Informationsstand und –quellen Amalgam und andere Füllungsmaterialien
6.2.5 Themenbereich 3: Innere Einstellungen zu Füllungsmaterialien allgemein, zu Amalgam und zur Zahngesundheit
6.2.6 Themenbereich 4: Zahngesundheitsverhalten
6.3 Interpretation und Diskussion der Daten
6.3.1 Füllungssituation allgemein und der Stellenwert von Amalgam
6.3.1.1 Füllungssituation
6.3.1.2 Stellenwert von Amalgam
6.3.2 Informationsstand über Füllungsmaterialien und Einstellungen zu Amalgam
6.3.3 Anforderungen der Probanden an ein Füllungsmaterial
6.3.4 Zahngesundheitsverhalten
6.4 Fazit der empirischen Erhebung
7 Schlussbetrachtung und Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, den aktuellen Stellenwert von Amalgam in der zahnmedizinischen Versorgung zu erfassen und zu untersuchen, ob aufgrund der anhaltenden öffentlichen Diskussion eine Diskrepanz zwischen dem wissenschaftlichen Kenntnisstand und der Umsetzung in der zahnärztlichen Praxis sowie der Wahrnehmung durch die Patienten existiert. Hierbei soll ermittelt werden, ob eine durch Medien und Diskussionen ausgelöste Verunsicherung der Patienten vorliegt und inwiefern diese ihre Einstellungs- und Entscheidungsprozesse bei der Wahl von Füllungsmaterialien beeinflusst.
3.2 Chemische und physikalische Grundlagen Quecksilber
Das Metall Quecksilber (Hg) besitzt die Ordnungszahl 80 und kann sowohl positiv ein- als auch zweiwertig sein, also auf der Oxidationsstufe +1 oder +2 vorliegen. Es hat eine Dichte von 13,54 g/cm³ und im Langperiodensystem steht es unter Zink (Zn) und Cadmium (Cd) in der Nebengruppe II b der Übergangselemente (56).
Bei Hg handelt es sich um das einzige bei Zimmertemperatur flüssige Metall mit einem Schmelzpunkt von –38,89 ºC und einer Solidustemperatur von 357,3 ºC. Es zeigt einen silbernen Glanz und besitzt eine sehr gute elektrische und Wärmeleitfähigkeit (23).
Beim Quecksilber kann zwischen drei chemischen Hauptformen unterschieden werden, die sich auch toxikologisch unterscheiden (vgl. 3.4): Es kommt als elementares, dampfförmiges Quecksilber (Hg0) vor, wenn es oxidiert, bildet es anorganische Hg-Salze (Hg[II]), und es kann in organischen Verbindungen vorhanden sein (26).
Schon bei Zimmertemperatur besitzt Hg einen Dampfdruck, der sich mit der Erhöhung der Temperatur noch erheblich steigert: 0,170 Pa (20ºC), 0,391 Pa (30ºC), 0,81 Pa (40ºC) und 1,69 Pa (50ºC).
Quecksilber bildet mit einigen anderen Metallen Amalgame, die, je nach Zusammensetzung und Löslichkeit, fest, teigig oder flüssig sein können. Bei 20ºC ergibt sich beispielsweise folgende Löslichkeit verschiedener Metalle in Quecksilber: Kupfer (0,002%), Silber (0,035%), Gold (0,131%), Natrium (0,62 %), Zink (1,99%), Cadmium (5,0%) und Thallium (42,5%). Eisen hingegen löst sich nicht in ihm und wird deshalb als Material für Behälter zur Verwahrung von Quecksilber verwendet. Diese Behälter müssen laut Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) mit dem Gefahrensymbol „giftig“ (T), also dem schwarzen Totenkopf auf orangenem Grund, gekennzeichnet werden, da Quecksilber den krebserregenden, fruchtschädigenden und erbgutverändernden Gefahrstoffen zugerechnet wird. Hg selbst löst sich lediglich in oxidierenden Säuren, wie z.B. Salpetersäure und in konzentrierter, heißer Schwefelsäure. Bei trockener Luft und Raumtemperatur wird Hg nicht oxidiert, wohingegen sich bei feuchter Luft und Raumtemperatur allmählich eine dünne Oxidhaut bildet. Wird es in organische Verbindungen eingeführt, bezeichnet man dies als „Mercurierung“ (23).
Ziele der Untersuchung und Aufbau der Arbeit: Das Kapitel definiert das Ziel, den Stellenwert von Amalgam durch eine Befragung zu ermitteln und festzustellen, ob ein Ungleichgewicht zwischen wissenschaftlichem Kenntnisstand und der Praxis besteht.
Karies: Es werden die Ursachen von Karies sowie präventive Ansätze wie Mundhygiene und Prophylaxe ausführlich behandelt.
Grundlagen zu Quecksilber und Amalgam: Dieses Kapitel erläutert die chemischen Eigenschaften von Quecksilber, seine Vorkommen, toxikologischen Wirkungen sowie die historische Entwicklung und rechtliche Einordnung von Amalgam.
Amalgam als Füllungswerkstoff: Es wird die technische Zusammensetzung von Silber- und Kupferamalgamen sowie die korrekte Verarbeitung und Entfernung in der Zahnarztpraxis beschrieben.
Füllungsmaterialien im Vergleich: Eine Gegenüberstellung von Amalgam mit Kunststoff, Keramik und Gold hinsichtlich Kosten, Lebensdauer und Materialeigenschaften.
Empirische Erhebung: Detaillierte Darstellung der Methodik, Zielsetzung und Ergebnisse der durchgeführten Befragung unter Studierenden.
Schlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Diskussion der Diskrepanz zwischen wissenschaftlicher Evidenz und der öffentlichen Wahrnehmung von Amalgam.
Amalgam, Quecksilber, Zahnfüllmaterial, Karies, Kariesprophylaxe, Gesundheitsgefährdung, Toxikologie, Patienteninformation, Zahnärztliche Praxis, Materialunverträglichkeit, Kompositfüllungen, Mundhygiene, Zahngesundheit, Empirische Befragung, Zahnmedizin.
Die Arbeit untersucht den heutigen Stellenwert von Amalgam als Füllungsmaterial im Kontext einer anhaltenden öffentlichen Kontroverse über potenzielle gesundheitliche Risiken durch Quecksilber.
Die Themen umfassen die theoretischen Hintergründe zu Karies und Zahnfüllmaterialien, die Toxikologie von Quecksilber, den Vergleich verschiedener Füllungsoptionen sowie eine empirische Untersuchung von Einstellungen und Wissensstand bei Studierenden.
Ziel ist es zu ermitteln, ob eine Verunsicherung der Patienten gegenüber Amalgam besteht, die nicht durch den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand gedeckt ist, und wie diese die Wahl des Füllungsmaterials beeinflusst.
Der Autor führt eine empirische, quantitative Befragung mittels eines standardisierten Fragebogens unter 120 Studierenden durch, die anschließend deskriptiv ausgewertet wird.
Neben den Grundlagen zu Quecksilber und Amalgam steht der Vergleich von Amalgam mit anderen Materialien sowie die detaillierte Auswertung der erhobenen Daten zu Informationsstand, Einstellungen und Zahngesundheitsverhalten im Vordergrund.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Amalgam, Quecksilber, Zahnfüllungen, Kariesprophylaxe, Patientensicherheit und Gesundheitsrisikowahrnehmung charakterisieren.
Die Arbeit stellt heraus, dass Amalgam aufgrund seiner kostengünstigen und einfachen Verarbeitung sowie der langen Haltbarkeit und erprobten Sicherheit nach wissenschaftlicher Bewertung weiterhin ein zuverlässiges Material ist.
Es zeigt sich, dass trotz einer hohen Verunsicherung der Zahnarzt die primäre Quelle für Informationen bleibt, wobei jedoch eine Diskrepanz zwischen dem fundierten Wissen über Haltbarkeit und der emotional geprägten Sorge vor Quecksilberbelastung besteht.
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